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Ein Blick in den Niara-Neubau

Die Kinder machen ihre Kita kunterbunt

Metelen

Ein Kindergarten, der architektonisch mit klaren Linien und einer zurückhaltenden Farbauswahl punktet – das ist die Kita Niara. Deren Neubau bietet deshalb umso mehr Raum für die kreative Ausgestaltung durch die Mädchen und Jungen, die die Einrichtung besuchen. Seit dreieinhalb Wochen ist die Kita im Betrieb. Die Redaktion hat sich in Gruppenräumen und auf dem Spielgelände umgesehen.

Von Dieter Huge sive Huwe

Ulrike Brüggemann (l.) und Christa Helmes sorgen dafür, dass es täglich frisches und selbst gemachtes Essen aus der Küche für die Mädchen und Jungen gibt. Die Kinder können den beiden durch Glasscheiben bei der Arbeit zuschauen Foto: Dieter Huge sive Huwe

Kinder lieben Farben – da kann es oft gar nicht bunt genug zugehen. Müssen dann nicht auch die Räume, in denen sie täglich viele Stunden lang spielen, lernen, herumtollen, essen und schlafen, farbig sein? Keineswegs, wie die neue Kita im Ort beweist.

Niara heißt sie, ist in der Trägerschaft der evangelischen Jugendhilfe und seit dreieinhalb Wochen das Zuhause für 50 Kinder in drei Gruppen. Wer sich in den Räumen umschaut erkennt: Ein Konzept, das sich farblich ganz bewusst zurücknimmt, ist wie eine grundierte Leinwand, auf der sich kreatives Schaffen ausleben darf.

„Die Farbe bringen die Kinder mit ihrer bunten Kleidung, den Taschen, vor allem aber mit ihren Ideen für Bilder und für das Spiel mit“, freut sich Elisabeth Brink über die gelungene Innenarchitektur der Einrichtung. Die Leiterin von Niara hat sich die Zeit genommen für einen Rundgang durch die Räume, welche die Mädchen und Jungen natürlich längst mit Beschlag belegt haben. Zeit, die in den vergangenen Wochen knapp war, denn neben der Eingewöhnung des Teams und der Kinder in den Räumen standen immer mal wieder Handwerker auf der Matte.

„Das wird auch in den kommenden Wochen noch ab und zu so sein“, schaut die Kita-Leiterin auf Regale, die noch an die Wand geschraubt oder Lampen, die angeschlossen werden müssen. Dennoch ist längst Land in Sicht. Es sind fast nur noch Details, die fehlen, der letzte Schliff eben. Dieser Donnerstag ist denn auch der erste Werktag, an dem kein Handwerker-Bulli vor der neuen Kita steht.

Nicht, dass die Mädchen und Jungen denen nicht gerne bei der Arbeit zugesehen haben. Auch draußen, im Neubaugebiet, das sich rings um das Kita-Gelände zieht, gibt es immer was zu entdecken. Krane, die über den Bauplätzen hin- und herschwingen, Dachdecker, die mit der Flex Pfannen in Form schneiden – ein Eldorado für die neugierigen Steppkes am Zaun. Der trennt den Spielplatz hinter dem Kita-Neubau von den Häusern ringsherum.

Auf dem Außengelände kontrastiert tiefgrüner, knöcheltief gemähter Rollrasen mit den geschälten, naturfarbenen Ästen, aus denen die Spielgeräte gebaut wurden. Auch hier ist es an den Kindern, für die farbigen Akzente zu sorgen. Spiel- und Fahrzeuge werden von den Terrassen der Gruppenräume herbeigeschleppt, die beiden Matschanlagen machen ihrem Namen alle Ehre. Damit der Innenraum nicht ebenfalls zusandet, fungiert der Garderobenbereich inklusive Stiefelständer als Sandschleuse. Stiefel aus, Stoppersocken an – und schon geht es in die Gruppenräume.

Diese sind großzügig geschnitten, werden optisch durch Spiegel noch vergrößert, und bieten viel Platz, um auch drinnen kreativ zu werden – etwa für die kleinen Baumeisterinnen und -meister, die aus Holzklötzen, und Plastikzylindern fantasievolle Häuser errichten. Fotos der Nachwuchs-Architektin oder des angehenden Straßenbauers machen deutlich: „Das habe ich gebaut.“ Zugleich wird klar, wer das auch wieder zurück räumen muss.

Genauso wie in der Piazza – dem Mensabereich der Kita. Hier wird zusammen gefrühstückt und zu Mittag gegessen. Und auch hier gilt: Vor und nach dem Essen wird der Tisch gedeckt und abgeräumt. Dafür, dass täglich frisch gekocht wird, sorgen Ulrike Brüggemann und Christa Helmes in der modernen Küche gleich nebenan. „Wir setzten auf Produkte aus der Region“, macht Elisabeth Brink deutlich, dass auch das zum Konzept der Kita gehört.

Das Nickerchen nach dem Essen ist danach vor allem für die unter Dreijährigen wichtig. Im Ruheraum warten die kleinen Bettchen auf die Steppkes – und auch die Schmusetierchen. Für die Größeren gibt es gemütliche Auszeit-Ecken an den Enden der Flure, in denen sich auch mit einem Bilderbuch herrlich entspannen lässt.

So ein Nickerchen entfaltet überdies neue Energie für Spiele in der großen Mehrzweckhalle mit ihren Spielgeräten oder für einen Besuch im Atelier mit seinen Mal- und Bastelutensilien. Dutzende durchsichtige Kisten mit Materialien wollen entdeckt werden. Was lässt sich etwa aus den Glasmurmeln zaubern oder wozu kann man einen Karabiner gebrauchen?

Niara ist eine Kita geworden, die nur wenige Vorgaben macht, sondern zu Experimenten und Entdeckungen einlädt. Die klar gegliederten Räume lenken nicht ab, sondern laden dazu ein, eine kunterbunte Kinderwelt selber zu schaffen.

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