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Erster Zukunftsworkshop mit Martin Setzkorn auf dem Kirchplatz

Ein Ort zum Verlieben

Laer

Zahlreiche Wünsche, Ideen und Anregungen brachten die Teilnehmenden des ersten Laerer Zukunftsworkshops ein, den Martin Setzkorn leitete und moderierte. Als Zukunftsmanager setzt sich der Mediengestalter seit dem 1. Mai für die Attraktivitätssteigerung und Belebung des Dorfkerns ein.

Von Sabine Niestert

Workshopleiter Martin Setzkorn teilt die Gruppen ein. Der Zukunftsmanager moderiert den Abend auch. Fotos: Sabine Niestert Foto: Fotos: Sabine Niestert

Als Zukunftsmanager sprüht er geradezu vor Ideen. Doch die kann und will Martin Setzkorn, der seit dem 1. Mai für die Attraktivitätssteigerung und Belebung des Laerer Dorfkerns zuständig ist, nicht alleine umsetzen. Dazu bedarf es der Beteiligung möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger, die am Mittwochabend zum ersten Laerer Zukunftsworkshop eingeladen worden sind.

Dank der Gastfreundschaft von Pfarrer Andreas Ullrich kann die Premiere-Begegnung im Freien auf dem heimischen Kirchplatz stattfinden. Im Schatten der Bartholomäuskirche lässt es sich trotz tropischer Temperaturen ohne Maske gut aushalten. Nervig ist nur der stetig vorbeirauschende Verkehr auf der Hohen Straße, an den sich die geplagten Ohren gezwungenermaßen gewöhnen müssen. Weitaus wohl tunender und belebender klingt da die Livemusik von Wollo Seidel und Hans-Ralf Waterkamp von der Volker-Leiss-Band.

„Wir können den Ort nur gemeinsam entwickeln“, appelliert Bürgermeister Manfred Kluthe an die Besucherinnen und Besucher, sich möglichst zahlreich mit Mut und „ohne Denkverbote“ in den Prozess einzubringen. Dass die Gemeinde diesen Workshop veranstalten könne, liege am Sofortprogramm Innenstadt des Landes Nordrhein-Westfalen, gibt Martin Setzkorn zu bedenken. Diesem verdankt der ausgebildete Mediengestalter, der lange selbstständig war, auch seine Einstellung, die zunächst einmal bis zum 31. Dezember 2023 gesichert ist.

Wünsche

Gemeinsam mit dem Verwaltungschef kämpft der Zukunftsmanager gegen die Leerstände und Verödung des Dorfkerns, um diesen nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten. Laer soll ein Dorf zum Verlieben werden.

Durchaus gewillt dabei ein Wörtchen mitzureden, zeigen sich die Teilnehmenden, die zunächst in drei Gruppen aufgeteilt werden. „Was ist gut in Laer?“ lautet die Frage an das erste Team, „Was ist schlecht an Laer?“ an das zweite und „Was wünscht sich Laer?“ an das dritte. Nach der Ideen-Aufnahme füllt sich die aufgehängte Wäscheleine recht schnell mit den auf Papier geäußerten Wünschen, Kritiken und Anregungen. Ob „Kleines Hotel“, „Mehr Windkraftanlagen“, „Gemeinschaftsgarten“, „Freies WLAN“, „Wieder eine Drogerie“ oder „Mehr Wahnsinn wagen“, lauten nur einige der Äußerungen, die noch ausgewertet werden sollen. Einen Ort ohne Lkw wünscht sich vermutlich jeder. Dafür haben schon mehrere Generationen und einige Vorgänger von Bürgermeister Kluthe – bisher leider vergeblich – gekämpft.

Was sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Holthausen wünschen, haben bereits die Verantwortlichen des im Frühling gegründeten Dorfentwicklungsvereins im kleineren Ortsteil abgefragt. Dessen Vorsitzender Marcel Barnemann, sein Stellvertreter Matthias Hackmann sowie Beisitzer und Ortsvorsteher Klemens Tacke nutzen die gute Gelegenheit, um zu ergründen, ob die Interessen von Holthausen und Laer in Einklang zu bringen sind.

Mehr Konzerte

„Mehr Kultur und Konzerte“ verspricht Mona Linden­au, die Nachfolgerin der bisherigen Laerer Kulturmanagerin, Gudrun Homann, ist, und mit dem Zukunftsmanager in der neu errichteten Geschäftsstelle arbeitet, die sich in der ehemaligen Ewaldi-Apotheke befindet, nicht nur Kulturfreundin Franziska Lengers, sondern allen Fans der schönen Künste.

Einen Bebauungsplan für die andere Seite der Hohen Straße sowie eine Gestaltungssatzung, damit kein „Wildwuchs“ entsteht, fordert Ulrike Kluck, die sich schon lange dafür einsetzt, dass der Dorfcharakter von Laer erhalten bleibt.

Gesellschaftlich gut aufgestellt sieht David Potthoff das Ewaldidorf. Dass macht er am breitgefächerten Vereinsleben fest. Ob der TuS Laer 08, der Heimatverein oder die Vereinigten Schützen, sie alle seien auf einem guten Weg und verständen es, viele Mitglieder an sich zu binden. Dass das auch für Neubürger gilt, bestätigt der Zukunftsmanager, der vor fast sechs Jahren nach Laer gekommen ist, im TuS angefangen hat und dann bei den Schützen gelandet ist.

TuS und Schützen

Applaus vom Publikum gibt es nicht nur für die zahlreichen Wortbeiträge, sondern auch für das Referat von Yasemin Örlu Köksal. Sie arbeitet für die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt und ist für die Gründungsberatung im Kreis zuständig. Als solche stellt sie einen „Leitfaden für Existenzgründungen“ vor. Wie viele andere, gratuliert sie Ann-Christin Böske und Ashlie Dixon, die an diesem Abend die Getränke und Snacks ausgeben, zu ihrem Mut, im ehemaligen Ladenlokal von Eberhard und Maria Claas ein neues Café zu errichten. Dabei wurden und werden die beiden jungen Frauen natürlich vom Zukunftsmanager unterstützt.

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