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Aufstellungsbeschluss für B-Plan „Cösters Kamp II“

Fronten nach wie vor verhärtet

Laer

Die Diskussion um die Aufstellung des Bebauungsplanes „Cösters Kamp II“ währt schon seit Jahren. Die Vorstellungen von Investor und Planungsbüro einerseits und den Anliegern andererseits, sind nach wie vor nicht kompatibel. „Das ist eine unendliche Geschichte“ meinte Dr. Reinhard Lülff im Ausschuss für Bauen und Umwelt, der sich zum wiederholten Mal mit der schwierigen Thematik befasste.

-rgs-

„Das ist eine unendliche Geschichte“, kommentierte Dr. Reinhard Lülff (CDU) die Diskussion um die Aufstellung des Bebauungsplanes „Cösters Kamp II“. Die war erneut Thema im Ausschuss für Bauen und Umwelt. Die Vorstellungen von Investor und Planungsbüro einerseits und den Anliegern andererseits sind nach wie vor nicht kompatibel. Die Geister scheiden sich an Art und Umfang der Bebauung. Die Anwohner kritisieren die Massivität einiger Gebäude, deren Höhe und Dachformen sowie die äußere Gestaltung.

Die ersten Versuche, den Bereich Cösters Kamp städtebaulich zu ordnen, reichen bis ins Jahr 1993 zurück. Da die Grundstückseigner aber kein Land für die Erschließungsstraße abgeben wollten, stellte die Gemeinde Laer als Planerin die Bemühungen ein. Ein Planungsbüro aus Laer unternahm 2011 einen erneuten Versuch. Ergebnis war die Verkleinerung des Planbereiches und 2012 die Aufstellung des Bebauungsplanes „Cösters Kamp I“ mit nur vier Grundstücken an der Darfelder Straße.

Es folgten wechselnde Investoren, die die Restfläche komplett überplanen wollten. Auch die mehrfach überarbeiteten Pläne, die 2017 und 2018 vorgestellt wurden, überzeugten die Anlieger nicht. Mittlerweile hat ein Investor aus Steinfurt fast alle Grundstücke im Plangebiet erworben. Seine Entwürfe lehnte der Gemeinderat 2019 ab. Das Büro Wolters Partner aus Coesfeld wurde vom Investor mit der weiteren Entwurfsplanung betraut, die einen Kompromiss zwischen Anwohnern und Investor bewirken soll.

Das Plangebiet „Cösters Kamp II“ wird durch die Darfelder Straße, die Löchtefeldstiege, die Straße Am Bach und den Engen Steinweg eingegrenzt. Die Planung sieht Bereiche mit klassischer Einfamilienhausbebauung, Doppelhäuser und vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 32 Wohneinheiten vor. „Von Ost nach West steigert sich das Volumen der Gebäude“, so Martin Wolf, Fachbereichsleiter Infrastruktur und Bauen, im Ausschuss. Wie er betonte, sei „die Mächtigkeit der Gebäude eine politische Entscheidung“. Außerdem stehe das Verfahren noch ganz am Anfang, es gebe nur einen Vorentwurf und man wolle die Bürger nicht ausschließen.

Zwischenzeitlich hat allerdings der neue Investor eine Bauvoranfrage für die Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern und den Umbau eines Wohnhauses in ein Mehrfamilienhaus an der Löchtefeldstiege beim Kreis Steinfurt gestellt. Der Laerer Bauausschuss hat die Bauvoranfrage bereits zweimal abgelehnt. Doch der Kreis hat mitgeteilt, dass er sich dieser Entscheidung nicht anschließen und die Bauvoranfrage genehmigen wird. Somit hat der Investor ein Druckmittel gegenüber der Gemeinde. Um die Planungshoheit nicht aus der Hand zu geben, hat die Verwaltung vorgeschlagen, einen Beschluss zur Aufstellung des Bebauungplanes Nr. 50 „Cösters Kamp II“ zu fassen. Dem folgte der Ausschuss einstimmig. Der Rat wird nun über den neuen Entwurf von Investor und Planungsbüro beraten und ebenso Anregungen und Bedenken der Bürger abwägen. Der Kampf geht also in die nächste Runde.

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