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„Chateau Guénange“ kann das Defizit an historischen Gebäuden in der Partnergemeinde nicht ausgleichen

Glanzzeiten sind lange vorbei

Laer/GuénangE

Das Ewaldi­dorf hat mit dem Haus Laer einen noch heute repräsentativen ehemaligen Adelssitz mitten in seinem Zentrum. Laers französische Partnergemeinde Guénange ist mit historischen Gebäuden deutlich weniger „gesegnet“. Darauf weist Werner Thiel in einem Pressetext hin, die der ehemalige Assistent des Dorfmarketingvereins mit der Unterstützung von Alexandra und Armand Holzmer aus Frankreich verfasst hat.

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Das „Chateau Guenange“ im Jahr 2021. Foto: Armand Holzmer

Das Ewaldi­dorf hat mit dem Haus Laer einen noch heute repräsentativen ehemaligen Adelssitz mitten in seinem Zentrum. Laers französische Partnergemeinde Guénange ist mit historischen Gebäuden deutlich weniger „gesegnet“. Darauf weist Werner Thiel in einem Pressetext hin, die der ehemalige Assistent des Dorfmarketingvereins mit der Unterstützung von Alexandra und Armand Holzmer aus Frankreich verfasst hat.

Ein wichtiger Grund dafür liege im Zweiten Weltkrieg. In seiner Endphase, beim Vormarsch der Alliierten Truppen zwischen Mosel und Rhein, sei Guénange von Bomben und Kampfhandlungen schwer beschädigt worden. Die Neubaumaßnahmen in den 1960er und 1970er Jahren hätten dann für den weiteren Abriss historischer Gebäude gesorgt. Auch das noch heute erhaltene „Chateau Guénange“ könne dieses Defizit nicht ausgleichen, so der Autor.

Wie er weiter schreibt, gehen die Ursprünge dieses ehemaligen Adelssitzes in das 16. Jahrhundert zurück. In einer frühen Darstellung der Geschichte des Gebäudes wird die Jahreszahl 1583 genannt. Schon im April 1585 wechselte der Besitz in andere Hände der Familie Probst.

Trotz politischer und somit auch juristischer Veränderungen in den folgenden Jahrhunderten blieb des Chateau bis 1802 im Besitz der Familie Probst aus Thionville. Ab 1804 folgte ihr die Familie Pion als Eigentümer. Im Jahre 1902 wurde das Gebäude erneut verkauft und zu einem Waisenhaus umgebaut.

„Napoleon Bonaparte hat dieses Schlösschen nie aufgesucht, aber mit seinem Namen ist das Kataster von 1812 verbunden, in dem auch das Chateau Guénange und seine Besitzungen im Detail dargestellt sind. Neben dem eigentlichen Schlösschen gab es einen zum Chateau gehörenden Bauernhof sowie Gärten und Äcker für die Nahrungsmittelversorgung der Bewohner“, heißt es in dem Bericht weiter. Auf alten Fotos aus dem 19. Jahrhundert kann man neben dem Hauptgebäude Anbauten, einen Turm und eine Kapelle um einen gartenartigen Hof erkennen.„Leider hat der heutige Zustand des ehemaligen Adelssitzes nicht mehr viel mit seiner Geschichte zu tun, wie ein aktuelles Foto aus 2021 belegt“, bedauert Werner Thiel abschließend.

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