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Dominik Gust lernt in der Gemeindeverwaltung

Berufswunsch in die Wiege gelegt

Metelen

Mit „familiär vorgeprägt“ ist vielleicht am besten umschrieben, was Dominik Gust bewog, eine Ausbildung zum

Dieter Huge sive Huwe

Dominik Gust macht in der Gemeindeverwaltung Metelen eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Günter Wigger (l.) ist im Rathaus der Ausbildungsleiter und begleitet den jungen Mann auf dem Weg in den Beruf. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Es gibt Wege in den Beruf, die werden Menschen praktisch in die Wiege gelegt. Bei Dominik Gust kann man dies mit Fug und Recht behaupten. Nicht nur, dass sein Vater in der Stadtverwaltung Ochtrup tätig war, auch ein Bruder hat es mit dem „Amt“ – der arbeitet nämlich in der Kreisverwaltung in Steinfurt. Da war es doch fast schon zwingend, dass auch der heute 20-Jährige eine Verwaltungslaufbahn einschlagen würde – oder?

„Das stimmt schon“, berichtet Gust schmunzelnd: „Die Arbeit in einer Verwaltung hat mich immer schon interessiert – und dann habe ich mich informiert.“ Das war zu der Zeit, als das Abi noch längst nicht in Sicht war, im Jahr 2016. Es folgte die Bewerbung, ein Test im Studieninstitut in Münster und dann der Moment, als er den Ausbildungsvertrag in der Tasche hatte – noch vor dem Abitur.

Und der erste Tag? „Da stand ich erst einmal vor der verschlossenen Rathaustür“, erinnert sich der 20-Jährige Ochtruper noch gut an den Start in Metelen. „,Wir öffnen erst um halb Neun’, sagte Petra.“ Dominik Gust grinst. Petra Weßling, die der Azubi längst duzt, wie die meisten hier im Amt, wusste ja nicht, wen sie da um Punkt acht Uhr am Morgen vor der Tür stehen hatte.

Kennengelernt haben ihn mittlerweile alle in der überschaubar kleinen Verwaltung am Sendplatz – und Dominik Gust kennt auch alle Kollegen aus dem Rathaus. „Im Grunde genommen arbeitet die Verwaltung hier genauso wie die Verwaltung einer großen Stadt – nur dass hier die Angestellten und Beamten mehrere Aufgaben übernehmen müssen.“ Spezialisten sind die Ausnahme, das hat der Jüngste im Rathaus in seiner bisher zweijährigen Ausbildung gelernt. Ihn freut es: „Das ist ein kleiner Vorteil, wenn man in einer überschaubaren Verwaltung lernt. Da kommen einfach auf jeden Kopf mehr Aufgaben zu.“

Auch auf den seinigen, denn Dominik Gust hat sich eingefuchst in den Bereich, der ihm am meisten zusagt „im Amt“. Personalwesen und Wahlen – das sind Themen, die ihn besonders interessieren, erläutert er: „Ich organisierte eben gern.“ Mit einer modifizierten Excel-Tabelle schlüsselte er etwa die Personalkosten für einen Bericht der Kämmerei an den Rat auf.

Dafür gibt es ein dickes Lob des Ausbildungsleiters. Günter Wigger weiß, was er an dem Azubi, der noch ein Jahr lernen muss, hat: „Der demografische Wandel ist auch hier in der Verwaltung deutlich zu spüren. In 15 Jahren sind die allermeisten in Pension. Wir bilden daher perspektivisch aus.“

Gute Aussichten also für den jungen Mitarbeiter – er wäre ja nicht der erste Gust in einer Verwaltung.

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