1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Laer
  6. >
  7. Wegen unzähliger Delikte erhält ein 39-Jähriger eine Bewährungsstrafe

  8. >

Amtsgericht Steinfurt 

Wegen unzähliger Delikte erhält ein 39-Jähriger eine Bewährungsstrafe

Laer

Ein 39 Jahre alter vorbestrafter Mann aus Laer war wegen Beleidigung, Diebstahls, Sachbeschädigung, Urkundenfälschung, Unfallflucht, Fahrens ohne Führerschein und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz angeklagt. Die vielen ihm vorgeworfenen Delikte, die ausnahmslos unter starken Alkoholeinfluss begangen wurden, spielten sich in einem Zeitraum von September vergangenen bis Februar dieses Jahres ab.

Von Matthias Lehmkuhl

Foto:

Das Vorlesen der Anklageschrift durch die Staatsanwältin im Amtsgericht Steinfurt nahm mehrere Minuten in Anspruch: Ein 39 Jahre alter Mann aus Laer war wegen Beleidigung, Diebstahls, Sachbeschädigung, Urkundenfälschung, Unfallflucht, Fahrens ohne Führerschein und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz angeklagt.

Der gebürtige Paderborner wurde von einem Pflichtverteidiger unterstützt und war wegen des Prozesses gezwungen, eine stationäre Suchttherapie zu unterbrechen. Der arbeitsunfähige Angeklagte litt unter starkem Alkoholismus. „Ich habe im Laufe der Therapie erfahren, dass der Beschuldigte regelmäßig bis zu 30 Dosen Bier täglich getrunken hat“, teilte eine ihn betreuende Mitarbeiterin der Suchtklinik dem Gericht mit.

Die ihm vorgeworfenen Delikte, die ausnahmslos unter starken Alkoholeinfluss begangen wurden, spielten sich in einem Zeitraum von September vergangenen bis Februar dieses Jahres ab. Deswegen wurde bei fast allen Taten verminderte Zurechnungsfähigkeit eingeräumt. In den meisten Fällen war ein „Kumpel“ des Angeklagten dabei, von dem er offensichtlich stark beeinflusst wurde.

Zunächst ging es um das abmontieren eines Kfz-Kennzeichens, das an ein anderes Fahrzeug befestigt wurde. Damit unternahmen beide eine Spritztour, wollten an einer Tankstelle in Laer Wodka kaufen, fuhren dabei über eine Rasenfläche und kollidierten mit einer Gartenlampe.

„Das war ich nicht. Ich bin nicht gefahren“, behauptete der 39-Jährige vehement und wiederholte die Sätze immer wieder. „Ich habe seit zwölf Jahren keinen Führerschein mehr“, ergänzte er. Eine 84 Jahre alte Zeugin aus Laer, war sich sicher, dass der Beschuldigte den Wagen gefahren hatte.

Außerdem beleidigte er mit seinem „Gefährten“ auf einem Parkplatz eines Verbrauchermarktes herbeigerufene Polizistinnen und Polizisten derbe. „Wenn ich Dich das nächste Mal sehe, breche ich Dir das Genick“, bedrohte der Laerer die Polizeibeamten während eines weiteren Zwischenfalls in einem Wohnhaus in Laer. Das bestätigten jedenfalls die als Zeugen geladenen Ordnungshüter im Gerichtssaal.

Als der Täter in Ibbenbüren aus einer Ausnüchterungszelle entlassen wurde, spazierte er in einen Tankstellenshop, nahm sich eine Dose Bier, machte sie auf und trank sie einfach aus, ohne sie zu bezahlen. „Ich habe der Verkäuferin gesagt, dass ich unheimlich Durst habe und ihr die 75 Cent später zukommen lassen werde“, meinte der Alkoholiker. Der Vorwurf einer rechtsradikalen Äußerung wurde fallengelassen.

Neun zum Teil einschlägige Vorstrafen hatte der Angeklagte auf dem Kerbholz. Die Staatsanwältin plädierte auf eine Gesamtbewährungsstrafe in Höhe von sechs Monaten, 300 Euro Geldstrafe und weitere zwölf Monate Führerscheinentzug. Der Pflichtverteidiger machte sich für ein milderes Urteil stark. Das Urteil der Richterin: fünf Monate Bewährungsstrafe, 200 Euro Geldbuße und eine zusätzliche ambulante Suchtberatung als Auflage.

Startseite