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Bundestagswahl: CDU verliert zehn Prozent der Stimmen / SPD und Grüne verbessern sich klar / AfD in Metelen unter fünf Prozent

Deutlich weniger Wählende geben den Christdemokraten ihr Vertrauen

Metelen

Starke Verlust für die Union, deutliche Gewinne für die SPD und die Grünen – den Bundestrend spiegelt auch das Ergebnis der Bundestagswahl in Metelen wieder. Direktkandidat Jens Spahn (CDU) vereinigte die meisten Stimmen auf sich – trotz deutlicher Verluste gegenüber 2017

Von Dieter Huge sive Huwe

Briefwahlumschläge werden für die Zählung vorbereitet. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Die ersten Wahlurnen wurden bereits um 15.15 Uhr geleert – allerdings nur, um die Briefwahlumschläge für die Zählung bereitzumachen, die natürlich erst ab 18 Uhr erfolgte. Gleich zwei Briefwahlvorstände waren dazu ins Alte Amtshaus gekommen, während in den beiden Wahllokalen im Bürgerhaus und in der Grundschule noch die Stimmen in fünf regulären Wahlbezirken abgegeben werden konnten.

Auch dort wurden um Punkt 18 Uhr die Urnen umgekippt, und die Wahlhelfer begannen mit der Auszählung. Das Ergebnis: Der Union gaben die Metelenerinnen und Metelener die meisten Stimmen, gefolgt von SPD und den Grünen. Jens Spahn, der Direktkandidat der CDU, vereinte in der Vechtegemeinde die meisten der Erststimmen auf sich – allerdings bei deutlichen Verlusten.

Gegenüber der Bundestagswahl vor vier Jahren mussten die Christdemokraten – wie auch im Bund – deutlich Federn lassen. Nur noch 38 Prozent Prozent der Wählenden vor Ort vertrauen der Union, ein Minus von zehn Prozent. Deutlicher Gewinner im Vierjahresvergleich sind die Sozialdemokraten und die Grünen, mit Gewinnen von jeweils um die sechs Prozent.

Entsprechend glücklich zeigten sich auch deren Vorsitzende vor Ort. SPD-Ortsvereinsvorsitzender Tom van Goer: „Hätte mir das vor einem Jahr einer erzählt – ich hätte es nicht geglaubt.“ Mit Blick auf das gute Abschneiden in Metelen selber ist sich der Sozialdemokrat sicher: „Hier tut sich was. Da ist Bewegung drin.“ Das Aktivitäten der Sozialdemokraten in Metelen hätten die Wähler wohl ebenfalls honoriert.

Moritz van Goer, Vorsitzender der Bündnisgrünen in Metelen, hatte sich beim Blick auf das Abschneiden der Grünen in Berlin zwar noch ein wenig mehr erhofft, sieht die Grünen aber dennoch auf dem richtigen Weg. Befragt nach dem guten Abschneiden seiner Partei in Metelen, sagte er, dass die Grünen vor Ort sichtbarer als in der Vergangenheit seien. Auch die grüne Kandidatin für das Direktmandat, Alexandra Schoo, habe viel Präsenz gezeigt – und damit doppelt so viele Erststimmen bekommen wie ihr Vorgänger bei der vergangenen Bundestagswahl.

Deutliche Einbußen musste hingegen Jens Spahn, Direktkandidat der CDU, in Metelen hinnehmen. „Er ist sicherlich auch an seinem Amt als Bundesgesundheitsminister gemessen worden“, versuchte Veronika Lücking eine Erklärung. Die CDU-Ortsunionsvorsitzende erklärte, dass das Bundesergebnis der Union alles andere als befriedigend sei, zugleich aber auch eine Chance darstelle, sich innerparteilich neu aufzustellen. Armin Laschet, der Spitzenkandidat der CDU im Bund, so Lücking, sei unterschätzt worden. Ob ein Kandidat Söder für sein besseres Ergebnis gesorgt hätte, bezweifelte sie mit Blick auf das Abschneiden der CSU in Bayern. Einen Lichtstreif am ansonsten dunklen Horizont vermochte sie trotz der Talfahrt der Union zu erkennen: „Immerhin sind wir vor Ort die stärkste Partei.“

Während die FDP ihr Zweitstimmenergebnis in etwa halten konnte, sackten die Rechtspopulisten der AfD unter die fünf Prozent.

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