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Laerer Heimatverein organisierte Familienfahrt zum Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster

Geschlafen wurde damals im Sitzen

Laer

Eine Fahrt für Familien mit Kindern zum Freilichtmuseum Mühlenhof nach Münster hat der Heimatverein Laer durchgeführt. Die kleinen und großen Gäste erfuhren dort, welches Leben die Menschen vor bis zu 400 Jahren im Münsterland führten. Sehr erstaunt und verblüfft waren die Kinder vor allem von den damaligen strengen Schulregeln, die sich von den heutigen sehr stark abwichen.

Von und

Die Familienfahrt des Heimatvereins Laer zum Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster war vor allem für die Kinder sehr interessant und informativ. Foto: Heimatverein Laer

Der Heimatverein Laer hat hat eine Fahrt für Familien mit Kindern zum Mühlenhof nach Münster angeboten. Bei herrlichem Wetter trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Park&Ride-Platz in Laer. Mit eigenen Pkw fuhr die Truppe dann gemeinsam nach Münster zum Freilichtmuseum.

Schulregeln

Gerd Bülter, ehrenamtlicher Mitarbeiter des dortigen Trägervereins, der den Mühlenhof betreibt, begrüßte seine kleinen und großen Gäste und führte ihnen anschaulich das Leben vor Augen, das die Menschen vor über hundert Jahren im Münsterland führten.

Sehr erstaunt waren die Kinder von den damaligen Schulregeln, die viel strenger waren als das, was die Kinder heute aus ihrem Schulleben kennen. So mussten die Kinder beispielsweise während des ganzen Unterrichts ihre Hände gefaltet auf den Tisch legen.

Genau vorgeschrieben war auch, wie die Kinder sich zu melden hatten und dass sie aufstehen mussten, wenn der Lehrer sie drannahm, heißt es in einer Presseinformation des Heimatvereins.

Lehrerin oder Lehrer konnte damals jeder werden, der ein Instrument beherrschte und den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen wollte.

Leben

Das Leben der Menschen war in der Zeit sehr einfach und mühsam. Alles was man zum Leben brauchte, wurde selber hergestellt. Manches brachte der Kiepenkerl aus der Stadt, so die einfachen Leute es sich denn leisten konnten.

Auf den Höfen war es im Winter bitter kalt und es gab nur eine Feuerstelle und das Vieh, das ein wenig Wärme abgab. „Warum sind die Betten denn so klein?“ wollte ein Mädchen wissen. „Das liegt daran, dass die Menschen früher im Sitzen schliefen. Sie glaubten, sich sonst im Liegen während des Schlafes zu verschlucken und so zu ersticken“, erklärte Gerd Bülter den Kindern.

Bienenhaus

Beeindruckt waren die Kinder auch vom Bienenhaus des Mühlenhofs. Hier gab es einen offenen Bienenstock zu bestaunen. Die Kinder konnten eine Holzklappe öffnen und den Bienen hinter einer Glasscheibe zusehen, wie sie Honig in die Waben füllten. Die gekennzeichnete Königin zu entdecken war bei dem großen Treiben gar nicht so einfach.

Picknick

Nach der Entdeckungstour mit vielen neuen Eindrücken setzen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch gemütlich zusammen und genossen ihr Picknick bei strahlendem Sonnenschein. „Eine sehr gelungene Fahrt, die uns zeigt, wie schön unsere Heimat ist“, resümiert die Verantwortliche des Heimatvereins, Sigrid Strotmann. Dem konnte sich Detlev Prange nur anschließen und ergänzte: „Im nächsten Jahr machen wir wieder einen Ausflug für Familien mit Kindern.“

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