1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Laer
  6. >
  7. Nachbesserungen gefordert

  8. >

Marienhospital: CDU-Fraktion legt einen Antrag zum Bebauungsplan Nr. 60 vor

Nachbesserungen gefordert

Laer

LaerMit dem aktuell vorliegenden Konzept zur Planung des ehemaligen Marienhospitals samt des dazugehörenden Krankenhausgeländes hat sich die CDU-Fraktion befasst und einen Antrag zum Bebauungsplan Nr. 60 bei Bürgermeister Manfred Kluthe eingereicht. Darin hinterfragt sie unter anderem, ob es Sinn macht, dass alte Krankenhausgebäude zu erhalten, um es aufwendig und kostenintensiv in ein Altenheim umzubauen.

Von Sabine Niestertund

Ob es Sinn macht, das ehemalige Marienhospital – die Planung des alten Baukörpers geht auf das Jahr 1962 zurück – durch Umwidmung, Entkernung und Sanierung zu erhalten und den heutigen Bedürfnissen an eine angemessene Wohn- und Pflegesituation Foto: i

Noch gibt es keine Tagesordnung für die erste Sitzung des Bau- und Umweltausschusses, die auf den 2. Februar (Mittwoch) terminiert worden ist. Doch voraussichtlich geht es dann um die Planungen für das ehemalige Marienhospital samt des umliegenden Geländes. So hat die CDU-Fraktion zur Erstellung des Bebauungsplanes Nr. 60 einen Antrag bei Bürgermeister Manfred Kluthe eingereicht. Darin fordern die Christdemokraten, dass der Verwaltungschef beauftragt wird, eine möglichst klima- und energieneutrale Ausgestaltung des Gesamtvorhabens zu prüfen. Zudem soll dieses auf die Bedürfnisse der Einwohner der Gemeinde abgestimmt werden. Die CDU-Fraktion rechnet mit weiteren Einwendungen aus der Bürgerschaft, die sie berücksichtigt wissen will.

Gelegen ist der Partei unter anderem daran, dass größere Flächen mit Parkcharakter erhalten bleiben können. Statt an einer kleingliedrigen Bebauung mit Einfamilienhäusern festzuhalten, könnte möglicherweise ein größerer Baukörper dabei helfen. Zudem wollen die Antragsteller wissen, ob mehr altersgerechter und barrierefreier Wohnraum für Menschen mit geringem, aber zunehmenden Pflegebedarf geschaffen werden kann, wenn die Investoren die wenigen Ü60-Häuser und zahlreichen Einfamilienhäuser durch zwei- bis dreigeschossige Ein- bis Drei-Zimmer­apartments ersetzen.

In einem anderen Punkt stellt die Fraktion den Erhalt des alten Krankenhausgebäudes in Frage. So will sie wissen, ob durch einen Neubau nicht geeignetere Wohn- sowie Pflegeverhältnisse erreicht und eine höhere Anzahl an Vollzeitpflegeplätzen für den Bedarf von Laer erzielt werden könnten. Sofern eine Sanierung des Hauses sinnvoll sei, solle der Bürgermeister prüfen, ob eine Aufstockung um ein weiteres Stockwerk möglich sei, um die Zahl der Pflegeplätze zu erhöhen. Zudem regen die Christdemokraten an, die Flurstücke 77 und 778 bei der Überplanung des Baugebietes mit einzubeziehen, um sie mit dem Vermerk als zukünftige Erweiterungsfläche für Gebäude zur Deckung des gemeindlichen Pflegebedarfs zu belegen.

Vor dem Hintergrund, dass die Fortschreibung der kommunalen Pflegeplanung des Kreises Steinfurt von einer stetigen Zunahme des Pflegebedarfs ausgeht und im Ewaldidorf bisher keine vollstationären Pflegeplätze realisiert sind, sieht die CDU einen dringenden Handlungsbedarf. Das zeige auch die aus 2020 stammende Befragung der Laerer nach ihren Wünschen hinsichtlich der Pflegeangebote im Ort. Diese hatte ergeben, dass ein Drittel der Bevölkerung unzufrieden mit der pflegerischen Versorgung ist und zwei Drittel das Fehlen adäquater Begegnungsstätten bemängeln.

„Mit Blick auf die ungünstige Alterspyramide soll versucht werden, mit dieser großen und relativ zentralen Fläche besser und möglichst gewinnbringend für die Gemeinde Laer zur Bewältigung der bestehenden und sich abzeichnend verschärfenden Pflegeproblematik umzugehen“, betonen die Christdemokraten, die zudem anregen, die materiellen Versorgungs- sowie soziale Kontakt- und Kommunikationsbedürfnisse der dort künftig wohnenden älteren Bevölkerung, die oftmals in ihrer Mobilität eingeschränkt sei, ebenfalls auf dem Gelände zu decken.

Damit würde man auch der ursprünglichen und gemeinnützigen Absicht der Stifterin Gertrud Auguste Bauer ebenso entsprechen, wie den Absichten der vielen größeren und kleineren Spenderinnen und Spendern in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, gibt der Fraktionsvorstand der CDU abschließend zu bedenken.

Startseite
ANZEIGE