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Großer Andrang beim Infoabend zum Ehrenamt

Hilfeleistung auf dem kurzen Weg

Laer

Die Gemeinde Laer plant eine What‘s App-Gruppe einzurichten, um Flüchtlingen aus der Ukraine auf kurzem Wege Hilfestellung zu leisten. Das kündigte Sozialarbeiterin Jana Ueding während eines Informationsabends an, bei dem es um das Thema „Ehrenamt“ ging. Wie sie und ihr Kollege Matthias-Holger Reher betonten, sei es wichtig, den Einsatz der Hilfswilligen möglichst gut zu vernetzen und zu koordinieren.

Von Regina Schmidtund

Auf reges Interesse stieß der Informationsabend zum Thema „Ehrenamt“, zu dem die Gemeinde Laer in die Grundschule eingeladen hatte.Fotos: Regina Schmidt Foto: Fotos: Regina Schmidt

Die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge aus der Ukraine stellt die kommunalen Verwaltungen vor enorme Herausforderungen, die sie allein nur schwer bewältigen können. „Wir brauchen dabei dringend die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger und freuen uns, dass Sie so zahlreich unserem Aufruf gefolgt sind“, begrüßte Jana Ueding die mehr als 40 Gäste der Infoveranstaltung „Ehrenamt“, zu der die Gemeinde Laer in die Mensa der Grundschule eingeladen hatte.

Die Diplom-Sozialpädagogin, seit fünf Jahren in der Gemeindeverwaltung für die Flüchtlingsbetreuung zuständig, schilderte die aktuelle Situation: „Die Lage hat sich in kurzer Zeit drastisch verschärft. Vor dem Ukraine-Krieg lebten in Laer 31 Asylbewerber. In den vergangenen Wochen sind 45 Flüchtlinge aus der Ukraine hinzugekommen – 28 Erwachsene, überwiegend Frauen, und 17 Kinder.“ 16 Personen seien in von der Gemeinde angemietetem Wohnraum untergebracht worden, aber 29 Menschen wurden von Privatleuten aufgenommen.

„Die Hilfsbereitschaft der Laerer Bevölkerung ist riesig und wir hoffen auf weitere Unterstützung“, lobte Matthias-Holger Reher, Leiter des Fachbereiches Bürgerdienste, Soziales und ordnende Verwaltung, das Engagement der Bürgerinnen und Bürger.

Doch wie können sich Hilfswillige am Besten einbringen? Dazu sind Vernetzung und Koordination notwendig. „Wir werden eine WhatsApp-Gruppe einrichten, um auf kurzem Wege Hilfestellung zu leisten“, kündigte Jana Ueding an. Werde Unterstützung benötigt, könne man dies schnell innerhalb der Gruppe regeln. Für die Flüchtlinge gehe es oftmals um profane, alltägliche Hilfe, zum Beispiel eine Fahrmöglichkeit zum Arzt oder Einkauf, eine Begleitung zu Schule oder Kindergarten, Hilfe bei der Übersetzung von Formularen. Innerhalb der Helfergruppe könnten auch Angebote für die Flüchtlinge organisiert werden.

Dazu kamen aus dem Publikum umgehend viele Ideen: Spielnachmittage, Radtouren, ein Ausflug zum Zoo, Kochabend, Hilfe bei den Hausaufgaben, Nähkurs, Tanzgruppe. „Wir freuen uns über Anregungen und für die Flüchtlinge sind ein wenig Ablenkung und Freude wichtig“, betonte Jana Ueding. Viele Flüchtlinge würden selbst Initiative zeigen, wollen sich einbringen, Kontakte knüpfen, gerne arbeiten und Deutsch lernen. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass die Menschen direkt aus dem Kriegsgebiet kämen. Familien wurden auseinandergerissen, die sich nun furchtbare Sorgen um ihre Angehörigen in der Ukraine machen.

Jana Ueding schilderte herzzerreißende Begegnungen, die auch für die Helfer eine emotionale Belastung seien: „Zahlreiche Flüchtlinge sind traumatisiert und hier müssen wir besonders die Kinder im Blick behalten.“

Positiv ist, dass es in Laer bereits seit Jahren ein umfassendes Netzwerk für Flüchtlingsarbeit mit vielen Aktiven gibt, an das nun angeknüpft werden kann. Einige Projekte, die wegen sinkender Zuweisungszahlen und der Corona-Pandemie auf Eis lagen, können nun reaktiviert werden. Jana Ueding regte regelmäßige Treffen der Flüchtlingshelfer zum persönlichen Austausch an.

Einen dringenden Appell richtete Matthias-Holger Reher an alle Hilfswilligen: „Die Gemeinde sucht Wohnraum verschiedener Größe für Flüchtlinge, in abgeschlossenen Wohneinheiten.“

Aus dem Publikum kam ein dickes Lob für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung: „Es ist grandios und beeindruckend, was die Gemeinde für die Flüchtlinge leistet.“

Bürgerinnen und Bürger, die in der Flüchtlingshilfe aktiv werden wollen, können sich unter Ehrenamt@laer.de und Ukraine@laer.de informieren. In der Gemeindeverwaltung stehen Jana Ueding, Matthias-Holger Reher und Anika König als Ansprechpartner zur Verfügung.

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