1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Horstmar
  6. >
  7. Ein Zeichen des Zusammenhaltens

  8. >

Bavings Kapelle in der Bauerschaft Haltern nach Sanierung wieder eingeweiht

Ein Zeichen des Zusammenhaltens

Horstmar-Leer

Bavings Kapelle in der Horstmar-Leerer Bauerschaft Haltern wurde mit Hilfe ehrenamtlichem Engagements saniert. Regenwasser war in das Bethaus eingedrungen und Mitglieder des Schützenvereines Leer-Haltern legten selbstlos Hand an. Jetzt wurde die Kapelle unter Beteiligung der fast gesamten Bevölkerung der Bauerschaft Haltern wiedereingeweiht.

Von Franz Neugebauer

Hendrik Viefhues (v.l.), Bürgermeister Robert Wenking, Stefan Kölker und Pfarrdechant Johannes Büll nahmen an der Wiedereinweihung von der ehrenamtlich sanierten Bavings Kapelle teil. Foto: Franz Neugebauer

In neuem Glanz erstrahlt die in der Bauerschaft Haltern gelegene Bavings Kapelle. Ein ganzes Jahr waren ehrenamtliche Mitglieder des Schützenvereines Leer-Haltern unter der Leitung von Hendrik Viefhues und Stefan Kölker damit beschäftigt, Schäden am Fundament und im Mauerwerk zu beseitigen.

Wahrzeichen

Die Kapelle, das Wahrzeichen der Halterner, hatte „nasse Füße“ bekommen. Grund dafür war das in das Mauerwerk eingedrungene Regenwasser. Die Folge war, dass die Fugen herausbrachen und der Putz abbröckelte. Jetzt wurde das Bethaus im Beisein von fast der gesamten Bevölkerung der Bauerschaft Haltern wiedereingeweiht.

Die Renovierungsarbeiten waren Zeichen des Zusammenhaltens in diesem Ortsteil, denn schließlich freute man sich über 200 ehrenamtlich geleistete Stunden und kostenlosen Einsatz von Maschinen und Geräten. Die durchgeführten Arbeiten reichten von der Kiesschüttung für die Ringdränage über Pflasterung des Vorplatzes bis hin zum Abriss des Putzes und Erneuerung der Decke.

200 Stunden

So kam es, dass neben den Spenden der heimischen Banken, der Kirchengemeinde und privaten Spenden lediglich 13 500 Euro aufgebracht werden mussten, zu denen es einen Zuschuss vom Landesdenkmalamt in Höhe von 6600 Euro gab.

In seinen Begrüßungsworten erinnerte Hendrik Viefhues an die Geschichte der Kapelle. Seit 130 Jahren ist sie ein zentrales Bauwerk in Haltern. Sie erhielt einen neugotischen Altar mit einer zentralen Herz-Jesu-Statue. Rechts und links davon befinden sich je drei Heiligen-Statuen. Der Bildhauer Bernhard Engelbert Rottmann, genannt Baving, der ganz in der Nähe wohnte, schuf sechs Figuren, von denen vier gestohlen wurden. Im Jahr 1934 stiftete die Leerer Jungfrauenkongregation ein Schönstadt-Muttergottes-Bild für die Kapelle. Ebenfalls im Jahr 1934 spendete eine Halterner Familie eine Glocke für das Bauwerk. Im Jahr 1993 wurde diese Glocke gestohlen. Ersatz musste her. Der Schützenverein sammelte damals 4400 DM, im Jahre 1996 konnte eine neue Glocke eingeweiht werden.

Zwischen Himmel und Erde

Aus den Kriegen ging die Kapelle unbeschadet hervor. Bis 1986 verschlechterte sich ständig ihr Zustand. Die Vereinsmitglieder brachten bei der Renovierung ihre Arbeitskraft ein. So kam es, dass bereits im Jahr 1987 die renovierte Kapelle eingeweiht werden konnte.

Pfarrdechant Johannes Büll, der zusammen mit Bürgermeister Robert Wenking die Wiedereinweihung der Kapelle vornahm und sie als Schnittstelle zwischen Himmel und Erde bezeichnete, äußerte: „Ihr könnt stolz sein, und das aus verschiedenen Gründen.“ Stolz könne man sein, weil man das steingewordene Glaubenszeugnis nicht verfallen haben lassen, sondern durch das morgendliche und abendliche Läuten der Glocke lebendig gehalten habe. Stolz könne man sein, weil man mit der renovierten Kapelle den Menschen einen Anhaltspunkt gebe, an denen sie sich festmachen können. Und Büll zitierte Apostel Petrus: „Ihr seid selber lebendige Steine und Jesus ist der Schlussstein im Gewölbe, bei dem alle Steine zusammenkommen und Halt haben.“

Als Geschenk hatte der Pfarrdechant ein sogenanntes Durchblickerkreuz mitgebracht. Lobende Worte kamen auch von Bürgermeister Robert Wenking und Franz Ahmann, dem Vorsitzenden des Leerer Ortskulturringes.

Startseite
ANZEIGE