1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. „Weihnachtlicher Pragmatismus“

  8. >

Gottesdienste in Grevener Kirchen

„Weihnachtlicher Pragmatismus“

Greven

Es war ein Weihnachtsfest, das erneut ganz im Zeichen der Pandemie stand: Mit Gottesdiensten und Krippenfeiern nur für Geimpfte und Genesene an Heiligabend, reduzierten 3G-Angeboten auch für Getestete an den übrigen Feiertagen sowie Livestreams im Netz haben Grevens Kirchengemeinden – evangelisch wie katholisch – am Wochenende unter Corona-Bedingungen das Weihnachtsfest begangen.

Von Jannis Beckermann

Pfarrer Klaus Lunemann mit Messdienern beim Weihnachtsgottesdienst in der Martinuskirche an Heiligabend. Foto: Jannis Beckermann

Es war ein Weihnachtsfest, das erneut ganz im Zeichen der Pandemie stand: Mit Gottesdiensten und Krippenfeiern nur für Geimpfte und Genesene an Heiligabend, reduzierten 3G-Angeboten auch für Getestete an den übrigen Feiertagen sowie Livestreams im Netz haben Grevens Kirchengemeinden – evangelisch wie katholisch – am Wochenende unter Corona-Bedingungen das Weihnachtsfest begangen.

Teilweise traten auch Chöre wie der Familiensingkreis auf. Wegen der begrenzten Platzkapazitäten kamen insgesamt jedoch erneut weniger Besucher in die Kirchen als gewohnt.

So blieben etwa bei der traditionellen Krippenfeier in der evangelischen Christuskirche an Heiligabend viele Plätze leer. So unbeschwert, so vereint und so gemeinsam wie sonst könne man leider eben auch in diesem Jahr nicht feiern, sagte Pfarrer Jörn Witthinrich, der im letzten Jahr noch sämtliche Gottesdienste seiner Gemeinde hatte absagen müssen.

Witthinrich erinnerte besonders an die Hoffnungsbotschaft, die in schwieriger Zeit vom Weihnachtsfest ausgehe: „Das Virus mag uns so manche Freude am Weihnachten-Feiern gestohlen haben, sei es durch neue Varianten, radikale Impfgegner oder durch eine ungerechte Verteilung von Impfstoff.“ Die Botschaft des Festes aber laute: „Gott sagt uns, dass wir ihm gerade nicht gestohlen bleiben können“, so Witthinrich. Diese Hoffnungsbotschaft, die die Engel den Hirten bei der Geburt Jesu auf dem Feld bei Bethlehem verkündet hätten, gelte es gerade in diesen Tagen zu beherzigen.

Zuversicht schenken in schwieriger Zeit: Es ist ein Plädoyer, das auch Pfarrer Klaus Lunemann in seiner Weihnachtspredigt in der traditionellen Christmette an Heiligabend in Sankt Martinus hielt. Er stellte dort inhaltlich besonders die Rolle des Josef in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dieser sei zwar eine Randfigur im Weihnachtsgeschehen geblieben, habe aber seine Rolle angenommen und geholfen.

Genau das brauche es auch im realen Leben. „Der Weg Jesu führt in kein Weihnachts-Wonderland, sondern in weihnachtlichen Pragmatismus, der zupackt, wo Hilfe gebraucht wird“, so Lunemann. Sei es im Großen bei Hochwasserkatastrophe oder Pandemie genauso wie im Kleinen bei Nachbarschaft und Familie.

Startseite
ANZEIGE