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Stadtradeln: Team 13 setzt aufs E-Bike

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Sie eroberten auf Anhieb den Spitzenplatz der diesjährigen Stadtradeln-Einzelwertung: Valeria Becking und Franz-Gerd Böing strampelten in nur drei Wochen jeweils mehr als 900 Kilometer auf ihren E-Bikes. Das machte dem „Team 13“, als dass das Paar an den Start ging, keiner nach. Dabei war das Ergebnis eher zweitrangig: Vor allem geht es den Beiden darum, möglichst oft mit dem Rad unterwegs zu sein.

Von Dieter Huge sive Huwe

Valeria Becking und Franz-Gerd Böing sind passionierte Radfahrer. Mit ihren E-Bikes legen sie jährlich bis zu 3500 Kilometer zurück – auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, Ausflügen im Münsterland oder auch während Urlaubsreisen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Von Null auf Platz eins – so etwas kann bei der Stadtradel-Aktion nur eingefleischten Radfahrern gelingen. Valeria Becking und Franz-Gerd Böing sind solche Radler aus Passion. Sie erreichten aus dem Stand heraus den Spitzenplatz in der Einzelwertung. „Verfolgt haben wir die Aktion auch schon in den vergangenen Jahren“, berichtet Valeria Becking, „aber erst beim Anradeln mit der Picknick-Aktion haben wir dann beschlossen, auch selber mitzumachen.“

Als „Team 13“ gingen die beiden an den Start – der Hausnummer wegen und auch mit Blick auf das gleich lautende Kennzeichen ihres Wohnmobils, mit dem das Paar regelmäßig unterwegs ist. 1815 gemeinsam erradelte Kilometer standen schließlich auf den Tachos der E-Bikes, mit denen sie unterwegs waren – macht also 907,5 pro Person. Das schaffte im Ort keiner, doch immerhin traten die beiden folgenden Duos Spitti mit 624 Kilometern pro Teilnehmer und die Familie Krey mit 324 Teilnehmer-Kilometern ebenfalls kräftig in die Pedale.

„Wir hätten durchaus mehr geschafft, wenn das Wetter mitgespielt hätte“, blickt Franz-Gerd Böing zurück. Die ersten beiden Wochen des Aktionszeitraums hatten nicht immer radlerfreundliche Rahmenbedingungen. Und dennoch nutzte das Team 13 jede Gelegenheit, um mit den Fietsen unterwegs zu sein.

„Ich habe das Rad in der Zeit verstärkt auf dem Weg zur Arbeit genutzt“, beschreibt Valeria Becking ihren Umstieg vom Pkw. Sie arbeitet in Ochtrup und hat aus purer Freude am Radeln auch kleinere Umwege gefahren, um entspannt ans Ziel zu kommen. Franz-Gerd Böing genoss ebenfalls die morgendlichen Touren zum Arbeitsplatz in Gronau. „Da sieht man oft Rehe an den Waldrändern“, liebt er die ruhigen Momente auf dem Rad. „Im Auto wäre ich da sicherlich vorbeigefahren, ohne etwas zu bemerken.“

„Das werde ich auch weiterhin machen“, ist Valeria Becking sicher, auch künftig mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Sie macht also genau das, was ein Ziel der Aktion ist, nämlich die Menschen zum Umstieg vom Pkw auf die Fietsen zu bewegen. Zweites wichtiges Ziel: Kohlendioxid einsparen. 267 Kilo CO2 vermied Team 13 allein im Aktionszeitraum.

Wenn sie ihre jährlich gefahrenen Kilometer hochrechnen würden, wären sie schnell bei rund einer Tonne des Treibhausgases, dass sie mit den Rädern vermeiden. Denn nicht nur zur Arbeit nutzen Valeria Becking und Franz-Gerd Böing ihre E-Bikes. Touren in die nähere Umgebung machen sie auf dem Sattel.

Eine ihrer Lieblingsstrecken: die Radbahn in Richtung Coesfeld. „In Richtung Rheine ist sie nicht so attraktiv. Fährt man in die andere Richtung, gibt es schöne Ziele wie den Bahnhof Horstmar mit dem Schweinemuseum oder auch das Bahnhofscafé in Darfeld“, schwärmen sie von der Route.

Auch in den Urlaub reisen die Räder mit – in der Garage des Wohnmobils. Dieses parkte noch kürzlich in Sankt Peter-Ording auf dem Campingplatz. „Mit dem Rad ist man schnell im Ort und kann die Gegend auf Touren erkunden“, beschreibt Valeria Becking die für die beiden ideale Kombination von Wohnmobil-Urlaub und Radtouren. Dabei lassen sie es ruhig angehen. „Wir fahren meist nicht schneller als 15 oder 16 Kilometer in der Stunde“, berichtet Franz-Gerd Böing auch von E-Bikern, die oftmals mit Maximaltempo an ihnen vorbeisausen. Dass das nicht ganz ungefährlich ist, erlebten sie noch vor wenigen Tagen. „Wir sahen eine ältere Frau stürzen. Sie landete mit dem Kopf auf dem Pflaster“, berichtet der 62-Jährige, der noch Erste Hilfe leistete.

„Da wird man zugleich auch nachdenklich“, ergänzt Valeria Becking. Die 60-Jährige und ihr Lebenspartner haben jetzt beschlossen, sich Helme zu kaufen. An einen der letzten Tage ihres Urlaubs wollen sie welche aufprobieren – damit das Radvergnügen zugleich auch sicher ist.

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