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Vier neue Flügel für Potthoffs Mühle sind da

Mit einem Kran über die Hecke

Laer

Tischler- und Zimmermeister Dirk Moschüring und seine Mitarbeiter Mario Terhart und Timo Eichelberg haben am Freitagmorgen die Anlieferung der vier neuen Flügel für Potthoffs Mühle von Hamminkeln-Büren nach Laer begleitet. Sie und Bernhard Potthoff sowie seine Frau Anne freuen sich jetzt schon auf die Montage, die für Ende Mai geplant ist.

Von Sabine Niestert

Gestern sind die vier neuen Flügel für Potthoffs Mühle in Laer angeliefert worden. Glücklich und erleichtert darüber, dass der Transport so reibungslos geklappt hat, sind Foto: Sabine Niestert

Bernhard Potthoff und seine Frau Anne Schnieder- Potthoff können entspannt ins Wochenende starten, denn der Freitagtermin, dem die Eheleute mit ein wenig gemischten Gefühlen entgegen gesehen haben, ist prima gelaufen. So liegen die vier neuen Flügel für die Mühle am Rathausteich jetzt in ihrem idyllischen Garten neben den beiden bereits angelieferten Haupttragebalken und warten auf ihre Installation, die Ende Mai erfolgen soll.

Glücklich, dass der Transport von Hamminkeln-Brünen nach Laer so gut geklappt hat, zeigt sich während eines Ortstermins auch Tischler- und Schreinermeister Dirk Moschüring, der mit seinen Mitarbeitern Mario Terhart und Timo Eichelberg den Transport und das Abladen der ungewöhnlichen Fracht begleitet hat. Mit der Überführung hat der Chef des Unternehmens eine Holzhandel-Spedition beauftragt, die über die erforderliche Ausstattung und einen Kran verfügt, um das sperrige und wertvolle Gut zu bewegen.

„Mit dem Kran haben die Männer die Flügel vom Mühlenhoek aus über die Hecke gehoben“, berichtet Bernhard Potthoff, der sich im Vorfeld schon Gedanken gemacht hatte, wie die vier Holzexemplare, die immer 10,50 Meter lang sind und pro Stück fast eine Tonne wiegen, in seinen Garten gelangen können ohne das Grün zu schädigen. Glücklicherweise verfügen der erfahrene Mühlenbauer und sein Team über jahrelange Erfahrung. Diese hat dem Trio auch dabei geholfen, die Flügel aus Lärchenholz anzufertigen. „Die Lärche ist sehr haltbar und viel leichter als die Eiche“, begründet Dirk Moschüring die Auswahl. Vor dem Hintergrund der momentan herrschenden Holzknappheit ist er heilfroh, dass Material früh genug bestellt zu haben. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte das „Wahrzeichen von Laer“ vermutlich noch länger auf sein typisches Bild verzichten müssen.

„Es fehlt einfach etwas“, bedauert der Hausherr, der sich auch nach sieben Jahren noch nicht daran gewöhnt hat, dass die Mühle irgendwie „nackt“ aussieht. „Ist aber eine teure Dekoration“, gibt seine Frau schmunzelnd zu bedenken. Wie ihr Mann hofft sie darauf, dass es Fördergelder und andere finanzielle Unterstützung für die Wiederinstandsetzung gibt, die für einen Privatmann nur schwer finanzierbar ist. So rechnet der Eigentümer mit Gesamtkosten in Höhe von einer mindestens fünfstelligen Summe. Rechnet man dann noch den Unterhaltungsaufwand und die regelmäßigen Kontrolltermine hinzu, ist das Konto schnell geplündert. Doch damit wollen sich die Potthoffs momentan lieber nicht belasten. Erst einmal freuen sie sich auf den großen Einsatz der Mühlenbauer Ende des gerade beginnenden Wonnemonats. Dass das dann noch einmal ein richtiger Kraftakt wird, ist allen Beteiligten schon jetzt klar.

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