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Sonnenschein begleitet Festivitäten zum silbernen Priesterjubiläum von Andreas Ullrich

„Es ist gut, dass wir Dich haben“

Laer

Schönster Sonnenschein begleitete das Festhochamt auf dem alten Friedhof und den anschließenden Empfang im Pfarrhausgarten anlässlich des silbernen Priesterjubiläums von Pfarrer Andreas Ullrich. Der Seelsorger konnte zahlreiche Glückwünsche und Geschenke entgegen nehmen.

Von Sabine Niestertund

Pastor Andres Ullrich (Mitte), Pater Adalbert Mantubu (l.) und Pfarrer Foto:

Pfarrer Andreas Ullrich strahlt mit der Sonne um die Wette. Kein Wunder, ist es doch sein Ehrentag. Schließlich feiert er an Mariä Himmelfahrt sein silbernes Priesterjubiläum. Coronabedingt zwar einige Wochen verspätet, doch der zeitliche Aufschub erweist sich im Nachhinein sogar als Glücksfall. So strömen zahlreiche Gemeindemitglieder am letzten Sonntag in den Sommerferien zum Festhochamt zum alten Friedhof an die Darfelder Straße, den der Jubilar, sein „Mitstreiter“ Pater Adalbert Mantubu und Pfarrer Hans-Peter Marker von der Evangelischen Schwestergemeinde gemeinsam zelebrieren. Für den festlichen Rahmen sorgen die Fahnenabordnungen der Vereine und Verbände.

Dass der Seelsorger es als Leitender Pfarrer der Kirchengemeinde Heilige Brüder Ewaldi mit den drei Standorten Laer, Holthausen und der Beerlage in den vergangenen sechs Jahren nicht immer leicht gehabt hat, räumt Pfarreiratsvorsitzender Clemens Hullermann in seiner auf plattdeutsch gehaltenen Laudatio ein. Umgekehrt hätten es die kirchlichen Gremien und Gemeindemitglieder aber auch nicht immer leicht mit ihm, dem „Charakterkopf“ und „Mensch der Tat“, der sage, was er denkt und tue was er sagt, ohne vorher lange darüber zu reden.

Beide Seiten hätten da noch „dicke Bretter zu bohren“, um das „Schiff der Gemeinde“ gemeinsam und sicher durch die raue See zu steuern. Doch bis zum Goldenen Priesterjubiläum hätte man ja noch einige Zeit, gibt der Festredner schmunzelnd zu bedenken. „Es ist gut, dass wir Dich haben“, lautet sein abschließendes Resümee, das die Festgemeinde mit einem zustimmenden Applaus honoriert.

Zu den zahlreichen Besuchern des Gottesdienstes und des anschließenden Empfangs im Pfarrhausgarten gehören nicht nur die Stammfamilie des Geistlichen, sondern auch Weggefährten aus der Studien- und Militärzeit, Schützen von der Diözese „weil ich da ja auch ein Pöstchen habe“, sein Vorgänger Johannes Gospos, Diakon Matthias Fraune und Bürgermeister Manfred Kluthe. Sie und alle anderen erfahren, dass der Wechsel nach zwölfjähriger Amtszeit als Militär- zum Gemeindepfarrer eine ziemliche Umstellung für Andreas Ullrich gewesen ist. So habe er heute mit eingerüsteten Kirchtürmen, kaputten Fenstern, einem Krankenhaus mit Gelände und mit „Charakterköpfen“ in Laer, Holthausen und der Beerlage zu tun. Dabei käme ihm zugute, dass er es gelernt habe, in der „Lage zu leben“.

„Unser Leben ist nur ein Versuch“, zitiert der Jubilar und Diözesanpräses einen Spruch, dem ihm der Künstler Ottmar Alt – er hat die einzigartige Fahne der Vereinigten Schützen gestaltet – in ein Bibelgeschenk geschrieben hat. Das gelte vom ersten bis zum letzten Atemzug. Wichtig sei, was der Mensch daraus mache. Sein „Versuch“ habe vor 56 Jahren begonnen und sei mit vielen Anfängen und Neuanfängen sowie mit einigen „Trials“ und „Errors“, aber auch guten Erfahrungen und Erfolgen verbunden gewesen.

Stolz sei er beispielsweise auf die „Unterwegs-Kirche“, die einzigartig im Münsterland sei. Die bestehe aus einem Wagen mit vier Rädern und vielen Helfern, die die rollende Kirche zu ihren jeweiligen Einsatzorten im Freien bringe. „Inzwischen schaffen wir es schon in drei Minuten sie aufzubauen“, lobt der Seelsorger den flotten Einsatztrupp, der an diesem Sonntag eindeutig mehr zu tun hat als sonst.

Die Afghanistan-Krise, die Corona-Pandemie und die Flutkatastrophe forderten die Menschen besonders heraus, die natürlich Fehler machten, weil sie mit neuen, ihn unbekannten Situationen konfrontiert würden. Auch die Kirche sei menschlich so wie das „Stückwerk des Pastors“ und „unserer aller Stückwerk“, bekennt der Geistliche, dessen Offenheit die Gläubigen mit Beifall belohnen. Die meisten von ihnen gehen nach dem Festhochamt noch in den Pfarrhausgarten. Dort gibt es stärkende Süßigkeiten, bevor der Gastgeber zum Mittagessen vom Grill einlädt. Zuvor kann dieser noch zahlreiche Geschenke und Glückwünsche entgegennehmen. Ein Ständchen bringen der Kirchenchor und Laer Cappella unter Leitung von Arndt Winkelmann dem Jubilar. Die Stimmung ist prächtig und die Besucher genießen es, zum ersten Mal seit langem Freunde und bekannte in lockerer Runde und Atmosphäre wiederzutreffen.

Helfer sorgen am Eingang dafür, dass sich die Besucher registrieren und in Listen eintragen. Zudem gilt natürlich die Drei-G-Regel.

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