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Zukunftsmanager Martin Setzkorn soll den Ortskern beleben

Erlebnisraum und Lieblingsort

Laer

Als eine Art Netzwerker zwischen Eigentümern, Gewerbetreibenden, Händlern, Gastronomen, Handwerkern und der Bevölkerung sieht sich Martin Setzkorn. Der 1977 geborene Düsseldorfer arbeitet seit dem 1. Mai als Zukunftsmanager für die Gemeinde Laer. Der ausgebildete Mediengestalter will den Ortskern zum Erlebnisraum und Lieblingsort für die Bürger machen. Seine Stelle ist bis zum 31. Dezember 2023 gesichert.

Von Sabine Niestertund

Sie wollen dem Leerstand entgegen wirken und ziehen an einem Strang, wenn es um die Veredelung des Laerer Dorfkerns geht: Zukunftsmanager Martin Setzkorn (l.) und Bürgermeister Manfred Kluthe. Foto: Gemeinde Laer

Mit Beginn der Sommerferien dürfte es auch für Martin Setzkorn ein wenig ruhiger werden. Er ist seit dem 1. Mai – einer sehr turbulenten Zeit – als Zukunftsmanager der Gemeinde Laer unterwegs und hat sich der Attraktivitätssteigerung und Belebung des Dorfkerns verschrieben. „Der muss ein Erlebnisort für die Laererinnen und Laerer werden“, betont der 1977 in Düsseldorf Geborene. „Veredelung statt Verödung“ lautet sein Motto.

Dass der neue Mitarbeiter der Gemeinde voller Einfälle und Ideen steckt, hat bereits der Haupt- und Finanzausschuss erfahren, in dessen jüngster Sitzung, Martin Setzkorn sich persönlich vorgestellt hat. Auch die Mitglieder des Unternehmernetzwerkes Laer zeigten sich nach einem Besuch von seinen Plänen und Initiativen beeindruckt.

„Doch, wie kann sich eine kleine finanzschwache Gemeinde wie Laer überhaupt einen zusätzlichen Posten leisten und was macht ein Zukunftsmanager überhaupt?“, mögen sich kritische Stimmen fragen. Die Antwort gibt Bürgermeister Manfred Kluthe. Wie er erklärt, liegt der Einstellung des ausgebildeten Mediengestalters, die bis zum 31. Dezember 2023 gesichert ist, ein entsprechender Förderantrag zugrunde, der positiv beschieden worden ist. Den hat die Gemeindeverwaltung beim dritten Aufruf für das Sofortprogramm Innenstädte und Zentren bei der Landesregierung NRW über die Bezirksregierung erfolgreich gestellt.

„Mit 62 500 Euro wird die Stelle des Zukunftsmanagers gefördert“, freut sich der Verwaltungschef, dass es mit Hilfe dieser Landesmittel gelingt, den zunehmenden Problemen, die für das Schwinden der Geschäfte und Dienstleistungen im Ortskern verantwortlich sind, mit dem Einsatz von Martin Setzkorn entgegenwirken zu können.

Gemeinsam haben die beider Männer innerhalb nur eines Monats eine Strategie entwickelt, diesen Problemen zu begegnen. „Vernetzen, Leerstände mit neuen Konzepten fördern, Aufenthaltsqualität steigern, Mikroklima durch mehr Grün verbessern, Lastenräder statt Lkw, viele Anreizen schaffen und daneben Workshops und Aktionen starten“, lauten nur einige ihrer Stichworte, mit denen sie den Ortskern nachhaltig und zukunftssicher machen wollen.

„Die Entwicklung im Onlinebereich können wir nicht mehr aufhalten“, weiß der Mediengestalter, der lange Zeit selbstständig war und sich im Bereich Online-Handel und -marketing bestens auskennt. Er verspricht, die Geschäfte vor Ort durch gezielte Beratung zu unterstützen. Diese erfolgt entweder in der neuen Geschäftsstelle, die sich in der ehemaligen Ewaldi-Apotheke befindet, oder direkt im Laden.

„Es braucht aber auch neue Läden mit innovativen Konzepten und besonderen Produkten“, erklärt der Experte, der dabei beispielsweise an eine Manufaktur, ein Unverpackt-Laden, regionale Lebensmittel, Handgemachtes oder einen Co-Working-Space denkt. Dazu müsse man neben den bestehenden Traditionsgaststätten mit gut bürgerlicher Küche noch mehr gastronomische Angebote schaffen, die einen Mittagstisch anbieten. Denkbar wären auch eine Röstbar sowie ein Pfannkuchen-, Flammkuchen-, Kartoffel- oder Steakhaus. Wichtig sei es, einen guten Ruf über den Ort hinaus zu erzeugen, so das Laer eine ausreichende Anzahl von Gästen bekommt.

„Der Ewaldibach oder der Schwanenteich würden sich jedenfalls hervorragend eignen, um dort ein kleines, aber feines Restaurant oder ein Café anzusiedeln“, rät der Fachmann, die Alleinstellungsmerkmale von Laer besser zu nutzen.

Zur Förderung der neuen Konzepte hat der Zukunftsmanager vom Bürgermeister Landesfördermittel zur Verfügung, die er zur Reduzierung der Ladenmieten bis zum 31. Dezember einsetzen wird. Ein wichtiges Kriterium dabei ist, dass der Eigentümer auf 30 Prozent der bisherigen Altmiete verzichtet. So leistet er selbst auch einen Beitrag zur Leerstandsvermeidung im Ortskern und profitiert von der garantierten Mietzahlung. Die neuen Mieter beziehungsweise Pächter bekommen hingegen durch die sehr geringe monatliche Belastung (20 Prozent der Altmiete) einen sanften Start in ihre Unternehmung.

„Gefördert werden können alle Konzepte, die zukunftsfähig sind, Frequenz in den Ortskern bringen und insgesamt zur Belebung beitragen“, erklärt Bürgermeister Kluthe. Dass gelte aber nicht für Vorhaben, die außerhalb der Konzentrationszone des Ortskerns liegen und nicht für die Allgemeinheit geöffnet werden könnten, und damit auch keinen Publikumsverkehr zuließen. Deswegen seien Parteibüros, verschlossene Vereinslokale oder gar Wohnungen nicht im Sinne des Förderprogramms.

„Die ersten Projekte sind schon angestoßen“, berichtet Martin Setzkorn, der bereits eine „wahre Aufbruchstimmung“ spürt. Damit es erfolgreich weitergeht, bitten der Bürgermeister und er alle Eigentümerinnen und Eigentümer, den neuen kreativen Nutzungen eine Chance zu geben.

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