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Grillabend des Stadtmarketingvereins zum Dank für die Fluthelfer

Eine starke Truppe

Horstmar

Schon kurz nach der Katastrophe hatte er sich mit acht seiner Mitarbeiter auf den Weg nach Ahrweiler gemacht. Stefan Kappelhoff hat beim Aufräumen mit angepackt. Bei einem Grillabend des Stadtmarketingvereins berichtete er von der Hilfsaktion.

Vonund

Zahlreiche Fluthelfer waren der Einladung des Stadtmarketingvereins zum gemütlichen Abend gefolgt (Foto l.). Foto: Regina Schmidt

„Dort sah es aus wie nach einem Angriff. Es war ein Kampfgebiet und wir haben viel Elend gesehen“, erinnert sich Stefan Kappelhoff, Eigner des gleichnamigen Landschafts- und Gartenbaubetriebes in Leer, an seinen ersten Einsatz im Überflutungsgebiet. Schon kurz nach der Katastrophe hatte er sich mit acht seiner Mitarbeiter auf den Weg nach Ahrweiler gemacht.

Der Kontakt zu Menschen in der Krisenregion sei über einen Angestellten entstanden, dessen Eltern in Ahrweiler gelebt haben. Gemeinsam wurde überlegt, was vor Ort besonders dringend gebraucht wurde: Räumfahrzeuge und Pumpen. Stefan Kappelhoff holte für die Hilfsaktion noch weitere Mitstreiter ins Boot, die Maschinen und „Manpower“ stellen konnten. Mit dabei waren die Firmen Rose aus Leer sowie Drerup & Kremer. Außerdem beteiligten sich der DRK-Ortsverband sowie Mitglieder der Löschzüge Horstmar und Leer der Freiwilligen Feuerwehr.

„Eine echt starke Truppe“, lobte Stefan Kappelhoff alle Beteiligten. Für die engagierten Fluthelfer hatte der Stadtmarketingverein HorstmarErleben kürzlich einen Grillabend am Pfarrheim in Leer als kleines Dankeschön und Zeichen der Wertschätzung organisiert. „Ihr Einsatz im Überflutungsgebiet ist keine Selbstverständlichkeit gewesen – auch wenn sich einige von ihnen bereits ehrenamtlich zu Hause engagieren“, betonte Geschäftsführerin Yvonne Reher.

„Wir freuen uns über die Einladung und ich kann sagen, dass wir während unserer bisher sieben Einsätze viel erreicht haben“, berichtete Stefan Kappelhoff. Man habe in Ahrweiler drei Straßen geräumt und von Müll und Schwemmgut befreit, schreibt der Stadtmarketingverein im Pressetext.

Der erste Eindruck sei schockierend gewesen, aber da dürfe man „nicht nachdenken, sondern muss einfach anpacken“. Selbstverständlich hätten alle Helfer Mitleid mit den Menschen vor Ort, die alles verloren hätten und teils schwer traumatisiert seien.

Doch der Leerer Unternehmer hatte weitere positive Nachrichten: „Es geht ein wenig aufwärts. Schutt und Müll sind entfernt, die Häuser weitgehend gesäubert und der Wiederaufbau wird geplant.“ Allerdings befänden sich die meisten Häuser aktuell bestenfalls im Rohbau-Zustand.

Kappelhoff und seine Mitstreiter planen bereits weitere Einsätze im Überflutungsgebiet. Sie wollen die Menschen mit Heizungsanlagen versorgen, die angesichts der bevorstehenden kalten Jahreszeit dringend gebraucht werden. Den hiesigen Helfern liegen dabei besonders die jungen Familien am Herzen.

Doch es gehe nicht nur um Infrastruktur und Wohnraum, betonte Kappelhoff: „Wir würden bald gerne einige Kinderspielplätze wieder herrichten. Die Kinder haben wochenlang nur Müllberge gesehen und ihre Umgebung ist zerstört, da brauchen sie Orte zum Spielen.“ Die Hilfe für Ahrweiler ist also noch längst nicht beendet: „Der Wiederaufbau dauert Jahre und wir wollen weiter Unterstützung bieten. Mit den Menschen vor Ort haben sich mittlerweile Freundschaften entwickelt und sie sind uns und allen großzügigen Spendern aus Horstmar, Leer und Umgebung wirklich sehr dankbar“, so Stefan Kappelhoff.

Den Dank der Stadt Horstmar überbrachte der Stellvertretende Bürgermeister Ludger Hummert und hob abschließend hervor: „Ihr habt aus reiner Menschlichkeit und unbürokratisch Hilfe geleistet. Ich möchte hier niemanden hervorheben, denn das war ein echtes Gemeinschaftswerk.“

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