Urkunden online bestellen

Direkt an die Gemeinde wenden

Metelen

Private Dienstleister, die damit werben, dass bei ihnen Urkunden online bestellt werden können, wollen nur abkassieren. Den Antrag können Bürger selbst online bei der Gemeindeverwaltung stellen und müssen dann nicht noch die zusätzlichen Gebühren für den Anbieter der Dienstleistung zahlen. Denn Ausstellen darf eine Urkunde ohnehin nur die Behörde.

Anne Spill

Christina Schaper warnt vor privaten Dienstleistern, die anbieten, Urkunden online zu besorgen. Der Antrag muss immer direkt bei der Gemeinde gestellt werden. Foto: Anne Spill

Wer „Urkunden in Metelen online beantragen“ in eine Suchmaschine eingibt, der landet schnell einige Treffer. Ein Klick auf die ersten Ergebnisse führt dann zu verschiedenen Online-Portalen, die kostenpflichtig ihre Dienste anbieten. Schnell, sicher und unkompliziert soll der Kunde über die Firma an sein gewünschtes Dokument kommen. Doch: „Da ist Vorsicht geboten“, warnt Christina Schaper, Mitarbeiterin der Gemeinde Metelen.

Kostenaufwendiger

Ein privater Dienstleister ist natürlich überhaupt nicht dazu berechtigt, eine Urkunde auszustellen. Das kann nur das Amt. Und an dieses muss sich auch das Unternehmen wenden. „Es stellt dann bei uns eine entsprechende Anfrage“, erläutert Christina Schaper. Die Gemeinde schickt das Papier dann auf dem Postweg raus – gegen die übliche Gebühr. Nur: Der Privatanbieter möchte allein dafür, dass er den Antrag an das Amt weitergeleitet hat, ebenfalls Geld sehen. „Es ist also kostenaufwendiger“, erläutert Standesbeamtin Christina Schaper. Wer sich direkt an die Kommune wendet, der spart.

Das geht nämlich neuerdings auch online. Auf der Internetseite der Gemeinde Metelen findet sich ein Formular, mit dem die gewünschte Urkunde – zum Beispiel für die Versicherung, die Rente, das Kindergeld oder die Ahnenforschung – beantragt werden kann. „Das geht rund um die Uhr und ist ganz einfach“, erläutert Christina Schaper.

Christina Schaper

Der Bürger gibt seine Daten ein und was genau er wofür braucht, schon landet die Anfrage bei der Gemeinde. Auch die Zahlungsabwicklung erfolgt online, zum Beispiel per Giropay, Paypal, Paydirekt oder Kreditkarte. Zehn Euro kostet eine Urkunde, jede weitere fünf Euro. Per Post kommen die Papiere dann zum Antragsteller. „Das ist ein Selbstläufer“, findet Christina Schaper. Und gerade in Zeiten von Corona möchte sich so mancher den Gang zum Amt ersparen. Die Papiere vor Ort zu beantragen, ist aber weiterhin möglich. Die Gebühren sind dieselben. Telefonisch geht es allerdings nicht.

Um eine Urkunde zu bekommen, muss im Übrigen ein berechtigtes Interesse vorliegen. Wer zum Beispiel Ahnenforschung betreibt, muss in direkter Linie mit jemandem verwandt sein, um dessen Geburtsurkunde erhalten zu dürfen, erläutert Christina Schaper.

Kopie des Ausweises

Die Identität des Antragstellers muss klar sein, im Zweifel braucht die Gemeinde eine Kopie des Ausweises. „Besser Vorsicht als Nachsicht, lautet das Credo.

Im Standesamt sind Sterbeurkunden 30 Jahre lang einsehbar, Geburtsurkunden 110 Jahre und Heiratsurkunden 80 Jahre. Alles, was weiter zurückliegt, läuft über das Archivrecht. Daten, die noch nicht elektronisch vorliegen, zieht sich die Gemeinde aus den entsprechenden Büchern.

Für Bürger außerdem wichtig zu wissen: „Eine Urkunde muss immer am Ort des Geschehens beantragt werden“, informiert Christina Schaper. Wer in Metelen geheiratet hat, kann sich dort seine Eheschließung beurkunden lassen. Wer zwar in der Vechtegemeinde wohnt, aber zum Beispiel in Ochtrup zur Welt gekommen ist, muss sich für das Ausstellen der Geburtsurkunde an die Nachbarstadt wenden.

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