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Imkerverein prämiert den Garten der Eheleute Hoffmeister

Naturnahe Arche für Insekten

Metelen

Ausgezeichnet wurde jetzt das Ehepaar Hans und Carmen Hoffmeister für seinen besonders insektenfreundlichen Garten. Den Wettbewerb hatte der Imkerverein Steinfurt ausgelobt. Am Anwesen der Hoffmeisters gefiel der Jury nicht nur die reiche Auswahl heimischer Wildpflanzen, sondern auch Bereiche im Garten, die mit ihrer sandigen Struktur wertvollen Lebensraum für spezialisierten Insekten bieten.

Von Dieter Huge sive Huwe

Hans und Carmen Hoffmeister freuten sich über die Präsente des Imkervereins Steinfurt, die Klaus Krohme vom Kreislehrgarten überbrachte. Damit würdigen die Imker den besonders insektenfreundlichen Garten des Ehepaares, der am Ortsrand Metelens liegt.Im Jahreslauf dokumentiert Hans Hoffmeister den Garten, Pflanzen, Insekten und auch die Dachbegrünung der Garage (M.). Foto: Dieter Huge sive HuweHans Hoffmeister

Der Gast kam nicht mit leeren Händen: Klaus Krohme hatte Präsente des Imkervereins Steinfurt dabei, als er jetzt den Garten von Hans und Carmen Hoffmeister an der Kolpingstraße besuchte. Die Eheleute hatten bei einem Wettbewerb der Bienenfreunde mitgemacht, mit dem besonders insektenfreundliche Gärten ausgezeichnet wurden.

Und um einen solchen handelt es sich definitiv, wie auch der Gartenexperte aus Steinfurt lobend anmerkte. Beim Spaziergang über die verschlungenen Wege des hoffmannschen Anwesens gab es kaum mal eine Stelle, an der der emsige Gärtner und auch der Besucher nicht verharrten, sich austauschten über die Vielzahl der Pflanzen.

Hans Hoffmeister begreift den Garten zugleich auch als eine Art Arche, in der er den Insekten mehr als 60 teils seltene Wildpflanzen als Nahrungsangebot bietet. „Damit ständig Nahrung bereitsteht, sind die Blühperioden über das ganze Jahr verteilt“, freuen sich Hans und Carmen Hoffmeister über das ständige Summen und Brummen im Garten – vor allem dann, wenn die Sonne scheint. Doch auch die schattigen Bereiche haben sie im Auge – gerade mit Blick auf die Herausforderungen heißer Sommer in Folge der Klimaveränderungen.

Das Grundstück der Eheleute ist anders parzelliert als die üblichen Gärten von Einfamilienhäusern im Ort. Allenfalls das Beet mit Beerensträuchern mag sich da und dort noch woanders finden, doch beim weiteren Gang in den Garten hinein wird deutlich, dass Hans Hoffmeister ihn auch als Experimentierfeld nutzt. Samen von Wildpflanzen werden an unterschiedlichen Standorten ausgebracht, um möglichst optimalen Wachstumsbedingungen herauszufinden.

Das Ergebnis ist beeindruckend, sogar in der Phase des Frühsommers, in der viele andere Gärten nach den üppigen Blüten des Frühlings oftmals eine optische Pause einlegen. Im Garten der Hoffmeisters hingegen blüht immer was – und genau das ist es ja auch, was den Imkerverein bewog, ihn als besonderen Ort für Bienen und andere Insekten zu würdigen.

Gartenexperte Klaus Krohme richtete das Augenmerk auch auf Bereiche, die besonders wertvoll für manche Insekten sind, dem Laien aber kaum ins Auge fallen. So gibt es neben Trockenmauern auch sandige Stellen, die vermeintlich unbearbeitet, aber geradezu prädestiniert dafür sind, um Hummel und Wildbienen Quartiere bieten zu können. Auch Totholz, in den allermeisten Gärten ein Fall für die Kettensäge, belässt Hans Hoffmeister im Garten. Vögel nutzen es zum Ausruhen oder auch, um in den alten Stämmen zu brüten.

Der Metelener betrachtet es als Privileg, mit dem Garten ein Stück Erde zu besitzen, mit dem er dem geschundenen Planeten zugleich etwas zurückgeben kann. Eigentum verpflichte, sagt er und setzt darauf, dass die Wildblumen, die er im Garten angepflanzt hat, durch Aussamen den Weg zurück in die Natur finden und diese bereichern. Gärtnern sei daher nicht nur die Freunde an der Natur und Muße, sondern zugleich auch eine Aufgabe. Hans Hoffmeister bringt sein gärtnerisches Wissen, das er auf Nachfrage auch anderen zugänglich machen möchte, auf den Punkt: „Was zählt ist das, was wir tun.“

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