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Junge Frau aus Metelen engagiert sich ein Jahr lang in Afrika

In Uganda Gemeinschaft erleben

Metelen

Die Metelenerin Mira Brüggemann verbringt derzeit ein Freiwilliges Jahr in Afrika. Über ihre Eindrücke aus Uganda, dem Land, zu dem die Vechtegemeinde nicht zuletzt durch das Engagement der Uganda-Hilfe eine ganz besondere Beziehung hat, schreibt sie unserer Redaktion.

Mira Brüggemann (2.v.l.) arbeitet ein Jahr lang freiwillig in dem afrikanischen Land Uganda. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort und anderen Freiwilligen hilft sie etwa tatkräftig mit beim Aufbau einer Gemeinschaftsfarm oder bei der Bestellung der Felder. Foto: prviat

“Uganda – ein Land das an Pflanzen- und Artenvielfalt nicht reicher beschenkt sein könnte. Auf den dicht besetzten Märkten türmen sich Obst und Gemüse allerlei Sorten. Nicht selten läuft direkt vor einem ein Affe über die Straße. In diesem facettenreichen Land werde ich ein Jahr in Sissa leben, einem kleinen Ort zwischen der Hauptstadt Kampala und Entebbe, und zusammen mit fünf anderen Freiwilligen einen ‚Weltwärts-Freiwilligendienst’ absolvieren.

Die Gemeinschaft steht im Mittelpunkt

Oft wird der Dienst in einem Entwicklungsland so dargestellt, als wäre es die Aufgabe der Freiwilligen, den Einheimischen etwas beizubringen und die europäischen Standards auch dort zu verbreiten, so als wäre unser Leben zuhause das bessere und das Leben hierzulande das Schlechtere. Das ist aber ein Irrtum. Es geht nicht etwa ums Helfen, sondern um die Gemeinschaft, die durch die Zusammenarbeit entsteht.

Ich begleite zusammen mit einer anderen Freiwilligen namens Miriam verschiedene Frauen in ihrem Alltag, nehme ihnen etwas Arbeit ab, leiste ihnen Gesellschaft und führe angenehme und aufschlussreiche Gespräche. Meist sind Miriam und ich diejenigen, die etwas von ihnen den Frauen lernen.

Die beiden Freiwilligen Pauline und Michaela, die mit mir zusammen von Worldwide Volunteers entsendet wurden, arbeiten mit Emily, einer weiteren Freiwilligen, im Schulprojekt. Aufgrund der Pandemie bedeutet das momentan, dass sie mit dem Lehramtsstudenten Joel täglich zwei oder drei Familien zuhause besuchen und die Kinder dort im Garten vorwiegend in den Fächern Englisch und Mathematik unterrichten und mit ihnen spielen.

Umweltverschmutzung

Auch das Thema Umweltverschmutzung spielt im Unterricht eine Rolle, da der Plastikmüll an den Straßenseiten in dieser einzigartigen Landschaft wie ein Dorn ins Auge sticht. Rote Straßen, an den Seiten meist kleine Häuser aneinander gereiht stehen und im Hintergrund eine grüne Hügellandschaft: Vor dieser Kulisse spielt sich ein Leben voller Gemeinschaft und Geselligkeit ab.

Beispielsweise das von Mercy, einer jungen Frau, mit der wir einmal pro Woche zusammenarbeiten dürfen. Wann immer sie unterwegs ist, läuft sie an so gut wie keiner Person vorbei, ohne wenigstens zwei, drei Worte mit ihr zu wechseln. Als wir dann zusammen Mittagessen gekocht haben, war ich davon überzeugt, wir würden viel zu viele Kartoffeln nur für uns und ihre Kinder schälen. Aber dieses Missverständnis hat sich dann aufgeklärt, als beim Essen immer wieder Leute vorbei gekommen sind, denen Mercy wie selbstverständlich eine Portion abgegeben hat.

Gemeinsam mit Mercy macht sich Mira Brüggemann (l.) auf den Weg zu einer Wasserquelle. Foto: privat

Schulbildung

Uganda ist jedoch nach wie vor ein Entwicklungsland, in dem sehr viele Familien sich durch Landwirtschaft selbst versorgen. Sie verfügen über ein so geringes Einkommen, dass sie sich eine Schulbildung für die Kinder nicht leisten können. Private Schulen sind sehr teuer und der Besuch staatlicher Einrichtungen ist ebenfalls mit Kosten für Schuluniformen, Material oder Prüfungsgebühren verbunden, die für Familien aus ärmeren Verhältnissen nicht tragbar sind. Deshalb ist es wichtig, dass es Organisationen gibt, die bedürftigen Kindern eine kostenlose Schuldbildung ermöglichen.

Bei der Feldarbeit Foto: privat

Unsere Partnerorganisation ‚Global Network for Uganda Volunteers Foundation‘ (GNUVF) wurde 2013 von Evaline Nabwire gegründet. 2019 hat sie eine eigene öffentliche Schule errichtet, welche vor der Pandemie von etwa 50 Kindern aus Sissa besucht wurde. Momentan wird der Bau eines weiteren Schulgebäudes geplant, in dem sich ein weiterer Klassenraum und eine Küche befinden sollen, damit noch mehr Kinder unterrichtet und auch verpflegt werden können. Da GNUVF eine nichtstaatliche Organisation ist, wird dieses Projekt durch Spenden finanziert. Im Internet befinden sich konkrete Informationen zu den Kosten, zur Schule und zur Organisation selbst.“

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