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Gemeinde generiert Wohnraum im „Waldschlösschen“

Flüchtlinge beziehen ehemaliges Hotel

Laer

Die Lage ist nicht mehr ganz so angespannt wie noch vor vier Wochen: Die Gemeinde Laer hat weiteren Wohnraum für Geflüchtete generiert. Rund 20 Personen aus der Ukraine können im „Waldschlösschen“ untergebracht werden.

20 Flüchtlinge aus der Ukraine sollen über den Winter im ehemaligen Hotel des „Waldschlösschens“ unterkommen. Vor dem Gebäude hat die Gemeinde bereits einen Küchencontainer aufgestellt.

Der Aufnahmedruck ist enorm und die Ungewissheit, wie es in der Ukraine in der nächsten Zeit weitergeht, macht die Lage für die Kommunen, die verpflichtet sind, Flüchtlinge aufzunehmen, nicht gerade leichter. Das machte während der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses Matt­hias-Holger Reher vom Fachreich für Bürgerdienste und ordnende Verwaltung – dieser ist mit der Materie befasst – deutlich.

So informierte der Verwaltungsmitarbeiter das Fachgremium unter dem Vorsitz von Margarete Müller (CDU) über die aktuelle Lage der zurzeit in Laer lebenden Flüchtlinge und Asylbewerber. Dabei handelt es sich natürlich nicht nur um Menschen aus der Ukraine, sondern auch aus anderen Ländern, wie beispielsweise Syrien. Einige Familien aus der Ukraine seien bereits wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, doch es müsse ständig mit Neuzuweisungen aus Arnsberg gerechnet werden, so Reher. Glücklicherweise sei die Lage momentan nicht ganz so angespannt wie beispielsweise vor vier Wochen, weil es der Gemeindeverwaltung inzwischen gelungen sei, weiteren Wohnraum vor Ort für die Flüchtlinge zu generieren.

Die nächste Krise

Ohne die Bevorratung von Wohnraum, die sich auf der Kostenseite der Gemeinde natürlich niederschlüge, stände man ständig in dem Zwang, ad hoc Unterbringungsmöglichkeiten für die Gestrandeten parat zu haben. Das könne auch schon mal zu schlaflosen Nächten führen, gestand der Fachbereichsleiter, der sich seit seiner Amtsübernahme im ständigen Krisenmodus befindet, was auch für seine Mitarbeitenden gilt. Nachdem es an der Corona-Front ein wenig ruhiger geworden ist, fordern die Folgen des Kriegs von Putin gegen die Ukraine das Personal. Nicht zu vergessen die Wirtschafts- und Energiekrise.

Um so glücklicher zeigte sich Reher, dass die Gemeinde Laer voraussichtlich ab dieser Woche rund 20 Geflüchtete aus der Ukraine im „Waldschlösschen“ unterbringen kann. Man habe entsprechende Gespräche mit dem aktuellen Inhaber sowie dem künftigen Eigentümer bereits zu Beginn des Krieges geführt. Deren Zustimmung habe es allerdings erst im zweiten Anlauf gegeben. Im ehemaligen Hotel an der Darfelder Straße ständen 20 Zimmer zur Verfügung, die die Gemeinde mit erwachsenen Einzelpersonen und Paaren belegen wolle.

Täglicher Ansprechpartner vor Ort

Weniger geeignet zur Nutzung durch die neuen Bewohnerinnen und Bewohner sei die Hotelküche, deren Gerätschaften viel zu groß seien. Deswegen habe die Verwaltung bereits draußen einen Küchencontainer aufgestellt. Zudem wolle man sich um Fahrräder bemühen, mit denen die Menschen vom „Waldschlösschen“ ins Dorf gelangen könnten. Zur Not gehe es sicherlich auch zu Fuß.

„Wir werden einen täglichen Ansprechpartner vor Ort einsetzen“, versprach der Fachbereichsleiter, der zu bedenken gab, dass die Gemeinde eine begleitende Betreuung dem Objekt und seinem Besitzer schuldig sei. Schließlich handele es sich nicht um ein Abrissgebäude, sondern um eine Immobilie, die der künftige Besitzer auf Dauer anders nutzen wolle. Deswegen sei die Belegung auch nur bis zum April nächsten Jahres begrenzt, sprich, es handelt sich um keine „Ewigkeitslösung“, wie Reher abschließend bemerkte. Trotzdem bezeichnete er das Waldschlösschen als eine „sehr gute Lösung“, die die Gemeinde und alle Betroffenen erst mal über den Winter bringt und eine menschenwürdige Unterbringung sichert.

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