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Felix Leiers beendet seine Zahntechniker-Ausbildung im Dentallabor Bornemann

Als Kammer-Bester an die Uni

Laer

Ernst Bornemann hätte seinen Auszubildenden Felix Leiers gerne im eigenen Dentallabor übernommen. Doch der 23-jährige frischgebackene Zahntechniker, der als Prüfungsbester im Bezirk der Handwerkskammer Münster ausgezeichnet worden ist, hat andere Pläne. So will das junge Talent an die Universität wechseln, um Zahnarzt zu werden. Damit setzt Felix Leiers eine Familientradition fort.

Von Axel Rollund

Glückwunsch zur besten Zahntechniker-Ausbildung im Kammerbezirk: Ernst (l.) und Jan (r.) Bornemann sowie Zahntechnikermeister Buchard Kracht (2.v.r.) gratulieren Foto: Axel Roll

Vater und Sohn wussten schnell, dass sie mit ihrem neuen Lehrling ein besonderes Talent an Land gezogen hatten. Dass Felix Leiers bei seiner Ausbildung als Zahntechniker aber derart glänzen würde, das hätten weder Ernst und Jan Bornemann noch Meister Burchard Kracht geahnt. Jetzt haben es alle schwarz auf weiß: Der 23-jährige Billerbecker ist als Prüfungsbester im Bezirk der Handwerkskammer Münster ausgezeichnet worden. Bei aller Freude über diesen tollen Erfolg: Jetzt heißt es Abschied nehmen. Felix wechselt zur Uni nach Münster, um Zahnarzt zu werden.

„Mit so einer Auszeichnung kannst Du natürlich nicht rechnen“, blickt Felix Leiers auf die zweigeteilte Zahntechniker-Prüfung zurück. Klar, er sei bestens vorbereitet gewesen. „Aber da kann so viel schief gehen, dass ich schon ein mulmiges Gefühl hatte.“ Das sich im Nachhinein als völlig unbegründet herausgestellt hat. Teil des Erfolgs, das betont der frischgebackene Zahntechniker, sei die Unterstützung im Laerer Betrieb gewesen. „Ich konnte üben, so lange ich wollte.“ Außerdem seien ihm wie selbstverständlich alle notwendigen Materialien, wer selbst künstlichen Zahnersatz im Mund hat, weiß, dass der nicht gerade billig ist, zur Verfügung gestellt worden.

Den Wechsel an die Universität kann das Bornemann-Team natürlich gut verstehen. Zumal Felix Leiers erblich vorbelastet ist. Vater, Großvater und Urgroßvater, alle sorgten im nahen Billerbeck für gesunde Zähne in der Domstadt. Für den jüngsten Leiers-Spross war es aber beileibe keine Selbstverständlichkeit, in die väterlichen Fußstapfen zu treten. „Ursprünglich wollte ich etwas Kreativeres machen.“ Da kam ihm die Idee von einer Ausbildung. Nach dem Umweg über ein anderes Zahnlabor hatte er am Hagenbach in Laer seine berufliche Heimat gefunden. Und damit das Zahntechniker-Handwerk schätzen gelernt. „Du musst unheimlich präzise und genau arbeiten. Dabei kommt die Kreativität nicht zu kurz. Von der Stange gibt es hier nichts. Jede Arbeit ist individuell“, weiß Felix Leiers. Und erst die Ästhetik: „Gibt es etwas Schöneres als ein Lächeln?“, fragt er.

Mit der Ausbildung hat Felix Leiers, wie er findet, ein ideales Fundament für sein Studium gelegt. „Die Praxis kommt dort erst nach zwei Jahren. Dabei besteht der spätere Beruf ja nur daraus“, wundert sich der Billerbecker. Viele Studenten merkten erst nach den vier Semestern, ob Zahnarzt für sie die richtige Berufswahl ist. „Da bin ich schon ein ganzes Stück weiter.“

Ernst Bornemann hätte den 23-Jährigen natürlich gerne übernommen. „Gute Fachkräfte sind in unserem Handwerk schwer zu bekommen.“ Vor dem Hintergrund, dass das Dentallabor gerade eine Dependance in Münster an der Schorlemerstraße eröffnet hat, drückt der Personal-Schuh gerade besonders. So hofft er auf die künftigen Jahrgänge an Auszubildenden. „Wir beschäftigen jedes Jahr wenigstens einen oder zwei.“ Wenn die dann auch mal Kammer-Bester werden. . .

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