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Metelen und Château-Renard

„Da ist etwas Tolles entstanden“

Metelen

30 Jahre besteht die Partnerschaft zwischen Metelen und Château-Renard. Maria und Helmut Bodyn sind von Anfang an dabei. Ein persönlicher Rückblick.

Erhard Kurlemann

Wenn sich Vertreter der Feuerwehren begegnen, gehört auch etwas Offizielles zum Programm. Diese Aufnahme entstand in Château-Renard anlässlich eines früheren Jubiläums. Foto: Erhard Kurlemann

In diesen Tagen ist es bei Maria und Helmut Bodyn etwas hektisch. Viele Kleinigkeiten sind zu erledigen, damit alles gut klappt. „Aber das wird es schon. Da ist etwas Tolles entstanden, das viel Freude bringt und gebracht hat“, sagt Helmut Bodyn. Heute erwarten die beiden – und viele andere – 90 Gäste aus der Partnergemeinde Château-Renard.

Vor fast genau 30 Jahren – am 25. Mai 1989 ist die Urkunde über die Partnerschaft in Metelen unterzeichnet worden. „Und im Juli waren wir dann in Frankreich“, berichtet Bodyn, der aktuell in der Ehrenabteilung der Feuerwehr aktiv ist. Natürlich nehmen die Bodyns wieder Gäste auf – diesmal nur einen. „Das ist völlig problemlos. Die Franzosen sind völlig selbstständig hier im Ort unterwegs. Überhaupt war es nie ein Problem, Unterkünfte für die Gäste vor Ort zu finden“, unterstreicht Maria Bodyn.

Die Feuerwehr gehöre zu den Verbänden, die die Partnerschaft mit Leben füllen. „Insbesondere Joachim Böhm und Franz Hüging haben sich damals intensiv dafür eingesetzt.“ Erste Kontakte in die rund 2300 Einwohner zählende Gemeinde, etwa 150 Kilometer südöstlich von Paris gelegen, gab es bereits 1984. „Der Angelsportverein war auch mit dabei“, erinnert sich Maria Bodyn.

Dass sich aus der Partnerschaft „so etwas Tolles“ entwickeln würde, habe er zunächst auch nicht geglaubt. „Wir sind damals mit ein bisschen Skepsis nach Château-Renard gefahren.“

Die Gastfreundschaft in Frankreich war überwältigend. „Wir haben uns sofort wohl gefühlt“, sagt Helmut Bodyn, der inzwischen sehr oft in der Partnergemeinde gewesen ist. „Einmal sogar dreimal in einem Jahr“. erzählt er. So habe eine Gruppe einen Feuerwehrkameraden zu dessen Hochzeit überrascht oder zu runden Geburtstagen. „Da sind schon viele Freundschaften entstanden“. Leider habe man sich inzwischen auch schon bei Beerdigungen besuchen müssen, blickt Bodyn auf die 30 Jahre zurück.

Die „Verständigung mit Händen und Füßen“ habe immer bestens funktioniert. Er wolle jetzt in der Metelener Jugendfeuerwehr für die Fortsetzung der Kontaktpflege werben. „Die Stammmannschaft wird immer älter. Wir müssen auch sehen, dass das Miteinander fortgesetzt wird.“

Wie gut die Kontakte zwischen den Feuerwehren sind, zeigt auch das eigene Besuchsprogramm für die Gäste. „Wir fahren zum FMO nach Greven. Dort gibt es zunächst einen Blick hinter die Kulissen und im Anschluss ein kleines Picknick bei der dortigen Feuerwehr“, freut sich Bodyn schon auf die Tour am Samstag.

Dabei haben Maria und Helmut Bodyn durchaus den Eindruck gewonnen, dass die Partnerschaft von vielen in Metelen unterstützt wird. Beim Rosenmachen gab es eine große Beteiligung, ebenso am Mittwoch beim Binden des Bogens,“ nennen sie Gründe. Und wenn die Gemeinde eine Bürgerreise nach Château-Renard organisiere, seien die Plätze meistens schnell vergeben.

2020 ist die französische Partnergemeinde wieder Gastgeber der Comice Agricole. Die Landwirtschaftsmesse wird alle sieben Jahren ausgerichtet. Dort seien die Metelener immer gern gesehene Gäste. Der Besuch sei eine gute Gelegenheit, sich vor Ort zu informieren. Château-Renard ist eher landwirtschaftlich geprägt, die Menschen lebten vom Weinbau und von Obstplantagen. Es gebe kaum Tourismus, nur wenig Industrie.

Viele persönliche Erlebnisse kennzeichnen die Erinnerungen von Maria und Helmut Bodyn. Fotos in Alben sind Dokumente gelebter Partnerschaft.

Die ganze Gemeinde ist in den Gemeindegarten am Bürgerhaus eingeladen, lässt Petra Weßling von der Gemeindeverwaltung ausrichten. Dort kann man am Samstag hautnah erleben, was die Partnerschaft bedeuten kann. „Da sind nur nette Leute“, sagt Helmut Bodyn. Los geht‘s um 18 Uhr.

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