1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Metelen
  6. >
  7. Bis an die körperlichen Grenzen

  8. >

Stefan Krzywanski startete beim „FireFit“

Bis an die körperlichen Grenzen

Metelen

Extrem fordernd war ein Vergleichswettkampf im Feuerwehrsport, an dem der Metelener Stefan Krzywanski teilnahm. Beim „FireFit“ in Dortmund musste ein Parcours, der an Einsatzszenarien der Wehr orientiert ist, möglichst schnell absolviert werden.

Von Dieter Huge sive Huwe

Vorletzte Aufgabe im Wettbewerb ist das Schleppen eines gefüllten Wasserschlauchs über 30 Meter und das Treffen eines Zielpunktes – bevor eine 85 Kilo schwere Puppe dieselbe Strecke zurückgeschleppt werden muss. Stefan Krzywanski war nach Absolvieren des Königsklassen-Wettbewerbs für Feuerwehrsportler geschafft. Foto: privat

„Am Schluss war es die Hölle!“ Ein solcher Satz aus dem Munde von Stefan Krzywanski zu hören, heißt für alle, die ihn kennen, dass das Finale wirklich an die Grenzen ging. Der Metelener hat sich seit Jahren dem Feuerwehrsport verschrieben und startete jetzt beim „FireFit“ in Dortmund – ein Wettbewerb, der ihn bis zum Äußersten forderte.

Vielen im Ort ist der athletische Mittvierziger bekannt durch sein Engagement mit dem Verein „Laufen gegen den Krebs“ (s. Kasten). Im Dezember des Vorjahres sorgte er durch die Aktion „3K Burpees for smile“ für Schlagzeilen, mit der er das Familienhaus der Kinderkrebshilfe in Münster unterstützte.

„Diesmal ging es vor allem um den Spaß“, grinst der Metelener, der nicht nur Mitglied der örtlichen Freiwilligenwehr ist, sondern auch hauptberuflich als Feuerwehrmann arbeitet. Dass die Definition von Spaß durchaus individuell sein kann, wurde während der Beschreibung des Wettbewerbs deutlich.

„Wir starten in voller persönlicher Schutzausrüstung, inklusive Stiefeln und Helm. Vor dem Startsignal werden zwei Flaschen Atemluft aufgesetzt, dazu die Maske, die auch angeschlossen ist“, beschreibt Krzywanski die Ausrüstung.

Auf der Webseite des Veranstalters liest sich der Hintergrund dieses Prozedere wie folgt: „Im Vordergrund des Wettbewerbes steht die Fitness der Feuerwehrleute. Training ist zwingend erforderlich. Da Extremsituationen simuliert werden, erfolgt der Wettkampf unter schwerem Atemschutz sowie Zeitnahme.“

Und so stand Krzywanski in Vollausrüstung am Start, als das Startsignal ertönte. Gut 30 Meter entfernt wartete ein dreistöckiger Treppenturm, den der Metelener mit einem 20 Kilo schweren Schlauchpaket erklomm. Oben angekommen mussten über die Brüstung an einem Seil weitere 20 Kilo Ausrüstung nach oben gezogen werden.

Im Anschluss ging es im Laufschritt die Treppenstufen dreier Stockwerke wieder hinab und im Pendelkurs um aufgestellte Hydranten herum zurück zum Startpunkt. Dort wartete bereits ein mit Wasser gefüllter Schlauch nebst Spritze, der wiederum 30 Meter weit geschleppt werden musste. Während der Körper des Feuerwehrmanns bereits Schwerstarbeit leistete, galt es, ein Ziel mit der Spritze zu treffen.

Und dann kam die „Hölle“ in Gestalt einer 85 Kilo schweren Puppe, welche über die Distanz von 30 Metern zurück zum Ziel geschleppt werden musste – Simulation des Bergens einer verletzten Person.

„Ich war danach einfach auf“, beschreibt Krzywanski, und auch, wie Helfer ihm die Atemflaschen abschnallen mussten. Die Zeit, die er für alle Übungen gebraucht hatte, die direkt hintereinander absolviert werden, lag bei gut dreieinhalb Minuten.

Im Vergleich war das nicht so toll, wie der Metelener beschreibt – allerdings zeigte er sich glücklich, den Parcours überhaupt bis zum Ende gelaufen zu sein. „Der Weltrekord liegt bei einer Minute und 24 Sekunden“, zollt er den Kameraden, die wie die Wiesel beim FireFit, der europaweit veranstaltet wird, unterwegs waren.

Doch geht es eben nicht nur um den Wettbewerb an sich. „Die Feuerwehrleute, die hier zusammenkommen, sind wie eine Familie“, berichtet Krzywanski über Begegnungen mit anderen Feuerwehrsportlerinnen und -sportlern in Dortmund. „Gemeinsam Spaß haben“, sei eben ein Ziel solcher Events.

Für den Metelener war der Wettbewerb, der am Ausbildungszentrum der Feuerwehr Dortmund stattfand, zugleich ein Wiedersehen mit dem Beginn seiner Feuerwehr-Laufbahn. „Dort habe ich damals auch meine Grundausbildung als Brandmeister gemacht“, erinnert er sich – allerdings nicht unter derart fordernden körperlichen Extrembelastungen wie beim FireFit-Wettbewerb.

Der gemeinnützige Verein „Laufen gegen den Krebs“ ist ein Zusammenschluss von aktuell etwa 25 Frauen und Männern aus der ganzen Blaulichtfamilie, also von Mitgliedern aus Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen. Doch auch Menschen, die nicht in einer dieser Organisationen tätig sind, machen mit. Viele kommen aus Metelen, es gibt aber auch Mitglieder aus Nordwalde, Xanten und aus anderen Bundesländern wie Hamburg oder Bayern.

Ziel des Metelener Vereins ist es, mit außergewöhnlichen Events wie Treppenläufen oder Märschen, meist in kompletter Uniform und Schutzausrüstung, Gelder zu sammeln für krebserkrankte Menschen. Projekte, die der Verein unterstützt, sind beispielsweise das Familienhaus für Kinder und Jugendliche an der Uniklinik Münster oder die Kinderkrebshilfe in Münster.

Informationen zum Beitritt – auch als Unterstützer – finden sich im Internet.   

   

Startseite