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Franziska Lengers präsentiert neue Ausstellung im Kunstgewächshaus

Seelentröster und zweite Haut

Laer

„Die zweite Haut“ – Kleider und ihre Geschichten“, heißt der Titel der neuen Ausstellung von Franziska Lengers, die bis zum 14. Oktober im Kunstgewächshaus zu sehen ist. Zu den Exponaten gehört auch ein übergroßes Kleid, namens „Vanitas“, das die freie Projektkünstlerin selbst genäht hat. Dieses soll die Thema Vergänglichkeit aufgreifen.

Ausstellerin Franzika Lengers präsentiert ihre neue Ausstellung zum Thema „Die zweite Haut – Kleider und ihre Geschichten“ bis zum 14. Oktober im Kunstgewächshaus am Rathausteich. Dafür haben ihr Laerer Bürgerinnen und Bürger freundlicherweise ihre Kleidungsstücke als Leihgaben zur Verfügung gestellt. Die ergänzenden Fotos stammen von der Archivgruppe des Heimatvereins Laer.Fotos: Sabine Niestert Foto: Fotos: Sabine Niestert

Kleider machen Leute. Niemand weiß das besser als Franziska Lengers. Schließlich hat die ehemalige Leiterin der Regionalstelle Frau und Beruf für den Kreis Steinfurt in ihrer aktiven Berufszeit auch Bewerbungstrainings für Jugendliche angeboten. „Der erste Eindruck ist entscheidend“, hat sie den Absolventinnen und Absolventen seinerzeit eingebläut.

Deswegen sollte sich jede und jeder stets bewusst machen, wie sie beziehungsweise er wirken und sich zu wichtigen beziehungsweise bedeutenden Terminen präsentieren will. Schließlich entsteht in wenigen Sekunden ein Bild vom Gegenüber und das sogar ganz ohne Worte.

„Die Menschen und ihre Kleider erzählen Geschichten und die werden nicht vergessen“, meint Franzika Lengers, die ihre neue Ausstellung im Kunstgewächshaus dem Thema „Die zweite Haut“ gewidmet hat. Animiert dazu wurde die freie Projektkünstlerin durch ein seidenes Unterkleid, das sie in den 90er Jahren von einer Frau aus Stockholm geschenkt bekommen hat. „Es hat nie richtig gepasst, aber ich wollte es trotzdem gerne haben“, schmunzelt die Ausstellerin.

Ähnlich ging es ihr bei einem edel aussehenden Mantel vom Flohmarkt. „Das war mein Seelentröster“, kennt die Laererin die belebende und gut stimmende Wirkung von Kleidungsstücken, in denen sich der oder die Trägerin einfach richtig gut fühlt. Das gilt vermutlich auch für die daneben hängende weiße Bluse von Karl Lagerfeld und dem schick geschnittenen beige farbenen Jackett darüber.

Doch nicht nur Stücke vom Designer oder Markenmode, auch selbst gemachte Textilien können attraktiv sein und glücklich machen. Das beweisen die Leihgaben, die die Ausstellerin zusammengetragen hat. Ein rosa und ein hellblaues Minikleid stammen beispielsweise von Margarete Müller. Die Näharbeiten der gelernten Schneiderin aus Holthausen erinnern an die 60er Jahre, als die meisten Frauen spätestens mit 50 Jahren die berühmt-berüchtigten Kittelschürzen trugen. Praktisch, aber meistens nicht gerade schön, waren sie besonders bei den Hausfrauen beliebt. Schürzen trugen aber auch die heimischen Näherinnen und Arbeiterinnen, die auf den ausgestellten Fotos präsentiert werden. Die Aufnahmen, die die Ausstellung vervollständigen, stammen aus dem Archiv des Heimatvereins Laer.

Das Bild von Bernhard Schulze Welling (geboren 1903) und seiner Schwester Luise gefällt der Ausstellerin besonders gut. „Sie erinnern mich daran, dass wir auf dem ehemaligen Grund und Boden der Schulzenfamilie Welling stehen“, begründet die Initiatorin, deren Anregung sowie dem Einsatz der Gemeindeverwaltung die Laererinnen und Laerer ihr ziemlich einzigartiges Kunstgewächshaus in der Region zu verdanken haben, ihre Vorliebe. Ein besonders schönes Fotomotiv hat die 73-Jährige selbst beigesteuert. Es zeigt eine Artistin kopfüber an einem Seil hängend, die Franziska Lengers auf einem Stadtteilfest in Münster entdeckt und abgelichtet hat.

Beeindruckend auch das Brautbild von Cäcilia und Johannes Schulze, die fast genau vor 68 Jahren geheiratet haben. Zum Brautkleid der Frau gesellen sich noch zwei Schützenfestkleider von Anni Surmund sowie eine schwarze Münsterländer Tracht mit einer weißen, von Änne Averesch genähten Schürze, sowie ein hellblaues und ein rosèfarbenes Taufkleid. Exponate, die schon alleine für sich wirken, aber in ihrem besonderen Kontext besondere Geschichten erzählen.

Ein wenig fremd dagegen wirkt die Kleidung einer kleinen Puppe, die zeigt, wie wichtig vielen Kindern und Jugendlichen die sogenannten Markenklamotten sind. Auch das ist ein Thema, das die ausgebildete Sozialarbeiterin bewegt. Sie weist darauf hin, dass die Ausstellung bis zum 14. Oktober im Kunstgewächshaus, das sich am Rathausteich befindet, zu sehen ist. Ein Besuch ist jederzeit möglich.

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