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Biergarten erweist sich als gute Alternative für den Leerer Weihnachtsmarkt

„Hier muss man einfach hin“

Horstmar-Leer

Piepkuchen, hergestellt am offenen Feuer mit Buchenholz, gehört schon seit Jahren zu den Traditionsangeboten des Leerer Weihnachtsmarktes. So war es auch am 3. Adventswochenende im Biergarten von Anne Wegmann. Der neue Standort erwies sich dabei als durchaus geeignet.

Von Franz Neugebauerund

Auch das kulinarische Angebot konnte sich sehen lassen. So blieb bestimmt kein Besucher hungrig.

Klein, aber oho und so richtig schnuckelig, präsentierte sich an zwei Tagen der Weihnachtsmarkt im Biergarten des Gasthofes Vissing/Wegmann in Leer. War dieser in all den Jahren zuvor bei „Tante Toni“, musste man sich jetzt ein anderes Quartier suchen, denn die Gaststätte gibt es nicht mehr. Mehr als ein Ersatz war dann das Angebot von Anne Wegmann, ihren Biergarten zur Verfügung zu stellen. „Hier bekommt man kein Bein mehr an den Grund“, hieß es am frühen Samstagabend.

„Wir haben uns mit vier Frauen gegenseitig angefasst, damit wir uns in der Menschenmenge nicht verlieren“, schilderte Doris Zintl die Situation am Abend. Der Grund dafür war das für einen Weihnachtsmarkt passende Wetter, aber auch der gute Ruf, den der Leerer Weihnachtsmarkt mittlerweile hat.

Über die Herswiesen waren Mitglieder der Breitensportgruppe Burgsteinfurt zu Fuß gekommen. „Wir lieben die tolle ganz persönliche, individuelle Atmosphäre“, begründeten die Sportler ihren Ausflug nach Leer. Stephanie Bercks ebenfalls aus Stemmert, outete sich auch als „Wiederholungstäterin“ in Sachen Besuch des Leerer Weihnachtsmarktes. „Hier muss man einfach hin“, meinte sie.

Mit ihren Blasinstrumenten trat die Leersche Blick-Band gleich zweimal auf. Die Musikerschaft hatte am Samstagabend ein Adventskonzert vom Turm der Kirche von Ss. Cosmas und Damian gegeben. „Wir mussten den Beginn wegen des Angelusläutens ein wenig verschieben, denn wir spielen unmittelbar neben den Glocken“, hieß es seitens der Akteure. Dank der guten Windverhältnisse war die Musik im ganzen Dorf zu hören.

Am Sonntag sorgten die Musiker erneut für weihnachtliche Stimmung. Auch das machte das Flair des Weihnachtsmarktes aus. Die Zuhörerschaft bewunderte die Leistungen der mittlerweile zur beachtlichen Stärke herangewachsenen Band unter der Leitung von Frank Wenking.

Die beiden Schützenvereine Leer-Dorf und Leer Ostendorf, die zusammen mit dem Marketingverein „Horstmar­Erleben“ den Markt organisiert hatten, kümmerten sich gemeinsam um das leibliche Wohl der Gäste und das zu moderaten Preisen. Roswitha Potthoff/Telgmann hatte mit ihrem Wildburger wiederum den Geschmack der Gäste getroffen.

„Alles von den Kindern und den Eltern selbst gemacht“, wies Lisa Mende am Verkaufsstand des Kindergartens Grollenburg hin. Auf den Piepkuchen, hergestellt am offenen Feuer mit Buchenholz, brauchte man auch in diesem Jahr nicht zu verzichten. Es war die Gruppe „Apenhues“ die sich über den riesigen Umsatz freute und bereits nach kurzer Zeit ausverkauft war. Dafür hatten auch die Frauen dieser Gruppe gesorgt.

„Honig aus Leer“ war an einem Stand zu lesen. In der Tat hatte der im Esch wohnende Jungimker Florian Niehues die Trachten seiner Honigbienen angeboten. Er wurde übrigens von Frank Wenking in die Geheimnisse der Imkerei eingewiesen.

Besonders erwähnenswert auch „Verkorkt“. Dabei handelt es sich um eine Gruppe junger Leute, zu denen auch Lukas Zintl gehört. Sie zeigten Biotope, die in einer verkorkten Flasche gedeihen, was sich als ein Renner auf dem Markt erwies.

In der Cafeteria, die im Saal des Gasthofes Vissing/Wegmann aufgebaut war, nutzten viele Gäste die Gelegenheit, bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen zu plaudern. Diese Möglichkeit hatte es in dieser Form wegen der Coronapandemie seit 2019 nicht mehr gegeben.

Das war das Charmante am Adventsmarkt: kein Kommerz, sondern das Engagement der Leerer Vereine, Stammtische und Gruppen stand im Vordergrund. Alle Anbieter kamen aus dem Ortsteil Leer. „Das macht den Leerer Adventsmarkt aus, dass alles ehrenamtlich geschieht und sich neben den Mitgliedern des Schützenvereines Leer Ostendorf, Leer-Dorf und dem Stadtmarketingverein viele mächtig engagieren“, lautete das Fazit von Marvin Arning, Mitinitiator des Events in Leer.

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