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Pfarrversammlung in St. Gertrudis thematisiert strukturellen Veränderungsprozess

Ohne Ehrenamt geht es nicht

Horstmar/Horstmar-Leer

Was der strukturelle Veränderungsprozess des Bistums für die Pfarrei vor Ort bedeutet, versuchten die Besucher der Pfarrversammlung in der Gertrudiskirche zu klären. Dabei wurde deutlich, dass auch für diese Reform sehr viel ehrenamtliches Engagement benötigt wird, ohne das das kirchliche Leben nicht funktionieren würde. Zudem wählten die Versammelten per Handzeichen den neuen Pfarreirat.

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Per Handzeichen wählten die Besucher der Gemeindeversammlung die Mitglieder der Kirchengemeinde St. Gertrudis die Mitglieder des neuen Pfarreirates. Foto: Franz Neugebauer

Im Rahmen einer Pfarrversammlung in der Gertrudiskirche unterrichtete das Kompetenzteam über das Ergebnis einer regionalen Auftaktveranstaltung zur Entwicklung pastoraler Strukturen im Bistum Münster. Danach rechnet man auf Grund der demografischen Entwicklung im Kreisdekanat Steinfurt von 2020 mit rund 230 000 Katholiken auf 160 000 Katholiken im Jahr 2040. Hinzu kommen die Kirchenaustritte.

In St. Gertrudis ist die Zahl der Katholiken von 5100 vor zehn Jahren auf 4500 zurückgegangen. Das sei aber im Verhältnis zu anderen nicht so gravierend, hieß es.

Außerdem sind der Rückgang kirchlichen Lebens und der Rückgang pastoraler Berufe im Bistum Münster zu befürchten. So informierte Pfarrdechant Johannes Büll darüber, dass in den Jahren 2023/24 im Bistum keine Priester geweiht werden. Für einen einzuleitenden Reformprozess hat der Bischof Vorgaben bekanntgegeben. Demnach soll es keine weiteren Zusammenlegungen von Pfarreien geben. Das Verhältnis der Diözesanpriester im aktiven Dienst zu Priestern der Weltkirche in Bistum soll dauerhaft ein Verhältnis von zwei Dritteln zu ein Drittel sein. Es brauche mehr Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen den Pfarreien sowie zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen.

Nach den derzeitigen Planungen wird es künftig ein Seelsorgeteam geben, das sich um eine größere Einheit kümmern wird. Vorgesehen ist die Bildung stärkerer Organisationseinheiten, die Kooperation und ressourcenorientierte Teamarbeit, auch zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen, die Weiterentwicklung der Rollenklärung pastoralen Personals und verstärktes Freiwilligenengagement praktizieren. Ein zu bildender pastoraler Raum wird die Verantwortung für die Entwicklung der Pastoral vor Ort belassen und verschiedene pastorale Orte und Einrichtungen schaffen.

In einer Grafik wurde deutlich, dass als Vorschlag dieses pastoralen Raumes für St. Gertrudis die Kirchengemeinden in Ochtrup, Metelen, Steinfurt und Laer vorgeschlagen werden.

Während der Diskussion wurde von einem Teilnehmer bemängelt, dass die Kirche nicht die Lebenswirklichkeit des Menschen berücksichtige. Die Runde machte das unter anderem auch am Zölibat, gegen das sich auch der Pfarrdechant aussprach „es muß nicht unbedingt sein“, und an der Rolle der Frau in der Kirche fest.

„Kann die Kirche wieder Trendsetter werden?“ fragte Bürgermeister Robert Wenking.

„Die Kirche hat eine Bringschuld, die müssen wir einfordern,“ forderte eine Teilnehmerin. Deutlich wurde, dass bei allen Reformen das Ehrenamt vor Ort gefragt ist, um die kirchliche Grundversorgung sicherzustellen.

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