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Anne Haigis begeistert in der Kulturschmiede

Tiefgehende Texte und Anekdoten

Greven

Anne Haigis ist in den 40 Jahren ihrer Bühnenkarriere längst zu einer ganz und gar eigenen musikalischen Marke geworden. Ihre treue Fangemeinde verwöhnte die Wahlrheinländerin mit schwäbischen Wurzeln am Samstagabend in der gut besuchten Kulturschmiede mit ihrer unverwechselbaren Stimme und mit tiefgehenden Texten.

Von Ulrich Coppel

Hinreißender Mitsing-Entertainment-Charme: Foto: Ulrich Coppel

Anne Haigis ist in den 40 Jahren ihrer Bühnenkarriere längst zu einer ganz und gar eigenen musikalischen Marke geworden. Ihre treue Fangemeinde verwöhnte die Wahlrheinländerin mit schwäbischen Wurzeln am Samstagabend in der gut besuchten Kulturschmiede ganz allein: Eine unverwechselbare Stimme, nachdenkliche, tiefgehende Texte, dazu meistens nicht mehr als drei bis vier Akkorde mit Kapodaster auf der Westerngitarre, – diese natürlich mit Friedenstaubesticker auf der Decke. Das ist die Essenz von Anne Haigis Rezeption.

Um deren Wirkung ein wenig zu verfeinern, verwandte sie in Greven lediglich einige wenige dezente Soundeffekte. Ganz genau wusste sie, was sie damit wie genau erreichen kann. Nicht ganz so genau konnte Haigis sich indes an die Anzahl ihrer bisherigen Konzerte in Greven erinnern: „Drei oder vier? Ich weiß es nicht mehr ganz genau.“

Zu fast jedem Stück erzählt Haigis eine Anekdote: Mal über die Münsterländer Sturheit ihrer besten Freunde, die „auch da her kommen, wo ihr her kommt“, mal über Stationen ihrer Karriere, nicht selten über die Entstehung von Songs, die aus der Feder bekannter Kollegen stammen, oder die sie mit diesen gemeinsam auf Bühnen dargeboten hatte – Tony Carey, Eric Burdon oder Wolf Maahn. Die Liste ist lang.

„Ich war es damals so leid“, kommentierte Haigis ihre vor Jahrzehnten getroffene Entscheidung, nicht mehr weitere Songs in deutscher Sprache veröffentlichen zu wollen. Bis dato war sie damals mit deutschen Songs bekannt geworden. Doch ihre vormalige Umorientierung, die auch mit einem Wechsel der Plattenfirma einherging, bedeutete kein Karriereende für sie.

Im Jubiläumsjahr ist Haigis nun versöhnlich geworden. Einige ihrer frühen Erfolge in deutsch erklangen in Greven nun in neuem Solo-Gewand.

„La, la, la, la live“: Bereits vor der Pause, und ganz zum Trotz der westfälischen Sturheit, erlag ein jeder im Publikum Haigis hinreißendem Mitsing-Entertainment-Charme. Sie hatte es wieder einmal geschafft. Wie immer.

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