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So kapern Schüler die Präsentationen

Spielwiese für kleine „Künstler“

Greven

Kindliche Malereien störten die Videokonferenz. Weil die Präsentationen nicht geschützt waren, konnten einige Jugendliche ihr Mütchen online kühlen. Ärgerlich für die Veranstalter.

-bn-

So kann mann eine Präsentation kaputtmachen. Foto: Günter Benning

Christian Leik von der Firma Digicon hatte eine Präsentation vorbereitet für die Digitale Karrieremesse. Er teilte seinen Bildschirm, um sie zu zeigen – und dann fing der Ärger an. Striche werden durchs Bild gezogen, Störer kritzeln von verschiedenen Seiten auf den Bildschirm. Am Ende ist Leik genervt: „Es macht keinen Sinn, ich bitte Euch, damit aufzuhören.“

Am Donnerstag waren vor allem Schüler zur Digitalen Messe eingeladen worden. Offenbar hatte der ein und andere schon technische Erfahrung damit, wie man eine Zoom-Konferenz bis zum Abwinken stören kann.

Auch als Felix K. Telgmann von der Neubourg group von der lockeren Atmosphäre bei dem Pflegemittelhersteller berichtet und die beiden Bürohunde ins Bild rückt, kritzeln Schüler ins Foto. Telgmann reagiert online-affin: „Wenn der Marius mir noch mehr Haare malen will, geb ich ihm noch ein neues Bild“, scherzt er mit.

Foto:

Für Christian Müllmann, Organisator der Digitalen Karrieremesse, sind die Störmanöver ärgerlich. Leider könnten die Moderatoren nicht eingreifen, „denn die Freigabe der einzelnen Unternehmenspräsentationen wird von den Firmen gesteuert.“ Für die Zukunft arbeite man an einer anderen Plattform.

Das weltweit verbreitete Programm Zoom besitzt eigentlich genug Schutzvorrichtungen, um Hacken zu verhindern. So kann man beim Teilen von Präsentationen anklicken, dass kein Kommentare möglich sein sollen. Aber wer das Programm nur sporadisch nutzt, weiß das natürlich selten.

Die kleinen Picassos, die sich auf ihre Weise verewigten, können sich allerdings nicht so sicher sein, unerkannt davon zu kommen. Bei jedem Strich stand ein Name – das waren nicht nur Fake-Begriffe. 

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