1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Metelen
  6. >
  7. Es kommt nicht auf die Größe an

  8. >

Projekt von Kita, KIM und KÖB: Bilderbuchgeschichte wird verfilmt

Es kommt nicht auf die Größe an

Metelen

Es sind spannende Tage, die vor den Mädchen und Jungen der Kita Niara liegen. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und der Medienpädagogin Gaby Schlüter machen sie sich daran, ein Bilderbuch – das vom „Löwen in dir“ – zu verfilmen. Dabei hilft ihnen die sogenannte Stop-Motion-Technik, mit der sich einzelne Fotos, ganz ähnlich wie bei einem Daumenkino, zu bewegten Bildern kombinieren lassen.

Von Dieter Huge sive Huwe

Gespannt lauschten die Mädchen und Jungen aus der Kita Niara die Bildergeschichte „Der Löwe in dir“, die Alexandra Schaten aus dem Büchereiteam zum Beginn des Trickfilmprojekts in den Räumen der Pfarrbücherei vorlas Foto: Dieter Huge sive Huwe

Klein zu sein ist nicht immer einfach. Wer könnte das besser wissen als die Maus? Man wird vergessen, übersehen und geschubst. Doch eines Tages hat die Maus die Nase voll. Wenn sie doch nur so brüllen könnte wie der Löwe, dann würde ihr das nicht mehr passieren. Sie fasst all ihren Mut zusammen und beschließt, den mächtigen Löwen zu besuchen.

So beginnt das Bilderbuch „Der Löwe in dir“, mit dem sich seit der Vorwoche die Mädchen und Jungen der Kita Niara beschäftigen. Hintergrund ist ein gemeinsames Projekt der Kita mit der Kulturinitiative Metelen (KIM) und der katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB). „Total Digital“ ist sein Titel und es wurde vom Deutschen Bibliotheksverband aufgelegt. Darin geht es darum, Kinder stark zu machen – mit Hilfe von Büchern und ihrer digitalen Umsetzung.

Die KIM kümmerte sich um die Förderung und die KÖB lieferte den Startschuss zu der Aktion. Alexandra Schaten aus dem Büchereiteam las den Mädchen und Jungen, die in die Bücherei gekommen waren, die Geschichte der kleinen Maus vor. In ihrem Kindergarten beschäftigen sich die Steppkes nun mit der Umsetzung des Gehörten.

Dabei nutzen sie die sogenannte Stop-Motion-Technik. Mit ihr lassen sich einzelne Aufnahmen, etwa von Figuren, machen. Diese werden bei jedem Foto ein klein wenig verändert, so das – ähnlich wie bei einem Daumenkino – Bewegungsabläufe entstehen, die dann eine Verfilmung der Geschichte bilden.

Zur Seite steht den Mädchen und Jungen neben den Niara-Erzieherinnen auch die Medienpädagogin Gaby Schlüter, die beim Vorlesetermin in der KÖB ebenfalls vor Ort war. Sie lernte die Kinder kennen und diese die Frau, die mit ihnen gemeinsam einen Film macht.

Zum pädagogischen Hintergrund des Projekts erläuterte Elisabeth Brink, Leiterin der Kita Niara, dass durch das gemeinsame Arbeiten die Kommunikation innerhalb der Kita-Gruppe gefördert wird. Gerade bei Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund sei das auch mit Blick auf das Erlernen der deutschen Sprache sehr sinnvoll. Die Kinder entdecken zudem, eigene Ideen zu entwickeln, diese mit den anderen in der Gruppe zu diskutieren und sich schließlich auf ein „Skript“ zu dem Film zu einigen – letztlich ein fundamentaler Beitrag in einem demokratischen Prozess.

Der Anspruch der Geschichte selber, nämlich die Darstellung von Themen wie Angst, Freundschaft, Vorurteilen und wie diese sich am Ende allesamt zu einem harmonischen Ende verbinden, spielt bei der Erarbeitung in der Kita natürlich die Hauptrolle. Denn am Ende – soviel sei verraten – stellt sich heraus, dass nicht nur die kleine Maus am Anfang Angst hat, sondern auch der scheinbar so mächtige, große Löwe.

Startseite
ANZEIGE