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Vera und Helmut Mollenhauer feiern Eiserne Hochzeit

„Ein Kunstwerk der Liebe“

Horstmar

Bürgermeister Robert Wenking gehörte gestern zu den ersten Gratulanten bei Vera und Helmut Mollenhauer, die ihre Eiserne Hochzeit im neuen Domizil an der Eichendorffstraße 32 a feierten. Die Eheleute, die früher beide in der ehemaligen Firma Schulte & Dieckhoff beschäftigt waren, haben sich jahrelang ehrenamtlich in der evangelischen Kirchengemeinde engagiert. Dabei lernten sie sich auch näher kennen.

Von Sabine Niestert

Zu den ersten Gratulanten bei Vera und Helmut Mollenhauer zur Eisernen Hochzeit gehörten gestern Vormittag die Söhne Wilfried (l.) und Matthias Mollenhauer (2.v.l.), Enkel Forian (3.v.l.), Schwägerin Karin Mollenhauer, das Betreuer-Ehepaar Bielak (r.) und Bürgermeister Robert Wenking (hinten Mitte).

Der Kontakt zu Hans Flick besteht immer noch, obwohl der evangelische Pfarrer schon vor über 20 Jahren die Burgmannstadt verlassen hat. Zu besonderen Anlässen gehen seitdem Briefe hin und her. Einen herzlichen Anruf hat es kurz vor der Eisernen Hochzeit gegeben, die Vera und Helmut Mollenhauer am Mittwoch nach Ostern feiern können.

„65 Jahre verheiratet, das ist schon eine tolle Leistung“, zeigt sich Bürgermeister Robert Wenking beeindruckt, dass sich die Eheleute – er ist 91 und sie 85 Jahre alt – immer noch haben und ihre Zeit gemeinsam verbringen können. „Die Ehe ist ein Kunstwerk der Liebe“, zitiert der Besucher aus dem Gratulationsschreiben des Landrates Dr. Martin Sommer, das er mitgebracht hat. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lässt grüßen.

Der Verwaltungschef übergibt die Präsente der Stadt lieber persönlich. Im neuen seniorengechten Domizil an der Eichendorffstraße 32 a – direkt neben Sohn Wilfried und Schwiegertochter Karin Mollenhauer – verbringt das Jubelpaar seinen Lebensabend. Betreut wird es von den Eheleuten Bielak, die sich gemeinsam mit der Familie um die Senioren kümmern.

Das Paar hat ein bewegtes Leben hinter sich, wie sich im Gespräch zeigt. Helmut Mollenhauer wurde 1930 in Neugrimmitz, Kreis Eberswalde, und seine Frau Vera, die eine geborene Müller ist, 1937 in Hirschberg (Schlesien) geboren. Heimatlos geworden, fanden sie nach verschiedenen Stationen an anderen Orten in Horstmar eine zweite Heimat und die Liebe. So arbeiteten beide in der ehemaligen Firma Schulte & Dieckhoff.

„Ich habe meiner jetzigen Frau in der Firma gerne das Schürzenband aufgezogen“, erinnert sich der ursprünglich gelernte Verwaltungsmann, der schon mit 17 Jahren das Standesamt in seiner Heimatgemeinde geleitet und es mit 19 Jahren zum Abteilungsleiter gebracht hat. Die Flucht aus der DDR beendete dann die Karriere vor Ort und der junge Mann fand sich auf einem Hof in der Burgsteinfurter Bauerschaft Hollich wieder, wo er schwere Landarbeit verrichtete.

„Ich fand Horstmar wunderschön“, erinnert sich der dreifache Familienvater an die erste Begegnung mit seiner zweiten Heimat. In dieser fassten die Mollenhauers schnell Fuß. So engagierten sie sich in der evangelischen Kirchengemeinde und kamen sich bei der gemeinsamen Jugendarbeit dort näher. 17 Jahre lang war der Jubelbräutigam in der Kirchenleitung und als Presbyter aktiv. Zudem sangen die Eheleute im evangelischen Kirchenchor, den Vera Mollenhauer mitbegründet hat.

„Der christliche Glaube war immer ganz wichtig für uns, denn er hat uns stets Mut und Kraft gegeben.“ Beides brauchte die Familie besonders, als sie 1984 ihren dritten Sohn durch einen tragischen Verkehrsunfall verlor. Doch glücklicherweise sind seine Brüder Wilfried und Matthias Mollenhauer mit ihren Familien in Horstmar geblieben. Heute gehören bereits vier Enkelkinder zur Sippe und zur Freude aller ist bereits der erste Urenkel unterwegs. Sie werden den Ehrentag ihrer Eltern beziehungsweise Großeltern am 30. April noch in großer Runde feiern.

Dann werden die Mollenhauers sicherlich wieder in Erinnerungen schwelgen. Zu denen gehört auch ein großer Blumen- und Gemüsegarten mit zehn Hühnern am Borghorster Weg, der täglich gepflegt und umsorgt werden musste. Gerne denken die Mollenhauers auch an die Begegnungen mit den Kindergartenkindern zurück, die ihr Domizil nahe der Grünfläche hatten.

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