Gemeindeverwaltung arbeitet an einer Verbesserung des Konzeptes

Neue Händler beleben den Markt

Laer

Birgit Schmitz und ihr Mann Stefan fühlen sich wohl auf dem Laerer Wochenmarkt. Ebenso wie Gärtner Erich Helmers bietet das Ehepaar erst seit kurzem seine Ware auf dem Rathausplatz an. Mit den beiden neuen Händlern will die Gemeinde den Draußen-Einkauf beleben. Wie kann der Markt noch verbessert werden und was wünschen sich die Bürger? Um Antworten auf diese Frage zu erhalten und Ideen mit der Bevölkerung zu entwickeln, findet derzeit eine Befragung vom Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt statt. Im Rahmen der Beteiligung der Gemeinde Laer am Leader-Projekt „Steinfurter Marktland“ werden die Wochenmärkte in der Region Land unter die Lupe genommen.

Sabine Niestert

Birgit Schmitz (r.) Foto: abi

Birgit Schmitz scheint voll in ihrem Element zu sein. Voller Elan demon­striert sie einer interessierten Kundin, wie die Reibe aus Keramik funktioniert. Egal, ob Tomate, Apfel oder Ingwer, selbst Nüsse können in dem bunt designten Gefäß direkt ohne Zuhilfenahme eines anderen Utensils zerkleinert werden. Viel Interesse finden aber auch die anderen farbenfrohen handgefertigten Schalen, die das Händlerpaar Birgit und Stefan Schmitz erst seit kurzem auf dem Laerer Wochenmarkt anbietet.

Mit ihrer andalusischen Keramik „Hecho en Espana“ bereichern die Eheleute das Sortiment beim Freiluft-Verkauf auf dem Rathausplatz. „Es läuft gut“, freut sich die Beschickerin, die froh ist, dass sie in Corona-Zeiten nicht untätig zuhause sitzen muss, weil das Messe-Geschäft, in dem sie und ihr Mann seit 35 Jahren tätig sind, zurzeit pandemiebedingt nicht läuft.

An diesem Donnerstag sind die Schmitz bereits zum vierten Mal im Ewaldidorf und genießen das beschauliche Marktgeschehen, das sich von 7.30 bis 12.30 Uhr direkt vor dem Rathaus abspielt. Links neben Stand des Ehepaars hat Erich Helmers die Produkte aus seinem Gartenbaubetrieb aufgebaut, um sie an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt der Händler aus Emsdetten, der ebenfalls erst zum vierten Mal auf dem Wochenmarkt im Ewaldidorf steht. Allerdings kommt der Gärtner nur alle zwei Wochen nach Laer, weil er seine Kundschaft in Reckenfeld nicht verlieren will, die ihn ebenfalls donnerstags erwartet. Um beiden Orten gerecht zu werden, hat er sich für den ständigen Wechsel entschieden.

Dass der Emsdettener überhaupt nach Laer gekommen ist, haben die Kunden Steffen Wenners-Epping zu verdanken, der seitens der Gemeindeverwaltung dafür verantwortlich ist, dass es auf dem Wochenmarkt rund läuft. „Der Marktmeister hat mich auf dem Markt in Saerbeck angesprochen und ich habe gerne zugesagt“, freut sich Erich Helmers über die Anwerbung, die auch im Fall des Ehepaars Schmitz erfolgreich gelaufen ist.

Keine Frage, die beiden neuen Beschicker sorgen für die erhoffte Belebung des Wochenmarktes, der in den vergangenen Monaten nicht nur unter dem ungemütlichen Wetter des Winters, sondern auch unter dem geringen Angebot gelitten hat. So sind von ehemals zeitweise fünf Ständen mit dem Fischwagen „De Jong“ aus Gronau und dem Borghorster Landwirt Karl-Ernst Borgmann, der selbst produzierte Geflügelprodukte, Kartoffeln und Eier verkauft, nur noch zwei übrig geblieben. Eine Tendenz, die gefährlich ist, denn, wenn das Angebot sinkt, schwindet erfahrungsgemäß auch die Kundschaft.

Das weiß auch Daniel Matlik von der Stabstelle Klimaschutz, Dorfmarketing und Tourismus, der sich im Rahmen des Quartierskonzeptes und der Ortskernentwicklung konzeptionell mit dem Thema befasst. Deswegen kennt der Verwaltungsmitarbeiter die häufigsten Kritikpunkte, die während eines Workshops zum Thema genannt wurden, wie beispielsweise das teils „überschaubare Angebot“, die „abgeschottete Lage“ oder „der Wochentag und die Uhrzeit“. Wie er erklärt seien sich alle Beteiligten einig gewesen, dass der Laerer Wochenmarkt dringend neue Impulse braucht.

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