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Besuch bei der Handarbeits- und Werkgruppe der Frauen des Heimatvereins

Ein Paradies mit Unikaten

Laer

Zu Weihnachten sind die selbst gestrickten Strümpfe besonders gut gegangen. Um den arg reduzierten Vorrat wieder aufzufüllen, stricken die Frauen der Handarbeits- und Werkgruppe des Heimatvereins Laer momentan besonders fleißig. Schließlich ist die Nachfrage an der individuellen Fußbekleidung ungebrochen.

Von Sabine Niestertund

Im Stübchen des Hauses Rollier handarbeiten die Frauen gemeinsam

Zu Weihnachten sind die selbst gestrickten Strümpfe besonders gut gegangen. Um den arg reduzierten Vorrat wieder aufzufüllen, stricken die Frauen der Handarbeits- und Werkgruppe des Heimatvereins Laer momentan besonders fleißig. Schließlich ist die Nachfrage an der individuellen Fußbekleidung ungebrochen. „Die Größen 39 bis 42 gehen besonders gut“, weiß Brigitte Tschiedel aus Erfahrung. Sie leitet die Gruppe, die sich jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr im Haus Rollier trifft, um gemeinsam zu handarbeiten.

In dieser Zeit ist auch ihr Lädchen geöffnet. Es ist ein wahres Paradies für Menschen, die ein besonderes Geschenk suchen. Ein Präsent, das nicht von der Stange oder maschinell, sondern in Handarbeit mit viel Liebe zum Detail geschaffen worden ist. Und zwar von geschickten Händen, die sich gerne regen und wahres Geschick haben, etwas Einzigartiges zu produzieren.

Ob stricken, sticken, häkeln, filzen, drucken oder nähen, die Möglichkeiten sind mannigfach und die Talente unterschiedlich ausgeprägt. „Jede macht das, was sie am besten kann“, erklärt Brigitte Tschiedel und ihre Mitstreiterinnen nicken zustimmend. Während Brigitte Lülf an der Nähmaschine eine Schürze mit einer blauen Borte versieht, die später noch einen Blaudruck erhalten soll, klappern bei ihren Kolleginnen die Stricknadeln.

Monika Schewing-Lengers und Simone Oetting-Prange sichten alte Tischdecken, die Dr. Bauer gerade vorbeigebracht hat. Die beiden überlegen schon, was man alles daraus machen kann und lassen sich dabei von den anderen inspirieren. Es zeichnet die Beteiligten aus, dass ihnen die Ideen selten ausgehen. Das beweist auch die breite Auswahl im Lädchen, die nicht nur Handarbeiten, wie beispielsweise Überhandtücher, Tischdecken in Weißstickerei und Kreuzstich, Schürzen, Taschen, Flaschensäckchen und Körnerkissen – alles Unikate – , sondern auch Lukullisches bietet.

„Das können Sie nicht kaufen“, heißt es seitens der Herstellerinnen, die bei ihren ausgefallenen Kreationen, wie beispielsweise Birnen-, Bier-, Kürbis-, Orangen- oder Pflaumensenf nur regionale Produkte verwenden. Das gilt auch für die Öle und Essige, die zum Sortiment gehören. Diese gibt es in zahlreichen, ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen und helfen dabei Salate und andere kalte Speisen wundervoll zu verfeinern.

Das wissen auch zwei Besucherinnen zu schätzen, die sich an diesem Nachmittag gleich mit mehreren Gläschen eindecken. Weil die Preise dafür human sind, gibt es neben einem „Schön, dass Ihr da seid“, auch gleich eine Spende für die Aktiv-Gruppen-Kasse, die davon beispielsweise neue Sockenwolle kaufen will. Dabei sind die Frauen stets auf der Suche nach Sonderangeboten, um die Kosten möglichst gering zu halten. Schließlich kommt der Erlös ihrer Verkäufe den gemeinnützigen Zwecken des Heimatvereins zugute. So muss dieser beispielsweise den Unterhalt seines Domizils, dem Haus Rollier, finanzieren. Dafür können die Verantwortlichen jeden Cent gebrauchen.

Ob Stoff-, Woll- oder andere Materialspenden, die Handarbeits- und Werkgruppe freut sich über jede Spende. Schon so mancher Nachlass ist in ihrem Lagerraum gelandet, der sich einige Treppenstufen höher über der guten Stube befindet. Die Kreativen sind glücklich und dankbar, wenn dieser reichhaltig bestückt ist, denn dann können sie aus dem Vollen schöpfen. Happy ist an diesem Nachmittag auch eine junge Frau, die das letzte Strumpfpaar in Größe 41 für die Bekannte einer Freundin ergattert. „Die können Sie bei 40 Grad waschen und auch schleudern“, geben ihr die fleißigen Strickerinnen mit auf den Weg, die ihre Nadeln nicht aus der Hand legen, um für den nötigen Nachschub zu sorgen. „Man muss vorstricken“, wissen die Frauen aus Erfahrung, die deswegen oft auch zuhause arbeiten. Dann fehlt natürlich die nette Gesellschaft zum Plaudern, aber zur Not tut es auch der Fernseher.

„Wir helfen uns auch gegenseitig, damit es schneller geht“, erklärt Brigitte Tschiedel. Ob Ferse oder Spitze, jede beherrsche das ein oder jeweils andere besser. So hat jede aus der Runde ihre ganz eigenen Stärken und Vorlieben. Einig sind sich aber alle darin, dass es einfacher ist, große Herrensocken zu stricken, als winzig kleine Babyschühchen, die besonders gerne anlässlich der Taufe im Lädchen gekauft werden. Dort hat die Gruppe jetzt die letzten Weihnachtssachen aussortiert. Mit dem Frühling naht auch Ostern. Dann sind wieder andere Arbeiten, wie beispielsweise Eierwärmer gefragt.

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