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Orkantief Friederike über Metelen

Friederike wütet über dem Ort

Metelen

An zahlreichen Stellen des Ortes entwurzelte Sturmtief Frederike Bäume, beschädigte Dächer und verursachte weitere Schäden. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Umgestürzte Bäume und herabfallende Dachziegel machten den Aufenthalt im Freien über Stunden lebensgefährlich.

Dieter Huge sive Huwe

An der Industriestraße riss der Orkan Trapezbleche von einem Hallendach. Deren Bergung war für die Männer der Feuerwehr wegen der heftigen Windböen gefährlich. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Friederike kam mit Wucht und sorgte in der Vechtegemeinde für erhebliche Schäden. An zahlreichen Stellen des Ortes entwurzelte das Sturmtief Bäume, deckte Dachziegel ab und verursachte weitere Schäden. Die Feuerwehr war seit dem Mittag im Einsatz und rückte bis 15 Uhr allein 25 Mal aus. „Wir sind aber noch nicht fertig“, lautete die Zwischenbilanz von Wehrchef Manfred Krude.

Eine der ersten Einsatzstellen lag am Diekland. Hier hatte ein bereit altersschwacher Baum seine Äste von sich gestreckt – bis auf die Straße lagen sie. Für die Männer und Frauen der Wehr war das indes nur die Ouvertüre zu zahlreichen derartigen Einsätzen im Gemeindegebiet. Immer wieder wurden die Blauröcke gerufen, weil Bäume Straßen und Wege blockierten. Auch die Landstraße nach Ochtrup war nahe des Lütkefeldwegs zeitweilig unpassierbar.

Sorgen bereiteten den Wehrleuten aber vor allem die Dachziegel, die die Wucht des Sturms gleich dutzendweise von den Dächern blies. Vor allem in freien, ungeschützten Lagen entfaltete Friederike ihre Kraft. Ausgerechnet das Scheunengebäude, am Mersch, auf dem eine der Sirenen des Ortes montiert ist, verlor im Verlauf des Sturms zahlreiche Dachziegel. Die meisten landeten mit Schwung auf dem Parkstreifen, viele aber auch direkt auf der Straße. Der Aufenthalt dort war lebensgefährlich.

Und nicht nur dort. Auf zahlreichen Plätzen im Ort lagen herabgestürzte Dachpfannen. Zu beobachten war, dass der Orkan dabei nicht nur in seiner Hauptwindrichtung wütete, sondern auch auf den gegenüberliegenden Dachseiten Pfannen zu Boden warf. Besonders am Diekland war dies an gleich etlichen Häusern sichtbar.

Der Aufenthalt im Freien war an diesem Donnerstagnachmittag also keine gute Entscheidung und entsprechend war der Ort auch fast menschenleer. Nur wer unbedingt musste, wagte sich vor die Tür.

In der Grundschule lief der Unterricht zwar wie gewohnt, doch war es den Eltern freigestellt, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Etwa 20 Väter und Mütter nutzten diese Gelegenheit, hießt es in der Schule auf Nachfrage. Ein Aufenthalt im Freien war nicht gestattet, der Pausenhof war am Donnerstag für die Mädchen und Jungen tabu. Auch der Sportunterricht in der Turnhalle an der Ochtruper Straße fiel aus. Der Weg dorthin wäre auch nicht ganz ohne gewesen: Die Schulstraße, von beiden Seiten mit Bäumen umgeben, war übersät mit abgebrochenen Ästen und Ästchen.

Wesentlich gefährlicher noch war allerdings eine Situation am Stüvvenweg. Dort hatten Bauarbeiter eine mehrere Zentner schwere Bandsäge als Diebstahlschutz an einer Kette am Baukran aufgehängt. Friederike brachte die Maschine nun ordentlich in Schwung. Um bis zu zehn Meter taumelte die Säge an einer Kette hin und her – unmittelbar über der Straße, einem Schulweg. Im Mittag wurde sie dann abgenommen und auf dem Boden abgestellt.

Glück hatten auch die Autofahrer, die auf der Industriestraße unterwegs waren. Vom Dach einer Lagerhalle hatten sich Trapezbleche gelöst. Der Sturm ließ sie durch die Luft segeln. Ein Zaun hielt sie auf, nur wenige Meter neben der Straße. Für die Männer der Feuerwehr war das Bergen der Bleche nicht ungefährlich, da der Sturm jederzeit unter die großen Metallplatten greifen konnte.

Auf der Bundesstraße 70, die im Bereich der Vogelparkkreuzung aktuell mit Baustellenampeln gesichert ist, war Fahren auf Sicht angesagt. Sämtliche Lichtsignalanlagen lagen am Boden, ebenso übrigens wie fast alle temporären Verkehrszeichen und Baken im gesamten Ort, die zum Spielball der Böen geworden waren.

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