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Manfred Kluthe und Thorsten Brinker bringen Etat 2023 ein

Kleines Plus erwartet

Laer

Um die finanzielle Zukunft der Gemeinde Laer ging es während der Ratssitzung am Mittwochabend, in der Bürgermeister Manfred Kluthe und Kämmerer Thorsten Brinker den Haushaltsplan 2023 einbrachten. Während der Finanzexperte mahnte, nicht zu euphorisch zu sein, kündigte der Verwaltungschef an, auf lokaler Ebene trotz aller Sparsamkeit auch weiterhin investieren zu wollen.

Von Sabine Niestertund

Die gute Nachricht vorweg: Das Haushaltsjahr 2023 soll – durch außerordentliche Erträge in Höhe von 1,077 Millionen Euro – mit einem positiven Jahresergebnis in Höhe von rund 85.878 Euro schließen. Das stellten Bürgermeister Manfred Kluthe und Kämmerer Thorsten Brinker während der Etateinbringung während der gestrigen Ratssitzung fest.

In dereren Verlauf wies der Finanzexperte darauf hin, dass sich die Gemeinde Laer seit 2017 im Stärkungspakt befindet und daraus insgesamt Gelder in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro erhalten hat. Zudem partizipierte man dadurch zu 100 Prozent an der Förderung des Breitbandausbaus im Gewerbegebiet, ohne den geforderten Eigenanteil von zehn Prozent selber zu erbringen. Das Haushaltsjahr 2023 sei das letzte Jahr im Rahmen des Stärkungspaktes.

„Ohne Berücksichtigung der Isolierung der pandemie- wie kriegsbedingten Finanzschäden in Höhe von 1.076.616 Euro im außerordentlichen Ergebnis wäre der letztmalig geforderte Haushaltsausgleich nicht möglich“, betonte der Kämmerer, dass er dem Rat sonst einen Fehlbetrag von rund einer Million Euro hätte präsentieren müssen.

Der Kämmerer bedauerte, dass die Gemeinde 2023 aufgrund der gestiegenen normierten Steuerkraft erstmals keine Schlüsselzuweisungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs erhält. Kritik übten Brinker und Kluthe gleichermaßen an der Höhe der Kreisumlage und der Jugendamtsumlage, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen sei.

Der Bürgermeister kündigte an, trotz aller Sparsamkeit weiter investieren zu wollen. So sei nichts schlimmer, als gleichzeitig klamm und marode zu sein. Gemeinsam mit der Verwaltung habe er im Jahr 2022 über 1,7 Millionen Euro an Fördergeldern „herangeschaufelt“. Darunter sei beispielsweise der neue Zukunftsmanager, den man sich ohne Zuschüsse vermutlich nicht hätte leisten können.

Die gute Entwicklung der Gemeinde habe sich auch auf der Ertragsseite des Haushaltes gezeigt. So hätte man seit 2017 mehrere Millionen an Überschüssen generieren und zum Abbau von Schulden verwenden können. Dabei sei das Jahr 2021 von allen Jahren das Beste gewesen. „Steuersenkungen bleiben nach Austritt aus der Haushaltssicherung daher für mich ein wichtiges Ziel, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten und mehr Anreize für bestehende und neue Unternehmen zu schaffen, in Laer zu bleiben oder hier heimisch zu werden“, so der Bürgermeister, der ebenso wie der Kämmerer allen für ihren Beitrag für das Allgemeinwohl dankte.

„Bleiben wir sparsam und stellen trotz aller Schwierigkeiten mit Kreativität und Entscheidungsfreudigkeit heute die Weichen für die gute Entwicklung von morgen“, lautete der abschließende Appell des Bürgermeisters an den Gemeinderat. Vor allzu großer Euphorie hinsichtlich der Finanzsituation mahnte der Kämmerer. Auch wenn die Gemeinde kräftig Schulden abgebaut habe, habe er aus Vorsichtsgründen trotz guter Liquiditätslage eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,2 Millionen Euro angesetzt, um hier nicht in Schieflage zu geraten. Zudem mahnte Brinker vor den möglichen Folgekosten von Fördermaßnahmen und „Nice-to-have-Maßnahmen“. Er müsse bei all‘ seinen Betrachtungen sachlich bleiben und trotz aller vielschichtigen Krisen, Herausforderungen und Unwägbarkeiten eine sorgfältige Haushaltsplanung und eine umsichtige Finanzverwaltung betreiben, beschrieb der Kämmerer seine vordringliche Aufgabe.

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