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Umfrage zum möglichen Ende der Kleinstmünzen

Zustimmung zur Abschaffung

Greven

Was sagen Händler und Kunden zur möglichen Abschaffung der der Ein - und Zwei-Cent-Münzen? Das Stimmungsbild ist einheitlich.

Luca Pals

Christel Tynek (links) und Stefanie Beermann stehen mit dem Fischmarkt Kittner auf dem Marktplatz. Sie würden die Abschaffung des Kupfergeldes begrüßen. Foto: Luca Pals

Wirklich neu ist der Vorschlag nicht, schon seit geraumer Zeit wird über die Abschaffung des Kupfergeldes in Form von Ein- und Zwei-Cent-Münzen diskutiert. Durch den Vormarsch von Ursula von der Leyen, die seit dem 1. Dezember 2019 Präsidentin der Europäischen Kommission ist, rückte das Thema auch medial wieder in den Vordergrund.

Was würde die Abschaffung bringen? Und im Zweifel: Würde dann auf- oder abgerundet werden? Unsere Zeitung wollte es wissen und hat bei Kaufleuten und Kunden in Grevens Innenstadt nachgefragt.

Vorab schonmal: Die Mehrheit der Befragten begrüßt eine Abschaffung – bei Kunden und Verkäufern klingt eine einhellige Meinung heraus: Der Cent stört, ihm wird kaum einer eine Träne nachweinen.

Die Frage nach Auf- und Abrunden ist gerade für Bäckereien wichtig, runde Beträge beim Brötchen haben Seltenheitswert. Monika Mai aus der Bäckerei Schrunz sagt: „Viele Kunden wünschen sich die Abschaffung. Auch für uns an der Kasse sind die Kleinbeträge eher störend und halten im Alltag auf.“ Nach dem „ganz normalen Prinzip würden wir auf- und abrunden“. Sprich: Bis zwei ab- und ab drei aufrunden auf fünf.

„Ich bin für den Cent“

Ein Kunde, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, argumentiert anders: „Der Cent kostet in seiner Produktion mehr als sein realer Wert. Beim 20-Euro-Schein ist das ganz anders. Daran verdienen die doch ihr Geld.“ Klare Meinung: „Ich bin für den Cent.“

Stefanie Beermann vom Fischmarkt Kittner am Marktplatz argumentiert mit Beispielen aus dem Urlaub: „Wir sind öfter in den Niederlanden. Dort wurde das Kupfergeld schon vor einigen Jahren abgeschafft.“ Nach Recherchen haben Verkäufer in den Niederlanden seit 2004 das Recht, selbstständig auf- und abzurunden.

Ihre Kollegin Christel Tynek pflichtet ihr bei: „Es ist weniger zu rechnen und nimmt Arbeit ab.“ Ganz so drastisch wie einige ihrer Kunden es sehen, sieht sie es nicht: „Damit ist es aber noch lange nicht der Anfang vom Ende des Bargeldes.“

„Heute bezahlt jeder zweite mit Karte“

Ganz bequem mit der EC-Karte bezahlen, 2020 bereits kontaktlos – ein Trend, der in allen Geschäften weiter steigt. Marcus Löw aus der Buchhandlung „Cramer & Löw“ sagt: „Vor einigen Jahren waren es noch 20 Prozent der Kunden, heute bezahlt jeder zweite mit Karte.“ Den Buchhandel würde eine Abschaffung kaum berühren: Für ihn sei es noch kostenlos, sich bei einer Bank Wechselgeld zu besorgen. Anderswo würden womöglich Gebühren berechnet. „Dann macht es natürlich einen Unterschied.“ Er sagt auch: „Es wird immer Menschen geben, die Bargeld haben wollen.“ Ähnlich sieht es im „Schuhpark“ aus. Teamleiterin Sabine Lameter: „Viele lassen den Cent da und sagen uns, dass wir doch gleich 30 statt 29,99 Euro sagen sollen.“ Während die ältere Generation eher auf das Bargeld bestehen würde, sei die jüngere Generation offener für den Wechsel auf die Kartenzahlung.

Bei Horst Eggenkämper, der Feinkost und Früchte verkauft, sieht es ähnlich aus: „Unsere Kunden würden die Abschaffung sehr begrüßen. Gerade die älteren Menschen tun sich mit den kleinen Beträgen schwer.“

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