1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Laer
  6. >
  7. Neues Gerätehaus für die Wehr

  8. >

Brandschutzbedarfsplanung und Standortfrage Themen im Haupt- und Finanzausschuss

Neues Gerätehaus für die Wehr

Laer

Vorausgesetzt der Rat stimmt in seiner nächsten Sitzung am 30. Juni zu, bekommt die Freiwillige Feuerwehr Laer auf Dauer ein neues Gerätehaus, das auf dem Grundstück Treus/Hinnemann entstehen soll. Weil das bisherige Gebäude nicht mehr den erforderlichen Ansprüchen genügt, wird diese Umsiedlung im Brandschutzbedarfsplan empfohlen. Mit dem und der Standortfrage befasste sich der Haupt- und Finanzausschuss.

Von Sabine Niestertund

Auch am Tag nach dem Starkregen hatten die Laerer Feuerwehrleute noch alle Hände voll zu tun. Foto: i

Wie dringend die Gemeinde Laer ihre Freiwillige Feuerwehr braucht, ist beim Starkregen am Fronleichnamsabend und seinen Folgen mehr als deutlich geworden. Ohne den stundenlangen Einsatz der Helfer wären die Schäden vermutlich noch deutlich höher ausgefallen. Möglicherweise hätten die hereinfluteten Wassermassen sogar Menschenleben gekostet. Noch unter diesem Eindruck stehend, haben alle Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses während ihrer jüngsten Sitzung einstimmig der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans der Gemeinde zugestimmt. Dieser umfasst an die 160 Seiten, gilt für die nächsten fünf Jahre und wurde durch das Ingenieurbüro Lülf + Sicherheitsberatung erstellt. Daran haben insbesondere Gemeindebrandinspektor Norbert Rikels und sein Stellvertreter Daniel Borgmann mitgewirkt.

Der Brandschutzbedarfsplan beschreibt die Ist-Struktur der Feuerwehr und analysiert das Einsatzgeschehen im Ewaldidorf. Draus wurde ein Soll-Konzept entwickelt, das Informationen bezüglich der Anzahl der notwendigen Feuerwehrhäuser, die Art und Anzahl der Fahrzeuge sowie die Anzahl der erforderlichen Einsatzkräfte enthält. „Im Rahmen der Analyse des Einsatzgeschehens wird deutlich, dass die Gemeinde Laer über eine leistungsstarke Feuerwehr verfügt“, lautet die erste positive Botschaft der Analyse.

Allerdings ergeben sich aus dem Soll-Konzept einige Maßnahmen. Weil die Kapazitäten des Schulungsraums und der Lagermöglichkeiten im Gerätehaus in Laer erschöpft sind, es dort keine Einsatzzentrale, keine Drucklufterhaltung, keine Schwarz-Weiß-Trennung und keine Geschlechter-Trennung in der Umkleide und es noch andere Defizite gibt, sieht das Ingenieurbüro einen „konkreten baulichen Handlungsbedarf“ und empfiehlt den Neubau des Gerätehauses in Laer. Von dieser Notwendigkeit zeigten sich auch die Parteien überzeugt, die sich anschließend noch in einem weiteren Tagesordnungspunkt mit der Bedarfs- und Standortanalyse befassten.

Nach einer ausgiebigen Diskussion stimmten die Ausschussmitglieder – nur die FDP enthielt sich ihrer Stimme – dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu. Dieser sieht vor, dass die bisherige Struktur der Freiwilligen Feuerwehr mit den Gerätehäusern in Laer und Holthausen bestehen bleibt. Als Standort für einen Neubau wird das Grundstück Treus/Hinnemann favorisiert. Der Bürgermeister wurde beauftragt, die bauplanerischen Voraussetzungen für die Umsiedlung zu schaffen.

Das Ingenieurbüro hatte den Ratsmitgliedern bereits während einer Informationsveranstaltung den fortgeschriebenen Brand­schutzbedarfsplan präsentiert. Zudem hatten sich die Fraktionen bei einem Besuch ein Bild vom Zustand des Feuerwehrgerätehauses gemacht und durch das Kommando informieren lassen.

„Der alte Rat hat gute Vorarbeit geleistet“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzende Sybille Höner. Sie betonte, dass die Gemeinde den gesetzlichen Ansprüchen genügen müsse. Allerdings gelte es dabei auch, auf die Kosten zu achten. Dass diese der CDU Bauchschmerzen bereitet, betonte Dr. Reinhard Lülff. Vor dem Hintergrund, dass sich die Kommune in der Haushaltssicherung befindet, forderte er, den notwendigen Flächenbedarf und die Kosten noch einmal zu hinterfragen. Die Chance, Fördergelder zu bekommen, schätzte Kämmerer Thorsten Brinker als gering ein.

Dass die anvisierte Fläche am Ortseingang ein „Sahnestück“ und damit auch bei Gewerbetreibenden sehr begehrt sei, meinte FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Lendermann. Dem stimmte der Bürgermeister zu, der allerdings darauf hinwies, das auch die Feuerwehr gut angebunden sein müsse. Zudem befände sich das besagte Grundstück im Besitz der Gemeinde, was ein großer Vorteil sei.

„Es muss ein vernünftiger Arbeitsplatz für die Feuerwehr geschaffen werden“, forderte Grünen-Fraktionssprecherin Elisabeth Moser-Emmerich. Schließlich sorge die Wehr für die Sicherheit der Bevölkerung.

Das letzte Wort in dieser Sache hat der Gemeinderat, der am 30. Juni um 18 Uhr in der kleinen Turnhalle am Hofkamp tagt.

Startseite