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Backpakete-Aktion abgeschlossen / Spendendose für die Tafel steht weiter bei Kirst

„Wir sind begeistert“

Reckenfeld

Einen schlechten Zeitpunkt, für die Tafel zu spenden, gibt es nicht. Denn der Bedarf ist zu jederzeit hoch.

Oliver Hengst

Backpakete werden nun nicht mehr gebraucht, wohl aber Geldspenden, die dann in Foto: Oliver Hengst

Die Backpakete-Aktion der Tafel-Ausgabestellen und der Lokalredaktion dieser Zeitung ist abgeschlossen. Mit einiger Zufriedenheit kann Brigitte Ransmann für die Reckenfelder Ausgabestelle bilanzieren, dass es „ganz toll“ gelaufen ist. Dank der großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung sei es gelungen, alle rund 60 Haushalte, die sich in Reckenfeld regelmäßig mit Lebensmitteln der Tafel versorgen, mit Backzutaten auszustatten. „Dafür eine ganz dickes Dankeschöne“, sagt die Tafel-Organisatorin an alle Pakete-Spender.

Es seien auch dank einiger Aufrufe längst nicht nur Backzutaten wie Mehl, Zucker und Margarine gespendet worden (vielfach angereicht um Kaffe, Tee und Süßes), sondern auch andere haltbare Artikel wie Nudeln, Ries, Öl und anderes mehr. Das kommt der Reckenfelder Tafel besonders gelegen, weil in diesem Jahr zum Beispiel die Menschenwaage-Aktion zum Erntedankmarkt nicht stattfinden konnte. Dabei waren in den Vorjahren immer recht stattliche Mengen an haltbaren Lebensmittel zusammengekommen – galt es doch, eine lokale Persönlichkeit in Lebensmitteln aufzuwiegen.

Doch: Kein Markt, keine Menschenwaage-Aktion. Das haben die ehrenamtlichen Helfer der Tafel natürlich gespürt. Umso dankbarer sind sie für die Spenden, die zuletzt angekommen sind.

Dass die Backpakete-Aktion trotz Corona wieder sehr gut unterstützt wurde, freut Brigitte Ransmann besonders. „Damit hatte ich in diesem Jahr nicht unbedingt gerechnet.“ Dass zahlreiche Familien mit eigenen Sorgen – Kurzarbeit, weniger Geld, Angst um den Arbeitsplatz – zu tun hatten, ließ sie zweifeln. Hinzu kam die Befürchtung, dass einige Menschen aus Sorge, sich den Virus einzufangen, lieber nicht vor die Tür gehen würden.

Doch: Auf die Reckenfelder war mal wieder Verlass. „Wir sind begeistert“, sagt Brigitte Ransmann.

Auch wenn die Tafel in dieser Woche letztmals regulär geöffnet hat und dann erstmal in die ohnehin geplante Weihnachtspause geht (sh. Bericht unten): Die Unterstützung der Tafel im Ortsteil endet nicht. Die Spendendose, die auf Initiative der örtlichen CDU im Laden von Marlies Kirst aufgestellt worden ist, bleibt dort noch eine Weile stehen. „Die Spendenbox wurde schon sehr gut angenommen“, freut sich Anika Stöcker von der Reckenfelder CDU. Man habe gleichwohl beschlossen, sie bis zum Ende des Lockdowns stehen zu lassen. Denn: Nach dem Lockdown wird der Bedarf der Tafel-Kunden womöglich noch größer sein, ganz sicher aber nicht kleiner als derzeit. Der Laden von Marlies Kirst bleibt während des Lockdowns wie auch andere Lebensmittelgeschäfte geöffnet, so dass Kunden weiter Gelegenheit haben, ihre Geldspende dort loszuwerden.

Das gespendete Geld wird letztlich in Lebensmittel „verwandelt“. Im Januar, oder wann immer der Lockdown endet, dürften das dann eher keine Backzutaten mehr sein, sondern andere, haltbare Lebensmittel. Was immer es wird – einen schlechten Zeitpunkt, für die Tafel zu spenden, gibt es nicht. Denn der Bedarf ist zu jeder Jahreszeit hoch.

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