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Ines Detloff hat mehr Zeit zum Malen – aber ihre Kurse fallen aus

„Wir Künstler wollen unsere Arbeiten zeigen“

Greven

Ihre Arbeit im Kinder- und Jugendbereich – sie selbst hat vier Kinder – wurde durch Corona komplett ausgebremst: Ines Detloff, freischaffende Künstlerin und Gründerin des Mitmach-Ateliers „Kunst trifft Idee“.

Günter Benning

Ines Detloff hat derzeit viel Zeit, um sich zum Malen in ihr eigenes Atelier zurückzuziehen. Alle Kunst-Angebote für Kinder und Erwachsene wurden ausgesetzt. Foto: Detloff

Ines Detloff (45) malt wieder mehr. Allerdings für sich alleine im Atelier. Die freischaffende Künstlerin, die eine Ausbildung als Restauratorin für Stein und Wandmalerei absolviert hat, gründete 2016 ihr Mitmach-Atelier „Kunst trifft Idee“. Ihre Arbeit im Kinder- und Jugendbereich – sie selbst hat vier Kinder – wurde durch Corona komplett ausgebremst.

Kunsterziehung mit Kindern und Jugendlichen ist ihr Kerngeschäft. „Das ist seit März brachial weggebrochen“, sagt Detloff.

In den Kitas, in denen sie Kunstprojekte durchführte, wurden die Angebote ausgesetzt. In ihren privaten Räumen musste sie Kurse absagen.

„Das Einzige, was noch ging“, sagt sie, „war das städtische Atelier in der Karderie.“ Damit war aber im November-Lockdown auch Schluss. Für die freischaffende Künstlerin steht und fällt alles mit ihren Angeboten: „Ich bin darauf angewiesen.“

Detloff gehört auch zu den Organisatorinnen des Sommer-Wochenendes „Greven malt“.

Auch diese Großveranstaltung mit vielen Gastkünstlern fiel in diesem Jahr wegen Corona aus.

„Das fehlt uns Künstlern natürlich“, sagt sie, „wir zehren davon.“ Und dabei geht es nicht nur ums Finanzielle. „Sondern wir haben uns für die Kunst entschieden, um unsere Arbeiten zu zeigen“, sagt sie.

In der Szene sei die Lage „deprimierend“. Die Brotgeschichten wie Wandgestaltung oder Body-Painting fallen aus. „Keiner will sich ein Wandbild kaufen“, erfährt Detloff, „die Leute halten das Geld zusammen.“

Kreativkurse sind in der Jugendarbeit sehr wichtig. „Die Jugendlichen waren sehr traurig, dass wir aufhören mussten“, sagt die Künstlerin. In der ersten Welle hat sie den Kursteilnehmerin noch Skizzenbücher gegeben und Aufgaben gestellt. „Ich versuche, den Kontakt zu halten“. „Irgendwo muss der kreative Kopf ja hin“, sagt sie. Deshalb zieht sie sich mehr in ihr Atelier zurück, um sich um die eigene Kunst zu kümmern. Und gibt es nächstes Jahr wieder ein buntes Greven? „Wir hoffen, dass wir unter guten Bedingungen wieder starten können“, sagt die Künstlerin.

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