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Kein Schlittschuhlaufen in den Rieselfeldern – es wird zuviel

Vögel sind vom Eis gestresst

Greven

Bitte nicht. Schlittschuhlaufen in den Rieselfeldern ist nicht gut für die Natur.

wn

Die Bartmeise (hier ein Männchen) ist ein sehr heimlicher Schilfbewohner. Gelegentlich sieht man Tiere bei der Futtersuche. Foto: Norbert Wünnemann

Seitdem es keine Eissporthalle mehr gibt, wird der Druck auf die Rieselfelder größer. Das dürfe aber nicht zu Lasten des Naturschutzgebietes und Europäischen Vogelschutzgebietes und seiner zum Teil seltenen und geschützten Bewohner gehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Naturschutzstation.

In den Rieselfeldern sind einige Wasserflächen zugefroren. Allmählichkommen die Gedanken an das Eislaufen hervor. Ob die Eisschichtt rägt, kann man nicht allgemein sagen. Es gibt einige Flächen die nie ganz zufrieren oder aber so tief sind, dass sie auch erst spät einen Eispanzer bilden.

Unbedacht bleibt jedoch oft, dass diese Situation für Tiere, die keine Winterruhe haben und auch noch nicht weggezogen sind, durchaus eine Notzeit darstellt. Jede Störung bedeutet zusätzlicher Energieverlust und dieser kann aufgrund von Nahrungsarmut im Winter nicht ausgeglichen werden.

Auch der Lebensraum Schilf in den Rieselfeldern ist nicht leer, einige Vögel sind hiergeblieben oder gerade als Wintergäste bei uns.

Das Hereinbrechen einer immer größer werdenden Schar an Schlittschuhläuferinnen und Schlittschuhläufern ist da nicht hilfreich. Viele trampeln das schützende Schilf in den Randbereichen nieder, um dort zu lagern, und allzu leise und zurückhaltend – mit Respekt vor der Natur – benehmen sich die wenigsten.

Viele Schlittschuhfahrer sind zudem, wer hätte das gedacht, besonders fußfaul. Sie parken verbotener Weise direkt an den Straßen Coermühle und Hessenweg. Der Weg von den Parkplätzen ist ihnen zu weit.

Diesen Winter kommt hinzu, dass die Straßenränder aufgrund der Schneemengen keinen Parkraum lassen und die festgefahrene Schneedecke der Coermühle sehr glatt ist. Es besteht bei zu vielen Wildparkern die Gefahr, dass selbst Rettungsfahrzeuge hier nicht mehr fahren können.

Daher fordert die Naturschutzstation Polizei und Ordnungsamt auf, ein wachsames Auge auf den fahrenden und ruhenden Verkehr haben, und auf die Einhaltung der Coronaschutzbestimmungen zu achten.

Während zu frostigen Wochenendtagen die Coermühle in früheren Wintern schon derart chaotisch zugeparkt war, dass die Polizei in der Vergangenheit diese Straße sperren und zur Einbahnstraße erklären musste, damit die parkenden Autos überhaupt wieder wegkamen, war der große Parkplatz am Rieselfeldhof / Heidekrug fast leer. Es sind Straßen im Außenbereich, da ist Parken im Straßenraum grundsätzlich verboten - auch ohne Halteverbotsschilder.

Stattdessen bieten sich Rundgänge an den beiden belebten Stauteichen an. Diese sind nur randlich zugefroren und bieten so allem Wassergefieder einen letzten Zufluchtsort. Von den Beobachtungseinrichtungen aus lassen sich die verschiedenen Gänse- und Entenarten gut beobachten. Da die Stauteiche vom warmen Klarwasser, dem gereinigten Abwasser, der Kläranlage gespeist werden, bleiben die zentralen Bereiche immer eisfrei.

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