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Leer-Ostendörfer ehren ihre Jubelpaare

Schützen genießen Gemeinschaft

Horstmar-Leer

Ein Vogelschießen hat es coronabedingt nicht gegeben und auch keinen Umzug, dafür aber einen Gottesdienst für die Lebendenden und Verstorbenen des Schützenvereins Leer-Ostendorf, eine Kranzniederlegung sowie ein Dämmer- beziehungsweise Frühschoppen. Gefeiert wurde jeweils in kleinen Runden. Zudem ehrte der Vorsitzende das silberne und das goldene Schützenkönigspaar.

Von Franz Neugebauerund

Impressionen der Festivitäten des Schützenvereins Leer-Ostendorf: Mit einer offenen Kutsche waren die Jubilare unterwegs (oben l.), nachdem die Kranzniederlegung am Ehrenmal (oben r.) erfolgt war. Vorsitzender Christoph Löbbering (unten l.) ehrte auch Ulrike und Bernd Raus. Die Familie hatte das Haus von Irmgard und Bernhard Denkler festlich geschmückt. Fotos: Franz Neugebauer Foto: Fotos: Franz Neugebauer

Das gute Wetter habe er bestellt, scherzte Pfarrdechant Johannes Büll während des Gottesdienstes für die Lebenden und Verstorbenen des Schützenvereins Leer-Ostendorf. Dazu hatten sich dessen Mitglieder in der St.-Cosmas-und-Damian-Kirche versammelt. Der Seelsorger wünschte den Schützen, das sie ihre Gemeinschaft nach den coronabedingten Einschränkungen genießen können, was diese sich nicht zweimal sagen lassen mussten. Doch zuvor fand die Kranzniederlegung am Ehrenmal statt. Dabei gedachte Vorsitzender Christoph Löbbering auch der Menschen, die während der Hochwasser-Katastrophe ihr Hab und Gut oder sogar ihr Leben verloren haben sowie aller anderen Opfern von Naturkatastrophen.

Wegen der Pandemie verzichteten die Schützen wie bereits im vergangenen Jahr auf den Marsch zur Vogelstange und das traditionelle Königsschießen. Gefeiert wurde aber in kleinen Gemeinschaften. Bernhard und Irmgard Denkler durften in der vereinseigenen Kutsche Platz nehmen und eine Runde über den Schöppinger Berg fahren. Die Familie hatte die Anlagen des Jubelpaares mir goldenen Rosen geschmückt.

Die Denklers hatten vor genau 50 Jahren das Königspaar der Ostendörfer gestellt. Noch sehr genau erinnerten sich die Eheleute daran, dass das Wetter auch seinerzeit sehr gut war. Geschossen wurde an Jannings Quelle. Bernhard Denkler wurde mit dem Königsschuss das höchste Ehrenamt im Verein verliehen. Der erfolgreiche Schütze war zuvor Meldereiter, Kutschwagenfahrer, Rechenmeister und Fahnenträger gewesen.

Königin Irmgard berichtete, dass damals die erste Nachbarin Elisabeth Budde für die richtige Frisur gesorgt hatte. Unvergessen geblieben ist auch die nächtliche Heimfahrt von der Gaststätte „Tante Toni“ bis zur Besitzung der Familie Denkler auf den Höhen des Schöppinger Berges weit nach Mitternacht, die recht abenteuerlich war.

Geehrt wurden auch Bernd und Ulrike Raus, die vor einem Vierteljahrhundert die Ostendörfer regierten. Der Vorsitzende überreichte dem Jubilar die silberne Vereinsspange.

Die Nachbarschaft von „Ostendorf City“ hatte dafür gesorgt, dass das silberne Königspaar in offener Kutsche, gezogen von zwei Pferden, den Weg vom Dorf bis zum Eventplatz an der Gaststätte Meis-Gratz zurücklegen konnte. „Es sind zwar bereits 25 Jahre her, dass wir das glückliche Königspaar waren, aber es kommt uns so vor, als wäre es gestern gewesen“, meinten Bernd und Ulrike Raus. Der erfolgreiche Schütze konnte sich sogar an den Königsschuss erinnern, es sei der 176. gewesen. Damit überraschte er seine Frau, die vorher nicht eingeweiht worden war.

Vorsitzender war seinerzeit Engelbert Meis. Es war übrigens das zweitletzte Schützenfest im Saal der Gaststätte „Tante Toni“. Wegen zunehmender Mitgliederzahlen wechselte man in das auf dem Parkplatz vor dem Kalvarienberg aufgestellte Zelt.

„Es steht ein Pferd auf dem Flur“ hieß vor 25 Jahren ein beliebter Ohrwurm in der Hitparade. Berthold Tenkmann begnügte sich allerdings nicht mit dem Lied. Vielmehr sorgte er dafür, dass tatsächlich ein lebendiges Pferd im Flur des Königspaares stand.

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