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Zu Weihnachten gab es kein Ausgehverbot

Außergewöhnliche Weihnachten nach dem Zweiten Weltkrieg

Greven

Erinnerung an die Nachkriegszeit. Auch damals gab es Ausgehverbote, die für die Feiertage gelockert wurden.

Alte Neujahrspostkarte. Foto: Stadtarchiv Greven

Wer meint, echte Weihnachtsfreude könnte unter Pandemie-Bedingungen kaum aufkommen, den lässt vielleicht ein Blick ins Stadtarchiv nicht ganz so schwarzsehen: Weihnachten in Krisenzeiten, davon hat es in der jüngeren Geschichte einige gegeben. Die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war so eine Krisenzeit – allerdings hatten die Menschen viel existenziellere Sorgen als in der jetzigen Pandemiezeit. Einen umfassenden Eindruck von den letzten Kriegstagen in Greven und die Zeit danach vermittelt die Online-Ausstellung „Ein unglaublicher Frühling“ des Stadtarchivs Greven in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Greven, die auf der Internetseite der Stadt Greven (www.greven.net) verlinkt ist.

Zu Weihnachten gab es kein Ausgehverbot

Eine besondere Weihnachtsfreude des Jahres 1945 bestand darin, dass das nächtliche Ausgehverbot für alle Bürgerinnen und Bürger, das die Militärregierung im Mai 1945 verhängt hatte, für die Weihnachts- und die Silvesternacht ausnahmsweise aufgehoben wurde.

Ein Zeitungsartikel vom 24. Dezember 1962 beschreibt den Mangel an Lebensmitteln im Advent 1947: Man hatte zwar eine Zusage auf bessere Zuckerversorgung von der Militärregierung erhalten, diese musste dann aber doch wieder zurückgenommen werden.

So verzichteten die meisten Grevener notgedrungen auf den traditionellen Zuckerkuchen. Auch Milch, Tabakwaren und Textilien waren knapp. Nur für Jugendliche gab es extra Süßwaren und Weihnachtsgebäck und für die Schulkinder eine Portion Trockenmilch. Die Weihnachtsfeier in der Stadtverwaltung stand damals ebenfalls unter den Zeichen dieses Mangels: Wer mitfeiern wollte, musste vorher im Vorzimmer 20g Zucker- und 250g Brotmarken abliefern. Eine Befreiung konnte nur in „dringenden Ausnahmen“ und vom Amtsdirektor erteilt werden.

Wer mehr aus dieser oder einer anderen Zeit der Grevener Geschichte erfahren möchte, wende sich an die Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs:

  02571 920-358 bzw. -458 / E-Mail archiv@stadt-greven.de.

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