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Gesamtkonzept zur Entwicklung des Dorfes in der Diskussion

Wohin geht die Reise?

Laer

Der Haupt- und Finanzausschuss befasste sich während seiner jüngsten Sitzung mit dem Antrag der CDU-Fraktion auf „Erstellung eines zukunftsfähigen, nachhaltigen und zusammenfassenden Gemeindeentwicklungskonzeptes für Laer 2030 +“. Die Union kritisiert, dass bisher nur kleinteilige, auf Einzelbereiche bezogene Konzepte erstellt wurden, zum Beispiel für den Einzelhandel, das Gewerbegebiet oder die Verkehrsentwicklung.

-rgs-

In welche Richtung soll sich Laer künftig entwickeln? Wie können Bauen, Mobilität und Verkehr, Ökonomie und Ökologie zum Wohl der Menschen miteinander verbunden werden? Sinnvoll wäre ein langfristiges Entwicklungskonzept – darin sind sich die Politiker einig. Doch Art und Umfang bedürfen noch der Diskussion. Der Haupt- und Finanzausschuss befasste sich während seiner jüngsten Sitzung mit dem Antrag der CDU-Fraktion auf „Erstellung eines zukunftsfähigen, nachhaltigen und zusammenfassenden Gemeindeentwicklungskonzeptes für Laer 2030 +“. Die Union kritisiert, dass bisher nur kleinteilige, auf Einzelbereiche bezogene Konzepte erstellt wurden, zum Beispiel für den Einzelhandel, das Gewerbegebiet oder die Verkehrsentwicklung. „Es fehlt ein Konzept zur Gesamtentwicklung der Gemeinde. Wir müssen die Bereiche verknüpfen und Synergien schaffen“, erläuterte Dr. Matthias Heuermann den Vorschlag der Christdemokraten. Das große Ziel sei es, „zum Erhalt und zur Steigerung des Lebens- und Wohnwertes in Laer für alle Generationen beizutragen und die Entwicklung von Laer für die nächsten zehn oder mehr Jahre zielgerichtet zu lenken.“ Dafür müsse die Gemeinde Richtlinien festlegen.

Großen Wert legt die CDU auf die Ausweisung neuer Baugebiete für den privaten und sozialen Wohnungsbau. Sie möchte einen Rahmen schaffen mit Vorgaben für die Erstellung zukünftiger Bebauungspläne. Weiterer zentraler Bestandteil eines umfassenden Entwicklungskonzeptes ist laut Antrag die Verkehrsplanung, insbesondere die Entlastung des Ortskernes.

„Im Prinzip begrüßen wir den Antrag und haben eine ähnliche Stoßrichtung. Wir brauchen eine Perspektive und Transparenz, aber es sind noch viele Details zu klären“, kommentierte Martin Püllen (SPD). Auch die FDP stimmte der Idee im Grundsatz zu, sieht aber Probleme in der Umsetzung: „An vielen Punkten können wir als Gemeinde nur sehr begrenzt Einfluss nehmen, zum Beispiel bei den Standorten neuer Baugebiete“, so Marion Lendermann. Außerdem wollen die Liberalen den Entscheidungsspielraum für Investoren und Bauherren möglichst wenig einschränken.

Deutliche Kritik kam von der Fraktion der Grünen. „Wir nehmen diesen Antrag der Union mit Verwunderung zur Kenntnis, haben wir doch einen ähnlichen Antrag bereits im Bauausschuss gestellt, der aber abgelehnt wurde“, so Hubert Bröker. Falsch sei außerdem die Methodik, „immer alles der Gemeinde aufzubürden“. Ein Entwicklungskonzept liege in der Verantwortung der gewählten Mandatsträger. Bröker mahnte zudem eine stärkere Bürgerbeteiligung an.

Bürgermeister Manfred Kluthe sprach sich für eine „langfristige Konzeption der Gemeindeentwicklung“ aus. Diese sei wichtig als Maxime für Verhandlungen mit übergeordneten Behörden. Die Gemeinde Laer wolle möglichst viel Gestaltungsfreiheit behalten. „Allerdings kann die Verwaltung so ein riesiges Konzept nicht alleine stemmen und muss externe Berater hinzuziehen“, stellte der Gemeindechef fest.

Noch nicht klar sind die Kosten für ein umfassendes Gemeindeentwicklungskonzept. „Wir sind hier sicherlich im sechsstelligen Bereich“, stellte Kämmerer Torsten Brinker fest. Angesichts der Haushaltslage sei eine Umsetzung in naher Zukunft äußerst schwierig.

Der CDU-Antrag wurde zur Beratung an den Rat verwiesen, sobald genauere Zahlen zu den Kosten vorliegen.

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