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Ortstermin am ehemaligem Krankenhaus mit Investoren und Betreibern

Lebensabend im Generationenpark

Laer

Alle Senioren sollen künftig ihren Lebensabend im Ewaldidorf verbringen können. Das wünscht sich Laers Bürgermeister Manfred Kluthe, der zu einer Pressekonferenz ins ehemalige Krankenhaus eingeladen hatte. Das Gebäude samt Gelände soll zu einem Generationspark umgenutzt und umgebaut werden. Über ihre Pläne sprachen die Investoren Paul Abeler und Berthold Lösing sowie die Betreiber vom DRK-Kreisverband Steinfurt.

Von Sabine Niestertund

Sie ziehen an einem Strang Foto: Foto: Sabine Niestert

„Was lange währt, wird endlich gut“. Dass dieses Sprichwort sich bei der Realisierung des Marienquartiers in Laer bewahrheitet, wünschen sich alle verantwortlichen Beteiligten. Das machen sie in einer Pressekonferenz deutlich, zu der Manfred Kluthe ins ehemalige Krankenhaus eingeladen hat. „Als Bürgermeister wünsche ich mir, dass die Senioren Laer nicht verlassen müssen“, betont der Verwaltungschef seine Prämisse, die nicht nur für die politische, sondern auch für die kirchliche Gemeinde gilt.

Als Vertreter der Stiftung „Marienhospital in Laer“ machen das dessen Vorsitzender Pastor Andreas Ullrich und Norbert Rikels deutlich. Wichtig ist ihnen, dass das Krankenhausgebäude erhalten bleibt. Dafür wollen die privaten Investoren Berthold Lösung und Paul Abeler aus Legden sorgen. Sie versprechen dem Anforderungsprofil zu entsprechen und das Bestandsgebäude, das die Fachleute als soliden Bau einstufen, umzubauen.

Mit im Boot sitzt der DRK-Kreisverband Steinfurt, der die geplanten Pflegeeinrichtungen, die im Marienquartier entstehen sollen, betreiben wird. Dessen Geschäftsführer Maik Fedeler zeigt sich von den parkähnlichen Anlagen und Bäumen des Areals begeistert, das sich perfekt für das gemeinsame Vorhaben eigne. Dabei soll das ehemalige Krankenhausgebäude zu einem Generationenpark umgenutzt und umgebaut werden. Die bisherigen umliegenden Freiflächen sollen mit Wohnhäusern gemäß eines festgelegten Nutzungskonzeptplanes für ältere und pflegebedürftige Menschen bebaut werden.

Das Herzstück der städtebaulichen Planung bildet der zentral gelegene Generationenpark. Um diesen gruppieren sich die künftigen Seniorenwohngemeinschaften im Krankenhausgebäude, das Betreute Wohnen auf dem Gelände des bisherigen Schwesternwohnheims sowie die südlichen benachbarten Ü-60-Häuser.

Die im nördlichen Bereich liegenden Baugrundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser sollen das Bindeglied zur vorhandenen nachbarschaftlichen Bebauung bilden.

Die Wohn-, Betreuungs- und Pflegeangebote für die Senioren basieren auf einem mehrstufigem Konzept. Dessen Ziel ist es, dass sich die älteren Menschen möglichst früh und selbstbestimmt für einen Umzug in das Marienquartier entscheiden und dort dann bis zu ihrem Lebensende bleiben können.

Wie Paul Abeler und Berthold erklären, hoffen sie im Frühjahr 2022 mit dem Umbau des Krankenhauses beginnen zu können. Dieser soll die Barrierefreiheit, die Wohnqualität, die Modernität und die bauliche Attraktivität steigern. Bodentiefe Fenster, Balkone und Wintergärten sollen Licht in das Haus strömen lassen. Zudem sind moderne Kücheneinheiten vorgesehen.

Im Erdgeschoss des Nordflügels soll eine Seniorenwohngemeinschaft mit zwölf Plätzen und im Obergeschoss eine Demenzwohngemeinschaft mit ebenfalls zwölf Plätzen entstehen. Im Erdgeschoss des Ostflügels ist eine Wohngruppe für Senioren mit zehn Plätzen in Konzeption. 20 Plätze soll es im Betreuten Wohnen geben. Auf diese Art und Weise entstehen 72 Plätze.

Dass dieser Zusatz in der Versorgung für die Gemeinde Laer dringend notwendig ist, meint der Bürgermeister, der betont, dass es sich um ein Quartier für alle Generationen handelt. Zu dessen Lebendigkeit soll unter anderem auch die neue Kindertagesstätte beitragen, die an der südlichen Einfahrt zum Gebiet an der Pohlstraße errichtet werden soll. Sie wäre die erste Einrichtung die im nördlichen Teil des Ortes entsteht und den Pendelverkehr von Nord nach Süde reduzieren dürfte.

Eine Begegnungsmöglichkeit für Jung und Alt und zwischen den Quartiersbewohnern und der Gesamtbevölkerung soll ein Café bieten. „Auch ein Mittagsangebot wird als ‚offener Mittagstisch‘ ebenfalls für Menschen außerhalb des Quartiers geschaffen“, kündigt DRK-Geschäftsführer Maik Fedeler an, der davon ausgeht, dass das Deutsche Rote Kreuz für das Vorhaben 40 bis 50 Arbeitskräfte aus dem pflegerischen Bereich benötigt.

Wie Bauamtsleiter Martin Wolf ankündigt, werden die Investoren und Betreiber im Rahmen einer Bürgerversammlung, die Ende November stattfinden soll, umfangreich über ihre Projekte informieren. Danach liege der Entwurf noch zwei Wochen zur Einsichtnahme für alle Bürger aus. Da das Bauleitplanverfahren in einem verkürzten Verfahren durchgeführt werden kann, sei mit einem Satzungsbeschluss bereits Anfang 2022 zu rechnen.

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