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Fahrradtour mit Konrad Huster führt um die Gemarkung Laer

Gemeinsam über Stock und Stein

Laer

Er ist 83 Jahre alt und radelt immer noch ohne Motor. Gemeint ist Konrad Huster, der wieder seine bewährte Tour um die Gemarkung der Gemeinde Laer angeboten hat. An der „Prominenten“-Tour nahm zum ersten Mal Bürgermeister Konrad Klute teil. Zudem waren zahlreiche Fans dabei.

Von Sabine Niestertund

Zum Ende der Radtour rund um die Gemarkung Laer, die abermals Konrad Huster (l.) geleitet hat, stellen sich alle Teilnehmenden – darunter auch Heimatvereinsvorsitzender Detlev Prange (6.v.r.) und Neuling Bürgermeister Manfred Kluthe (r.) zum Erinnerungsbild auf.Fotos: Sabine Niestert Foto: Fotos: Sabine Niestert

Wahnsinn, nur zwei sehr kurzfristige Aufrufe in der Zeitung und die „Fangemeinde“ von Konrad Huster ist wieder am Start. Selbst Siegfried Klein will sich die Tour des Heimatfreundes rund um die Gemarkung Laer an diesem Samstag nicht entgehen lassen. Allerdings ist der Hobby-Fotograf und Filmer aus Horstmar nicht mit dem Rad, sondern mit dem Auto unterwegs, um die über 30-köpfige Gruppe beim Start auf dem Laerer Rathausplatz und bei ihrer Mittagspause an der Erlöserkirche in der Burgmannstadt in Bildern festzuhalten. Dazwischen liegt eine vielfältig beeindruckende Strecke, nette Gespräche von Sattel zu Sattel und die ein oder andere Verschnauf- und Trinkpause, das alles bei schönstem Radelwetter.

Vorneweg natürlich Konrad Huster, der auch mit seinen inzwischen 83 Jahren immer noch auf seine eigene Muskelkraft setzt und auf den unterstützenden Hilfsmotor verzichtet. Nicht so die meisten Teilnehmenden – darunter auch viele neue Gesichter – , die ihre E-Bikes zu schätzen wissen. Schließlich sollen sie an diesem Tag insgesamt an die 50 Kilometer zurücklegen und die Strecke führt über Stock und Stein, Wälder und Felder und manche Huckelpiste. Doch das sind die Radelfreunde – die meisten von ihnen sind bei den Ausflügen des Heimatvereins stets dabei – gewöhnt.

Ein neues Gesicht in der eingeschworenen Gemeinschaft ist Bürgermeister Manfred Kluthe. Er hätte gerne seine Frau Nadine und die Töchter mitgebracht, was krankheitsbedingt leider nicht möglich ist. Ohne Ehepartnerin – ihr war die Strecke zu lang – ist auch Detlev Prange unterwegs. Der neu gewählte Vorsitzende des Heimatvereins kennt die Strecke schon recht gut. Schließlich hat er sie mindestens drei Mal gemeistert.

Dieses Mal sitzt der ehemalige Laerer Bürgermeister allerdings auch auf einem E-Bike. Ist auch besser so, denn das agile Trüppchen ist doch recht flott unterwegs. Dafür dass keiner verloren geht, und die Lücken zwischen den einzelnen Grüppchen nicht zu groß werden, sorgen Helfer, die an ihren orangenen Warnwesten zu erkennen sind. Das Schlusslicht bildet nach bewährter Tradition Reinhold Vinnenkötter aus Holthausen. Zudem achtet jeder und jede auf seinen Nebenmann beziehungsweise auf seine Nebenfrau, denn Gemeinschaft, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft werden in der Runde groß geschrieben.

„Gut Fahrt, gut Rad, kein Platt“, lautet der fromme Wunsch am Anfang, der zum Glück in Erfüllung geht. Vom Rathausplatz, durch die Wieske in Hothausen geht es zunächst in Richtung Altenberge. Nach der Aa-Brücke gibt es eine Rast an einer imposanten Flatterulme, deren Alter auf 300 bis 370 Jahre geschätzt wird. Sie bildet ein herrliches und beliebtes Fotomotiv und bietet erfrischenden Schatten. Noch besser scheint der Blick von oben zu sein, den Bürgermeister Kluthe genießt, nachdem er den mächtigen Stamm flink erklommen hat. Nach dieser ersten Verschnaufpausen, die fast alle nutzten, um zu trinken und ihren ersten mitgebrachten Proviant zu verzehren, geht es auch schon weiter.

Und, was ist, wenn sich unterwegs die Blase meldet? Eigentlich kein Problem, denn es gibt ja einige Felder und Wälder, die auch den Frauen das Austreten in freier Natur ermöglichen. Schwieriger wird es natürlich bei Knieproblemen. Doch auch dafür gibt es eine Lösung in Form einer gastfreundlichen Landwirtin, die ihre Toilette auf Anfrage von Konrad Huster freundlicherweise zur Verfügung stellt. Danach kann es erleichtert weiter gehen.

Doch die „Pippi“-Pause hat ein bisschen Zeit gekostet, was der Hauptorganisator per Handy Alex­ander Becker meldet. Der Prädikant steht im schmucken Garten der Erlöserkirche in Horstmar am Grill und weiß nun genauer, wann er die ersten Würstchen und Steaks auf den Grill legen muss. Eigentlich sollte der Presbyter mitfahren, doch da dieser gesagt hat, dass er besser radeln als grillen kann, hat Konrad Huster ihn gleich beim Wort genommen. Bevor die Runde an der Hagenstiege eintrudelt, kreuzen sie Kümper, Westenfeld und einige Höfe. Vorbei geht es an der Müllkippe, der B 54, durch das Senioreneck und den Kilometerbusch. Bürgermeister Kluthe dankt dem Gastgeber in Horstmar, Konrad Huster und dem Heimatverein Laer. Er freut sich darüber nicht nur die Umgebung von Laer, sondern auch die Nachbargemeinden und ihre Menschen näher kennenzulernen.

Beim zweiten Teil nach der Mittagsrast werden die Radler richtig durchgeschüttelt, denn es geht über manche Huckelpiste sowie über eine enge Brücke, die nur im Gänsemarsch zu meistern ist. Richtig gemütlich – weil breit und glatt – ist dagegen der fertig gestellte Bürgerradweg, über den es von Holthausen nach Laer zurückgeht. Während sich die ersten schon unterwegs verabschieden, steuert das Gros das Haus Rollier an, wo Franz Lengers die „müden Krieger“ mit einer frisch gedeckten Kaffeetafel zum krönenden Abschluss erwartet. Damit endet ein gelungener Ausflug mit „Konrad“, der bereits vor sechs Jahren seine „Abschiedstour“ beim Heimatverein gegeben hat. Doch der passionierte Radler, von dem seine Freunde behaupten, dass er mit dem orangenen Helm, seinem Markenzeichen, auf die Welt gekommen ist, muss einfach immer – egal, ob im Rudel, oder alleine – mit der Leeze in Bewegung bleiben.

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