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Versuchsfeld

Zwischenfrucht-Demonstrationsfeld stellt Landwirten neue Mischungen vor

Metelen

Ein Demonstrationsfeld für Zwischenfrüchte hat die Raiffeisengenossenschaft Steinfurter Land auf vier Hektar Ackerfläche des Hofes Homann angelegt. Auf ihm werden interessierten Bauern aktuelle Sortenmischungen vorgestellt, die in der kalten Jahreszeit den Boden lockern und düngen und so auch dazu beitragen, dass vor der Neuaussaat im Frühjahr weniger Düngemittel benötigt werden.

Von Dieter Huge sive Huwe

Landwirt Stefan Homann (l.) und Matthias Zobel von der Raiffeisen-Genossenschaft stellen das Versuchsfeld vor. Es liegt unmittelbar am Langenhorster Damm. Der Rettich macht‘s: Stefan Homann hat eine der Pflanzen herausgezogen und zeigt die Knolle. Foto: Huge sive Huwe

Die meisten Felder rings um Metelen sind abgeerntet, gepflügt, geeggt und teilweise bereits mit dem nächsten Getreide eingesät. Auf etlichen stehen auch Zwischenfrüchte – wie auf auf einem Feld nahe des Hofes Homann, das wegen eines großen Plakates ins Auge fällt, das dort aufgestellt wurde.

Es handelt sich um ein Demonstrationsfeld – einen Versuchsanbau, um Zwischenfrüchte noch intensiver in das Bewusstsein der Landwirte zu rücken. Vor Ort informierten jetzt der heimische Landwirt Stefan Homann, der auch Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins ist, und Matthias Zobel von der Genossenschaft Raiffeisen Steinfurter Land über das Projekt.

„Wir haben hier verschiedene Pflanzenmischungen angebaut“, so Homann, der für den Versuch knapp vier Hektar seines Ackerlandes zur Verfügung stellte. Er verweist auf eines der weißen Schilder, welche die einzelnen Sorten markieren. „Fit for next“ steht darauf – übersetzt „Bereit für das Kommende“. Und genau das beschreibt ganz treffend den Sinn der sogenannten Zwischenfrüchte. „Sie machen den Boden fit für die Hauptfrucht, die im Frühjahr angebaut wird“, so Homann.

In vielen der Sorten ist Rettich vertreten. Dieser wurzelt tief und drainiert den Boden. Dort, wo die Knolle des Rettichs saß, entsteht so ein Hohlraum, in dem die nächste Pflanze Platz für ihre Wurzeln findet. Der Rettich wird so zum Super-Senf, eine Zwischenfrucht, die bislang Standard war, aber eben nicht über die Eigenschaften moderner Mischungen verfügt. „Der Senf kann eigentlich gar nichts“, merkt Homann zur traditionell nach der Ernte des Vorjahres angebauten Zwischenfrucht an.

Matthias Zobel von Raiffeisen erläutert, dass die Zwischenfrucht auch den Sinn hat, zwischen zwei Hauptkulturen das Ackerland vor Erosion und anderen Einflüssen zu schützen. In den vergangenen Jahren sei die Forschung weitergegangen und habe herausgefunden, dass es eben wesentlich bessere Pflanzen gebe als eben den klassischen Senf.

Landwirte seien stets bemüht, aus ihrem fruchtbaren Gut Boden das Maximale herauszuholen, achteten zugleich aber auch auf die Gesundheit der Flächen. Die Mischungen, die auf der Homann-Fläche gesät wurden, seien teils winterhart, teilweise nicht, und in einem Fall, nämlich einer Gras/Klee-Mischung, auch zur Nutzung als Tierfutter geeignet.

Im Kommen seien die blau blühende Phacelia, Tiefenrettich oder auch Sonnenblumen. Neben dem Nutzen für den Landwirt tragen viele der Pflanzen zur Blütenvielfalt bei – und kommen so den Insekten zugute. Aktuell ist davon natürlich nichts mehr zu sehen, wohl aber in der Blühphase während des Herbstes.

Stefan Homann erläutert einen weiteren Vorteil der Zwischenfrüchte. „Die Nährstoffe, die in den Kulturen des Sommers nicht aufgenommen wurden, werden durch diese Pflanzen für das nächste Jahr gespeichert. Sie sind für die Folgekultur in Form der Humusmasse im Boden abrufbar.“ Matthias Zobel ergänzt: „Die Nährstoffe werden so in den oberen Bodenschichten gehalten und nicht ausgespült in tiefere Bodenschichten, wo sie später nicht mehr erreichbar sind.“ Auch bei der Bedarfsermittlung für die Frühjahrsdüngung wird die Zwischenfrucht mit einberechnet.

Dass das Interesse an dem Thema bei den Landwirten der Region groß ist, wurde auch in einem Vor-Ort-Termin deutlich, an dem sich 40 Bauern auf dem Acker von Stefan Homann informierten. Raiffeisen-Berater Zobel sieht einen Trend: „Diese Zwischenfrüchte werden jedes Jahr mehr. Die Landwirte kümmern sind längst auch darum, welche dieser Früchte sie anbauen.“

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