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Horstmar muss viel Geld in den Hochwasserschutz investieren

Starkregen kostet die Stadt viel Geld

Horstmar

Sauberes Wasser und trockene Keller sind der Stadt wichtige Anliegen – die allerdings nicht ganz billig sind. Im neuen Jahr stehen wichtige Investitionen an.

Von und

Damit die Kläranlage einwandfrei funktioniert, muss die Stadt Horstmar im neuen Jahr viel Geld investieren. So müssen beispielsweise zwei Schnecken des Hebewerkes erneuert werden.

Die schadlose Beseitigung der Abwässer und der Hochwasserschutz genießen bei der Stadt Horstmar eine hohe Priorität. Die Aktivitäten sind dem Finanzplan der Stadtwerke zu entnehmen, der jüngst vom Rat der Stadt einstimmig verabschiedet wurde.

Das Abwasser aus dem Ortsteil Leer fließt über einen tief liegenden Sammler zur Kläranlage und wird durch ein Schneckenhebewerk, bestehend aus zwei Schnecken, in den Zulauf der mechanischen Reinigungsstufe gehoben. Da die fast 40 Jahre alten Schnecken erhebliche Abnutzungserscheinungen aufweisen, müssen diese erneuert werden. Zusätzlich soll die Maschinen- und elektrische Ausrüstung auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Die Kosten der Maßnahmen belaufen sich auf 200 000 Euro.

Im Stadtteil Horstmar sind Maßnahmen gegen Starkregen an der Eichendorffstraße zwischen Fritz-Schulte- und Koppelstraße in einer Länge von 400 Metern vorgesehen. Der Bauablauf der Maßnahme wird wie folgt aufgeteilt: 1. Kanalbau (Ausführung Januar 2022 bis zirka Juni 2022) 2. Versorger - Wasser, Strom, Gas, Glasfaser (Ausführung Juli 2022 bis zirka Oktober 2022); 3. Straßenbau (Ausführung direkt im Anschluss der Versorger, voraussichtlich November 2022 bis März 2023. Dafür muss die Stadt 730 000 Euro bereitstellen.

Bereits begonnen hat der Bau des Regenrückhaltebeckens im Zuge der Erschließungsarbeiten Baugebiet „Im Lau III“. Geplant sind dafür im Jahr 2022 insgesamt 300 000 Euro. Gemäß der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sowie Bundes- und Landesrecht sollen die Gewässer bis zum Jahr 2027 naturnah ausgebaut und ökologisch verbessert werden, damit das Bewirtschaftungsziel eines „guten ökologischen Zustandes“ für die Gewässer erreicht wird.

„Eine wichtige Voraussetzung für die naturnahe Entwicklung von Gewässern und für die Wiederansiedlung von typischen Arten ist die Durchgängigkeit des Bachlaufs für Fische und Kleinlebewesen“, machte die städtische Mitarbeiterin Melanie Wolbeck immer wieder deutlich. Zudem könne der Hochwasser- und Überflutungsschutz verbessert werden. Im Wirloksbach, der neben dem Leerbach zu den berichtspflichtigen Gewässern im Stadtgebiet gehört und der Steinfurter Aa zufließt, liegen vier nahezu baugleiche Querbauwerke beziehungs Sohlabstürze auf Horstmarer Gebiet, zwei weitere im Stadtgebiet von Steinfurt. Sie wurden im Zuge der Gewässerbegradigung eingebaut und stellen seitdem ein Wanderhindernis für die Tiere dar.

Die Stadt Horstmar hat die Ausbau- und Unterhaltungspflicht für die Gewässer im Stadtgebiet an den Unterhaltungsverband „Steinfurter Aa“ übertragen. Bei einer Gewässerschau wurden die Bauwerke mit dem Unterhaltungsverband und dem Kreis Steinfurt als zuständige Behörde angeschaut und man ist übereingekommen, dass eine Herstellung der Durchgängigkeit an den Abstürzen weitgehend im vorhandenen Profil möglich wäre. Dies könnte zum Beispiel durch einen Umbau der Abstürze in Sohlgleiten realisiert werden. Zu den Gesamtkosten in Höhe von 160 000 Euro erwartet die Stadt eine Landesförderung in Höhe von 128 000 Euro. Für die schadlose Beseitigung der Abwässer sind Maßnahmen in einer vierten Reinigungsstufe erforderlich. Die vierte Reinigungsstufe, die der Elimination von Mikroplastik und Mikroschadstoffen und damit der Gewässerreinhaltung des Leerbaches dient, erfolgt auf Kohlefilterbasis. Gebaut werden Filterbecken für Kohlefilter sowie ein zweites Nachklärbecken mit Schieber, der den auf dem Beckenboden abgelagerten Klärschlamm zurück in den Klärkreislauf führt.

Die Gesamtkosten für die vierte Reinigungsstufe belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro. Der Stadt liegt ein Bewilligungsbescheid des Landes NRW über 2,5 Millionen für Planungs- und Investitionskosten vor. Hinzu kommen für Energiesparmaßnahmen insgesamt rund 98 000 Euro. Zu den im Jahr 2022 entstehenden Ausgaben in Höhe von fast 1,1 Millionen Euro ist ein Landeszuschuss von 740 000 Euro geplant.

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