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Imker Daniel Brosig hält seine Bienenvölker gern in landwirtschaftlichen Betrieben

Eine fruchtbare Kooperation

Horstmar

Eine sinnvolle Verbindung: Imker Daniel Brosig hält auf landwirtschaftlichen Betrieben Bienenvölker.

Von Rainer Nixund

Daniel Brosig (l.) und Maximilian Hemersch zeigen die „Beute“, in der das Buckfast-Bienenvolk lebt. Mit den Händen halten sie eine noch jungfräuliche Wabe. Foto:

Das Artensterben insbesondere der Insektenwelt wird oft mit der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Landwirtschaft verbunden. Dass es auch anders geht, zeigt die Kooperation der Imkerei Brosig aus Horstmar mit landwirtschaftlichen Betrieben.

Auf dem weitläufigen Gelände des Hofes, den Maximilian Hemersch gemeinsam mit seinem Vater im Bereich Hörstel bewirtschaftet, startete Daniel Brosig in diesem Jahr ein weiteres Projekt. Dort stellte er einen Bienenstock auf, fachmännisch „Beute“ genannt, in dem jetzt das sogenannte Buckfast-Bienenvolk zu Hause ist. „Diese Rasse wurde 1906 erstmalig in einem britischen Kloster gezüchtet“, erläutert der Experte.

Der Honigertrag ist in der Regel gut. „Wir beobachten jetzt im Juni auch wieder einen ordentlichen Flugbetrieb“, beschreibt Brosig. In den vergangenen Monaten war das wegen der eher bescheidenen Außentemperaturen nicht immer so. „Wichtig ist, dass sie hier viele Blüten vorfinden und damit ausreichend Nahrung gesichert ist“, erklärt er weiter. Da dürfte es an diesem Standort keine Probleme geben.

„Ein Bienenvolk in der Nähe zu haben, ist auch für uns vorteilhaft, weil wir hier viele Obstbäume stehen haben“, so Hemersch. Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ist kein Thema. „Ich kann natürlich nur für unseren Hof sprechen, doch wir bringen bereits seit rund zehn Jahren keine Pestizide aus“, sagt der Landwirt. Diese würden nicht nur die Bienen, sondern auch alle anderen Insekten bedrohen. Solange die Schadschwelle der Befallsdichte mit Schaderregern nicht überschritten werde, gehe es auch ohne Pflanzenschutzmittel, sagt Hemersch.

Fürs Getreide wären Blattläuse die schlimmsten Schädlinge, doch die traten hier in den vergangenen Jahren glücklicherweise nicht auf.

Blattläuse

Imker Brosig hofft nun, dass der Honigertrag seiner Buckfast-Bienen sich auch wirtschaftlich rechnet. „Ich hoffe, vielleicht noch 30 bis 40 Kilo in diesem Jahr ernten zu können“, sagt er. Dann werden hier möglicherweise weitere Bienenvölker eine Heimat finden.

Die Imkerei ist eine Wissenschaft für sich. Es gilt, auf eine ganze Menge Details zu achten. Naturgemäß verfügen Bienen über den „Schwarmtrieb“, durch den sie sich vermehren. Die Insekten ziehen sich mit Hilfe ihrer „Ammenbienen“ eine neue Königin heran, was die Altkönigin veranlasst, sich mit der Hälfte des Volkes eine neue Bleibe zu suchen.

Verluste

„Wir Imker steuern den Schwarmtrieb durch regulierte Vermehrung, um unsere Verluste so gering wie möglich zu halten“, erläutert Brosig. Krankheiten sind immer ein ernstes Thema, vor allem die gefürchtete „Faulbrut“, die zur Vernichtung ganzer Bienenvölker führen kann.

Daniel Brosig besitzt im Münsterland eine Reihe von Bienenstöcken. Die Zusammenarbeit mit Landwirten sei erfreulich, betont er. „Nicht zuletzt möchten wir auf die hochwertigen heimischen Produkte aufmerksam machen und Leute animieren, in der Region zu kaufen.“

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