1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Horstmar
  6. >
  7. Am Schluss wird‘s sachlicher

  8. >

Wäldchen an der Warnsveldallee war Thema im Rat

Am Schluss wird‘s sachlicher

Horstmar

Das Wäldchen an der Warnsveldallee soll rekultiviert werden. Diese Maßnahme war Thema in der jüngsten Ratssitzung. Nach dem im Laufe der Sitzung heftig darüber debattiert und diskutiert wurde, einigten sich die Mitglieder des Rates darauf, sich die Auffassungen eines Fachmannes des Regionalforstamtes einzuholen.

Von Franz Neugebauer

Die Auffassungen eines Fachmannes des Regionalforstamtes sollen in die beabsichtigte Foto: fn

Um die beabsichtigte Rekultivierungsmaßnahme am Wäldchen an der Warnsveldallee ging es im Wesentlichen in der Fragestunde während der jüngsten Ratssitzung der Burgmannstadt.

Das Regionalforstamt Münster hatte eine Rodung und Wiederaufforstung vorgeschlagen. Dazu fragte Alfons Rottmann, warum man sich nicht eine zweite Meinung etwa vom Nabu oder dem BUND einhole, ob diese Maßnahme erforderlich sei. Norbert Gesing wollte gar wissen, ob es in erster Linie um die Vermarktung des Holzes gehe und damit die Bäume gefällt werden.

Stellungnahme

In einer umfangreichen Stellungnahme erläuterte Bürgermeister Robert Wenking die Situation. Dabei tadelte er die teils polemische, diffamierende öffentliche Kritik am Regionalforstamt Münster. Es handele sich um einen emotionale, unfachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Waldbewirtschaftung.

„Der Ratschlag von selbst ernannten Experten oder irgendjemanden, der auch schon bei Google alles gegoogelt hat und damit offensichtlich alles weiß, kann doch wohl nicht als Grundlage für die beabsichtigte Maßnahmen gelten,“ machte er deutlich.

Ökosystem

Das Regionalforstamt Münster sei gesetzlich beauftragter Hüter und Bewahrer der Wälder in NRW. Bei seinen Expertisen gehe es um die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, es gehe darum, den Wald als Ökosystem zu erhalten. Um diesen Zustand zu erhalten, bedürfe es einer sinnvollen Entnahme schlagreifer Bäume, sowie einer stetigen Nachpflanzung, auch die Holzentnahme sei Teil zahlreicher Funktionen des Waldes und gesetzlich geregelt.

Eine sich selbst überlassene Waldfläche führe zu einer Überwucherung von dominanten Arten, die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung des Bodens werde beeinträchtigt, die gegenseitige Bedrängung des wildwachsenden Aufwuchses zerstöre die Ökologie des Waldes.

Diskussion

„Ich halte es für richtig, die Aufforstungsmaßnahmen fortzusetzen, die das Regionalforstamt in seinem dafür entwickelten fachlichen Maßnahmeplan vorgesehen hat“, tat der Bürgermeister seine Auffassung kund.

Ratsmitglied Dr. Dirk Klein-Bölting (Bündnisgrüne) bat unter dem Beifall aller Ratsmitglieder darum, von persönlichen Diffamierungen in der Öffentlichkeit abzusehen und zur sachlichen Diskussion zurückzukehren.

Diese Diskussion fand dann im Horstmarer Rat statt und führte auf Vorschlag von Annette Sonneborn (Bündnisgrüne) zu dem Ergebnis, dass man sich noch einmal persönlich die Auffassungen eines Fachmannes des Regionalforstamtes darstellen lasse.

Aufforstung

Einer weiteren Nachprüfung bedarf die Anfrage von Annette Beckmann. Sie wollte wissen, ob im Zuge der Aufforstung der Weg vom Schwalbenweg durch das ehemalige Waldgebiet zur Koppelstraße beseitigt wird.

Weitere Feststellungen sind bezüglich der Anfrage von Andreas Beckmann erforderlich, ob wegen möglicher Altlasten im Bereich Warnsveldallee/Koppelstraße zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden.

Zudem informierte Bürgermeister Robert Wenking darüber, dass in Horstmar und Leer in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 115 Hektar Wald zusätzlich neu gepflanzt worden sei. Das entspreche einer Fläche von etwa 20 Fußballfeldern. Das Galgenbüschchen werde aufgeforstet und Nadelgehölze durch Laubbäume ersetzt, so der Bürgermeister abschließend.

Startseite
ANZEIGE