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Gedenken an die Verstorbenen im Trauerwald

Würdevolle Feier im „Waldfrieden“

Horstmar-Leer

Würdevoll und bewegend war die Gedenkfeier im Trauerwald „Waldfrieden“, an der über 100 Besucherinnen und Besucher teilnahmen. Mittlerweile haben dort 1 478 Verstorbene ihre letzte Ruhestätte gefunden. Zum Gelingen trug auch die Sängerin Aylin Ürkmez aus Neuenkirchen bei.

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Aylin Ürkmez (r.) aus Neuenkirchen

Die Sonne blinzelte durch die Zweige, die Vögel zwitscherten um die Wette im Waldgebiet in der Alst am Alster Kreuz. Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher waren am Pfingstsonntag an diesen Ort gekommen, um am Gedenktag im Trauerwald „Waldfrieden“ teilzunehmen. Es war eine gefühlsbetonte, stimmungsvolle Feier, die maßgeblich von Anne Trindeitmar-Behr und Ehemann Holger gestaltet wurde. Die Texte regten an zum Erinnern, zum Träumen und um Abschied zu nehmen.

Zum Gelingen trug auch die Sängerin Aylin Ürkmez aus Neuenkirchen bei, die tags zuvor noch in der Brautmesse von Daniel Heuer Fernandes, Torwart des Fußball-Zweitligisten HSV, in Hamburg gesungen hatte. Manche Träne wurde vergossen, als Anne Trindeitmar-Behr der Verstorbenen gedachte, darunter auch an solche, bei denen keine Angehörigen trauern.

„Trauer braucht Zeit, Zeit um Raum für einen Neubeginn zu schaffen,“ betonte die Rednerin, deshalb finde an jedem ersten Sonntag im Juni der Gedenktag statt. Zweimal musste er wegen Corona ausfallen. Dieses Mal war die Zusammenkunft zum fünften Mal möglich.

Die Kraft des Frühlings in der Ruhe des Waldes mitten in der Natur sei immer wieder besonders und einzigartig, schilderten die Veranstalter die Situation im Wald: man dürfe glücklich sein, dass die Verstorbenen im Waldfrieden eine neue Heimat, ein neues Zuhause gefunden haben, mittlerweile sind es bereits 1478 Tote. Beim gemeinsamen Vater-unser-Gebet wurden auch die Menschen einbezogen, die durch den unsinnigen Krieg in der Ukraine ihre Menschen verloren haben.

Holger Behr berichtete über eine Erweiterung des Friedhofsgeländes um viereinhalb Hektar in unmittelbarer Nähe des jetzigen Areals. Auch dem Parkplatzmangel solle begegnet werden. Ein Antrag sei bei den zuständigen Stellen gestellt worden, jedoch verzögere sich die Genehmigung.

Eine spontane Sammlung brachte 700 Euro zugunsten des Arbeiter-Samariter-Bundes ein.

Bei einer kleinen Stärkung gab es anschließend noch Gelegenheit, sich auszutauschen und der Verstorbenen zu gedenken. Einmal im Monat treffen sich die Hinterbliebenen zum gemeinsamen und zwanglosen Kaffeetrinken im Café Mauritius in Borghorst. Wunsch von Trindeitmar-Behr ist es dabei, außerhalb der eigenen vier Wände Menschen, die sich in der gleichen Situation befinden, kennenzulernen. Gemeinsame Gespräche aber auch weinen und lachen kämen dabei nicht zu kurz. Das Büro von „Waldfrieden“ ist in Horstmar, Schöppinger Straße 11, Telefon 0 25 58/6 05 99 25, zu erreichen.

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